Traumkarriere, Großfamilie oder doch Couchpotato: Die Sims 4 ist für die Konsolen erschienen

Im Grunde hat sich am Spielprinzip von Die Sims seit 2000, das Jahr in dem der allererste Teil der Reihe für den PC veröffentlicht wurde, nicht viel verändert. Graphik und Umfang der Titel haben sich im Laufe der Zeit freilich weiterentwickelt. Ebenso unverändert ist die Tatsache, dass mit etwas Verzögerung ebenfalls eine Portierung für die Konsolen erscheint. Im Falle von Die Sims 4 hat es nun knapp drei Jahre gebraucht, bis EA den aktuellsten Ableger für PlayStation 4 und Xbox One auf den Markt geworfen hat. Zusammen mit dem Basis Spiel sind drei kostenpflichtige DLCs erschienen, die auch bereits für die PC Version erhältlich gewesen sind. Ob und im welchem Umfang auch die anderen, für den Computer erschienenen Zusatzinhalte für die Konsolen erscheinen werden, bleibt vorerst abzuwarten.

Spielerisch gibt es zwischen PC- und Konsolenvariante keine großen Unterschiede festzustellen. Wie auch in den anderen Sims Spielen beginnt der Spieler damit, dass er einen oder mehrere Charaktere erstellt, die er in die muntere Sims Welt hineinwerfen will. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Besonders wenn um das individuelle Aussehen des Sims geht, können die Spieler ihr eigenes Abbild erstellen oder aber nach Belieben mit den Attributen experimentieren. In Bezug auf Kleidung und Accessoires könnte die Auswahl allerdings größer sein. Die ersten Charaktereigenschaften werden festgelegt und dann kann es fast schon losgehen. Bevor sich der Sim ins wilde Leben stürzen kann, muss aber natürlich erst noch ein Eigenheim erworben und ausgestattet werden. Dazu sucht sich der Spieler in bekannter Manier den gewünschten Platz in der Nachbarschaft und los geht’s.

Ist das Eigenheim einmal erstellt, ist es ratsam, die ersten Kontakte zu anderen Sims zu knüpfen und dafür zu sorgen, dass der Charakter eine mehr oder weniger vernünftige Arbeit findet. Auch hier kann sich nach eigenem Gusto ausgetobt werden. Schließlich müssen ja die anfallenden Kosten beglichen werden. Dabei ist, wie auch in den Vorgängern bereits, jede Menge Spielraum vorhanden. Der Sim kann Einzelgänger sein oder eine Familie gründen. Der Spieler kann sich in jede Handlung seines Charakters einmischen oder es sein lassen. Manchmal ist es doch ganz spannend schlicht zu beobachten, was die eigene Miniversion so treibt. Wer Spaß daran hat, kann die Sims natürlich auch zur Weissglut treiben oder gar dafür sorgen, dass sie sterben, indem sie sämtliche Bedürfnisse komplett ignorieren oder sie in Zimmer einschließen, die weder Fenster noch Türen haben. Das Spiel fördert hier gewiss nicht zum ersten Mal auch die düstersten Fantasien der Spieler zu Tage.

So weit, so bekannt sollte das Konzept von Die Sims 4 sein. Leider offenbaren sich trotz des Erfolgsrezepts einige Schwächen. Im Gegensatz zum Vorgänger lädt Die Sims 4 weniger dazu ein, sich näher mit der Nachbarschaft auseinander zu setzen. Während der dritte Teil noch eine Open World bereit gehalten hat, liegt der Fokus auf kleineren Nachbarschaften. Bei der Entwicklung von Die Sims 4 wurde mehr Wert auf ein verbessertes Emotionssystem gelegt, was durchaus gelungen ist. Dies geschieht jedoch auf Kosten anderer bewährter Umweltelemente. Insgesamt fühlt sich diese Änderung wie Schritt zurück an.

Leider gibt es in Bezug auf die Portierung auf die Konsolen einen weiteren dicken Minuspunkt. Obwohl sich EA recht lange für die Umsetzung auf PlayStation 4 und Xbox One Zeit gelassen hat, so ist die Steuerung mit den Controllern eine Zumutung. Der Spieler merkt recht schnell, dass er es hier eigentlich mit einer Maus und Tastatur Steuerung zu tun hat. Per Tastendruck kann zwischen einer Menüsteuerung und der Steuerung mit einem Mauszeiger hin und her wechseln. Warum man nicht dabei geblieben ist, mit den Schultertasten durch die einzelnen Optionen zu springen, ist nur schwer verständlich. Besonders am Anfang kommt es häufig vor, dass sich der Spieler mit der Controller gesteuerten Maus verklickt und beispielsweise im Baumenü Objekte platziert, die eigentlich gar nicht an diese Stelle sollten. Auch im eigentlichen Spielmodus bedarf es einiger Übung, damit die Sims das tun und lassen, was der Spieler von ihnen denn nun gerne möchte. Die Spieler werden einen langen Atem brauchen, um sich an diese Steuerung zu gewöhnen und dann tatsächlich Spielspaß an Die Sims 4 zu haben.

Es ist schade, dass die Bedienung von Die Sims 4 derart ungelenk ist. Denn es handelt sich wie gewohnt um ein durchaus humorvolles Game, welches viele Stunden Unterhaltung versprechen könnte. Andere Simulationen, Strategie- oder Aufbauspiele zeigen sehr wohl, dass es möglich ist, eine annehmbare Umsetzung für die Konsolen anzubieten. Cities: Skylines, Aven Colony in jüngster Vergangenheit oder eben der Vorgänger Die Sims 3 sind Beispiele, bei denen sich nach etwas Eingewöhnung eine Routine in der Bedienung einstellt. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich für die PC Variante zu entscheiden, sollte sich genau durch den Kopf gehen lassen, ob er oder sie sich wirklich erst einmal für ein paar Stunden mit der Steuerung vertraut machen möchte. Ein entspannter Einstieg sieht definitiv anders aus.

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