EA steht mit NBA Live 18 wieder auf dem Court

EA ist nicht nur einer der größten Videospielentwickler, sondern insbesondere der absolute Platzhirsch, was Sportspiele anbelangt. Ob Fifa in Europa oder Madden in den USA, die Konkurrenz schwindet immer weiter und EA findet jährlich Millionen von Kunden. Umso ungewöhnlicher ist es, dass EA im letzten Jahr beim Basketball die Reißleine gezogen hat: Zu groß war der Abstand von 2Ks NBA 2K-Reihe, sowohl kritisch als auch in den Verkäufen. Doch EA gibt nicht einfach so auf und kehrt in diesem Jahr nach einer Pause mit NBA Live 18 auf den Court zurück, um mit frischer Kraft um die Basketball-Krone zu spielen. Ob dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt ist?

NBA Live 18 ist ein erstaunlich unkompliziertes und direktes Spiel. Wo in Sportspielen – und auch im direkten Konkurrenten NBA 2K18 ein möglichst realistisches Abbild des Sports das Ziel ist, hat man bei NBA Live 18 den Eindruck, dass die Entwickler sich das klassische Arcade-Motto „leicht zu erlernen, schwer zu meistern“ zu Herzen genommen haben. Die Grundsteuerung des Spiels ist sehr simpel und schnell erlernt. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Bewegungen sind schnell und bisweilen wirken die Animationen sogar ein wenig abgehackt, um schnelle Richtungsänderungen umzusetzen. Dadurch können Neueinsteiger schnell in das Spiel finden und unkomplizierten Spaß haben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Profi-Nuancierungen, die das Spiel für geübte Spieler komplexer und variantenreicher gestalten. Insbesondere die optionale Kontrolle über das Dribbling mit Hilfe des rechten Analogsticks sei hier erwähnt.

Im klassischen Play Now Modus, der in allen EA Sports Spielen ein schnelles Spiel ermöglicht, hat der Spieler erstmals auch die Möglichkeit, lokal mit den Spielerinnen der WNBA zu spielen, diese sind aber aus unerfindlichen Gründen selbst im Online-Modus nicht zugelassen. Neben dem Play Now Modus und dem Onlinespiel samt EAs mittlerweile durch die Bank vertretenen Ultimate Team Modus gibt es insbesondere auch einen Story Modus namens „The One“. Hier begleitet man einen jungen Spieler vom College Spieler zum Profi und hat volle Kontrolle über die Rollenspiel-ähnliche Progression der Charakterwerte.

Während die Geschichte wie leider allzu oft in Sportspielen eher belanglos ist, weiß das eigentliche Gameplay zu gefallen und es sei an dieser Stelle insbesondere hervorgehoben, dass EA sich an dem Wettrennen um die dreisteste Abzocke des Spielers, den 2K Games ausgerufen zu haben scheint, löblicherweise nicht beteiligt. Das sorgt dafür, dass die Charakterprogression in einer angemessenen Geschwindigkeit erfolgt. Einzig einige Ausrüstungsgegenstände können via Lootboxes freigeschaltet werden, die allerdings nicht mit Echtgeld erstanden werden müssen oder können.

NBA Live 18 ist etwas arcade-orientierter als NBA 2K18 und hinkt in Sachen Präsentation klar hinter 2Ks etablierter Reihe hinterher. Allerdings kann man ruhigen Gewissens auch die Modi abseits des schnellen Spiels empfehlen und das Spiel fühlt sich nicht an wie eine große Verkaufsplattform für digitale Rubbellose. Wer einfach nur unkomplizierten Spaß mit Basketballflair haben möchte, ist mit NBA Live 18 gut beraten, wer hingegen die realitätsnächste Simulation sucht und eine hohe Toleranz für ausgemachte Frechheiten besitzt, wird weiterhin bei 2K Games besser bedient.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar