Derbe Witze und politisch unkorrekter Humor gibt es in South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe

Dass es in South Park auch schon einmal unter die Gürtellinie gehen kann, ist gewiss nichts Neues. So kommt es nicht überraschend, dass der Nachfolger von South Park: Der Stab der Wahrheit in die gleiche Kerbe haut. Während es im erfolgreichen Vorgänger noch um den Kampf zwischen Menschen und Elfen um besagten Stab der Wahrheit ging, werden in South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe die Superhelden Franchises Marvel und DC durch den Kakao gezogen.

Die rektakuläre Zerreißprobe setzt nahtlos am Vorgänger an und beginnt damit, dass sich Menschen und Elfen auf die Nase geben. Angeführt wird das Ganze von dem neuen Kind in der Nachbarschaft. Der Protagonist, der wie schon im Vorgänger stumm bleibt. Allerdings bleibt der Ausgang des Kampfes ungewiss, da sich Cartman, verkleidet als Superheld Coon, einmischt. Er offenbart den anderen Kindern, dass er aus der Zukunft gekommen wäre, weil er deren Unterstützung braucht. Eigentlich geht es nur darum den Finderlohn für eine vermisste Katze einzuheimsen. Natürlich geht das nicht so einfach. Zwei rivalisierende Gangs, Coon and Friends sowie die Freedom Pals, wollen natürlich beide das Geld einsacken. Im Spielverlauf wird jedoch klar, dass noch wesentlich mehr hinter all dem steckt und es gilt, South Park vor einer Katastrophe zu bewahren und eine Verschwörung aufzudecken.

Der Neue in der Stadt wird von Coon an die Hand genommen und steigt schnell zum Sidekick bei Coon and Friends auf. Wie es sich für einen angehenden Superhelden gehört, darf natürlich nicht die dramatische Hintergrundgeschichte fehlen. Ihm zur Seite stehen mit der Zeit immer mehr weitere Superhelden, die den Neuen im Kampf unterstützen. Wie es für ein Rollenspiel üblich ist, haben die Begleiter unterschiedliche Fähigkeiten sowie Stärken und Schwächen. So sollten die bis zu drei Helden, die dem neuen Kind im Kampf helfen können, die Vor- und Nachteile der eigenen Klasse ausgleichen. Apropos Klassen. Zu Beginn hat der Spieler die Wahl aus drei unterschiedlichen Heldenklassen auszuwählen. Im Verlauf des Spiels bieten sich aber Möglichkeiten, weitere Klassen hinzuzuwählen. So ist es beispielsweise möglich als Speedster Psychic Assassin durch South Park zu ziehen.

Das Kampfsystem ist überarbeitet worden. In South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe läuft der Kampf rundenbasiert ab, wo der Reihe nach Protagonist, Helden und Schurken angreifen. Die Reihenfolge hängt unter anderem von der Geschwindigkeit der Charaktere ab oder ob der Protagonist den Kampf einleitet bzw. in einen Hinterhalt gerät. Es gibt Nah- sowie Fernkampfangriffe. Charaktere wie Kite Man können Gruppenmitglieder heilen. Manche Angriffe verursachen fortlaufenden Schaden durch Blutung, Frost, Verbrennung oder Ekel. Gefallene Kameraden können mit den richtigen Items wiederbelebt werden. Die Kämpfe sind gut zu meistern, wenn der Spieler einmal das Konzept verinnerlicht hat. Im Verlauf des Spiels werden die Kämpfe natürlich anspruchsvoller und auch länger. Wem dennoch die Herausforderung fehlt, kann den Schwierigkeitsgrad jederzeit anpassen.

Wie für andere Rollenspiele üblich steigt der Protagonist im Spielverlauf in seinem Heldenlevel auf und wird dementsprechend stärker. Zusätzlich kann er Artefakte benutzen, um die eigene Stärke zu verbessern. Diese Artefakte finden sich im Spielverlauf oder können mit Hilfe des Craftsystems gebastelt werden. Ähnlich wie der Charakter werden auch diese Artefakte immer stärker und bieten im Kampf zusätzliche Boni.

Ubisoft schafft es in Zusammenarbeit mit den South Park Digital Studios auch Neulinge für dieses Franchise zu begeistern. Wer ein tiefgründiges Rollenspiel erwartet, wird möglicherweise enttäuscht werden. Trotzdem ist das Game sehr unterhaltsam. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Witze deftig sind und Political Correctness hier sicher fehl am Platz ist. Eben genauso, wie es in der Serie der Fall ist. Das beginnt schon damit, dass der Schwierigkeitsgrad anhand der Hautfarbe des Protagonisten festgemacht wird. Aber auch beispielsweise kirchliche Pfarrer oder amerikanische Hillbillies werden aufs Korn genommen. Ebenso strotzen die anderen Helden und deren Fähigkeiten oder aber die Feinde nur so vor Klischees sowie Seitenhieben, die unter die Gürtellinie gehen. Call Girl als weibliche Heldin sorgt bereits beim ersten Auftritt für Lacher.

Das Spiel an sich fühlt sich wie eine lange Folge South Park an, in die der Spieler in Form seines Protagonisten selbst hineinschlüpfen kann. Wie auch in der Serie bietet das Game eine 2,5D Ansicht, in der sich der Spieler bewegen kann. Ein Großteil der Stadt ist bereits recht früh im Spiel zu erkunden. Einzelne Gebiete werden jedoch erst im Verlauf der Hauptstory freigeschaltet. Fans der Serie wird zusätzlich freuen, dass die Original Synchronsprecher der Serie auch den Spielfiguren ihre Stimmen leihen. Das gilt sowohl für die Deutsche als auch für die Englische Version des Spiels.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe hat sich im Vergleich zum Vorgänger nochmals weiterentwickelt und sorgt für viele Stunden Spielspaß. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man sich für derlei Humor erwärmen kann. Denn vor allen Dingen ist es eben jener schwarzer, absolut unkorrekter Humor, der den Spieler in seinen Bann zieht. Tiefgründige Story oder ein Rollenspiel auf dem Niveau von Skyrim darf und wird hier sicherlich niemand erwarten.

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