Vor dem Sturm – Life Is Strange: Before The Storm erzählt die Vorgeschichte von Chloe Price

Vor gut zwei Jahren hat Square Enix mit Life is Strange ein, vor allem erzählerisch, spannendes Game veröffentlich, welches die Geschichte von Max und Chloe in fünf Episoden erzählt hat. Während Life Is Strange die Handlung aus Sicht von Max erzählt, die zudem noch über die Fähigkeit verfügte, die Zeit zurückzudrehen, widmet sich Before The Storm der Vergangenheit ihrer Freundin Chloe. Zeitlich ist es drei Jahre vor den Ereignissen von Life Is Strange einzuordnen. Life Is Strange: Before The Storm ist mit insgesamt drei Episoden, die in den nächsten Monaten erscheinen werden, ein kürzeres Prequel und mehr als Zusatzinhalt anzusehen. Dieser kann aber auch gespielt werden, ohne dass Life Is Strange installiert ist. Zudem ist das Before The Storm nicht mehr von Dontnod Entertainment entwickelt worden, sondern von Deck Nine.

Die erste Episode ist Ende August veröffentlich worden. Wer nicht abwarten wollte, konnte sich bereits auf der gamescom für das Intro des Spiels anstellen. Bereits in der Einführung des Games bekommen die Spieler einen ersten Eindruck davon, dass nicht alle Elemente des Vorgängers übernommen worden sind. Life Is Strange: Before The Storm ist immer noch ein Graphic-Adventure, bei dem die Story und die Dialoge zwischen den Charakteren von großer Bedeutung sind. Es hat Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte, welche Antworten der Spieler in den Dialogen wählt. Doch während Max noch die Zeit zurückdrehen konnte, um den Verlauf der Geschichte zu verändern, gibt es dieses Fähigkeit nun nicht mehr, da Chloe sie schlicht nicht besitzt. Stattdessen wird der Spieler recht schnell zu Beginn mit einem neuen Feature vertraut gemacht, welches wesentlich mehr zu Chloe passt.

Das Spiel beginnt damit, dass Chloe sich Zutritt zu einem nächtlichen Konzert verschaffen möchte. Das ist selbstverständlich nicht so einfach, wie gedacht. So kann sich der Spieler zunächst umsehen. Dabei wird er feststellen, dass die Protagonistin liebend gerne Graffiti an Wände oder Gegenstände malt. Dies ist quasi das Gegenstück zu den Polaroid Bildern, die Max in Life Is Strange erstellt hat. Um schließlich Einlass zu dem Konzert zu erhalten, kann sich Chloe verbal mit dem Türsteher duellieren. Dieser Schlagabtausch ist ein kleines Mini-Spiel. Gewinnt der Spieler dieses, so kann Chloe ihr Gegenüber dazu überreden, sie in die Location zu lassen. Während des Dialogs muss man auf unterschiedliche Schlüsselwörter achten, die in den folgenden Antwortmöglichkeiten zu finden sein werden. Dementsprechend sollte die Dialogoption gewählt werden. Wird mehrmals hintereinander die richtige Antwort gewählt, so ist der Spieler erfolgreich.

Schließlich kann Chloe tatsächlich das Konzert besuchen, läuft dabei aber in zwei zwielichtige Gestalten, denen sie später abermals begegnet. Beim zweiten Aufeinandertreffen wird es recht ungemütlich für Chloe. Allerdings bekommt das Mädchen unerwartet Hilfe in Form von Rachel Amber. Namentlich ist Rachel auch keine Unbekannte. Bereits aus Life Is Strange kennt man die junge Frau als ehemals gute Freundin von Chloe. Beide verbringen Zeit schließlich den Abend in Reihe des Konzerts, ehe das Game zum Morgen danach springt. Dieser startet dann, wie es sich für einen typischen Teenager gehört. Chloe würde lieber noch Zeit im Bett verbringen. Doch die Mutter ruft zum Frühstück, der Stiefvater nervt auf dem Weg zur ungeliebten Schule. Alles in allem ist das Leben eben unfair. Allerdings kommt Chloe gar nicht erst im Klassenzimmer an, sondern stolpert in Rachel hinein. Kurzerhand entschließen sich die Mädchen für einen Roadtrip, als sich mit trockenem Unterrichtsstoff auseinander zu setzen. So nimmt die erste Episode von Life Is Strange: Before The Storm schließlich an Fahrt auf.

Der signifikanteste Unterschied ist sicherlich, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, die Vergangenheit zu ändern. Was bleibt, ist erst einmal eine klassische Teenie Story. Diese schafft es jedoch bereits im Verlauf der ersten Folge Spannung aufzubauen und den beiden zentralen Figuren, Chloe und Rachel, mehr Tiefe zu verleihen. Es gibt immer wieder Verweise und Bezüge auf Life Is Strange. So erfährt der Spieler beispielsweise, dass Max zu dieser Zeit gar keinen Kontakt mit Chloe hatte. Bisher kannte man nur die Sichtweise des jüngeren Mädchens. Nun gibt es einen Einblick, wie Chloe damit umgeht, dass ihre Freundin nach ihrem Umzug keine Zeit mehr zu haben scheint.

Für Spieler von Life Is Strange ist das Prequel bisher sehr zu empfehlen. Eine vertraute Umgebung und Grundstimmung sind durchaus gegeben. Auch Spieler, die sich prinzipiell an den Telltale Games erfreuen, werden ebenso auf ihre Kosten kommen. Es ist jedoch nicht verkehrt zuvor Life Is Strange zu spielen. Before The Storm ist, mit Blick auf die erste Episode, eine tiefgreifende Ergänzung zu Life Is Strange und damit absolut zu empfehlen. Natürlich bleibt abzuwarten, ob das Niveau auch in den folgenden beiden Episoden gehalten werden kann.

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