Detroit: Become Human angespielt – Wenn Androide menschliche Gefühle entwickeln

2015 hat Sony erstmals auf einer Pressekonferenz die Entwicklung des Action-Adventures Detroit: Become Human angekündigt. Stand heute wird das Game in 2018 auf den Spielemarkt geworfen werden. In welchem Quartal dies geschehen soll, ist bisher noch offen. Auf der diesjährigen gamescom gab es für interessierte Spieler die Möglichkeit in das Game hinein zu schnuppern.

Die ersten Teaser und Trailer, die bereits zu Detroit: Become Human erschienen sind, haben bereits verraten, dass es mehrere Protagonisten geben wird, in deren Rolle die Spieler werden schlüpfen. Bei den bisher vorgestellten Figuren handelt es sich allesamt um Androide, also um menschliche Roboter. Diese sehen nicht nur täuschend echt aus, sondern scheinen mittlerweile auch so etwas wie menschliche Denkweisen und Emotionen entwickelt zu haben. So wird jeder der Charaktere durch eigene Motivationen getrieben. Nicht jeder scheint mehr damit einverstanden zu sein, einen Sklaven der Menschen spielen zu wollen. Dass es dadurch mittlerweile Androide gibt, die sich gegen den Menschen wenden oder aber andere Androide aus ihren Missständen befreien, scheint daher erst einmal die logische Konsequenz.

In der anspielbaren Demo der gamescom hat der Spieler es mit Connor zu tun, einem fortschrittlichen Polizei Androiden. Er wird zu einem Einsatz gerufen, bei dem ein anderer Android durchgedreht ist, wild um sich schießt und nun die Tochter einer Familie als Geisel genommen hat. Am Zielort angekommen wird er recht deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Rettung der Geisel die oberste Priorität hat und es ein Wettlauf gegen die Zeit ist. Der böswillige Android steht samt dem Mädchen am Rande des Hochhausdaches.

Mit Connor kann der Spieler nun die Szene untersuchen. Connor kann Tatvorgänge rekonstruieren, indem er Beweisstücke und die Umgebung analysiert. Der Androide ist zudem in der Lage, vor dem geistigen Auge die Zeit zurückzudrehen und so ganze Abläufe des Geschehens vor sich zu visualisieren. Werden alle Hinweise gefunden und richtig zusammen gesetzt, steigt so die Chance an, die Mission erfolgreich abzuschließen. Bevor der Spieler die Terrassae betreten sollte, sollte er erst einmal alle Spots der Wohnung unter die Lupe nehmen, um ein umfassendes Bild zu erhalten und möglicherweise auch die Motivation des Täters nachvollziehen zu können.

In der Mission reicht es allerdings nicht aus ein Meisterdetektiv zu sein. Ebenso kommt es auf die Zeit an, die der Spieler für das Finden der Hinweise braucht. Vielmehr ist aber auch von Bedeutung, welche Optionen er im darauffolgenden Dialog mit dem Täter wählt. So kann Connor aggressiv oder mitfühlend agieren, ehrlich mit dem Täter sein oder ihn belügen, um das Mädchen zu befreien. Mit jeder gewählten Gesprächsoption gibt das Game dem Spieler eine Rückmeldung, wie hoch die aktuelle Erfolgschance gerade ist.

Die Demo auf der gamescom zeigt eindrucksvoll, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, wie diese eine Mission ausgehen kann. Im Idealfall rettet Connor das Mädchen und bleibt dabei selbst unverletzt. Es kann aber auch passieren, dass Connor bei dieser Mission stirbt. In diesem Fall gibt es dann jedoch keinen Game Over Bildschirm. Der Spieler hat schließlich noch weitere Charaktere, mit denen das Game fortgesetzt werden kann. Ebenso kann es passieren, dass Connor den Täter nicht beschwichtigen kann und das Mädchen ebenfalls stirbt. Der Auftrag gilt dann als gescheitert.

Die Steuerung des Third-Person-Thrillers hat sich während der Demo nicht wirklich rund angefühlt. An manchen Stellen hat sie ein wenig hakelig gewirkt und es fehlte die Präzision, mit der sich Connor durch das Apartment bewegt hat. So ist es dazu gekommen, dass der Polizist mehrfach an einem Hinweis nah vorbeilaufen musste, ehe der Spieler damit anständig interagieren konnte. Die Kameraführung ist dabei auch gewöhnungsbedürftig gewesen. Allgemein wird es vermutlich im fertigen etwas an Zeit kosten, bis sich die Spieler mit der Steuerung des Games angefreundet haben. Im Bezug auf die Atmosphäre weiß Detroit: Become Human dagegen schon sehr zu überzeugen. Ein futuristisches Detroit untermalt mit einem starkem Soundtrack werden definitiv eine gute Grundlage für ein heiß erwartetes Videospiel legen.

Die Demo auf der gamescom hat Einblick in das Leben einer der Charaktere geliefert. Es wird spannend zu sehen sein, wie im fertigen Spiel schließlich alle Protagonisten zusammen finden werden. Falls dies überhaupt der Fall sein wird. Das Setting wirkt nicht abgenutzt, sondern macht neugierig auf mehr. Auf den ersten Blick scheinen dem Spieler unzählige Möglichkeiten offen zu liegen, abhängig davon, welche Entscheidungen im Verlauf getroffen werden. Es bleibt sicherlich abzuwarten, ob dies auch zu vielfältigen Enden führen wird oder ob nicht doch am Ende alle Fäden in einem Ende zusammen laufen. Ein Problem, mit dem andere Games, die derart viel Spielraum gewähren, durchaus zu kämpfen haben. Sollte Detroit: Become Human eine glaubwürdige und abwechslungsreiche Handlung bieten, so dürfte es sicherlich eines der Top-Titel für das Jahr 2018 werden.

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