Nevermind lädt zu einem wilden Psychotrip auf der Xbox One ein

Wie es in der Psyche eines Menschen aussieht, dazu hat vor allem ein Spiel bislang auf verspielte Weise den Ton angegeben: Psychonauts. In Nevermind wird nun das Konzept der Reise in die Psyche labiler Personen in ein etwas realistischeres Setting gehoben. Als Psychotherapeut wagt der Spieler sich in die Psyche seiner Patienten und versucht, tief verborgene Traumata zu beheben.

Nevermind ist im Grunde genommen ein klassisches Adventure-Spiel mit fünf einzelnen, voneinander unabhängigen Geschichten, die jeweils eine knappe Stunde Spielzeit zu bieten haben. Von seiner unbelebten Klinik aus springt man als Psychotherapeut in einem beeindruckenden Gerät in die Psyche seiner Klienten. Zunächst wird in einer kurzen Therapiesitzung vom Patienten selbst die vermutete Ursache für das Trauma durchgesprochen. Anschließend wird man selbst in die Psyche geworfen und muss die Erinnerungen des Patienten nach den tatsächlichen Gründen für das Trauma durchforsten.

Ziel eines jeden Levels ist es, zehn Fotos zu finden, die jeweils szenische Erinnerungen des Patienten repräsentieren. Allerdings sind nur fünf Erinnerungen je Patient reale Erinnerungen, die tatsächlich mit dem Trauma zusammenhängen, wohingegen die anderen fünf Erinnerungen entweder komplett falsche Erinnerungen sind, die nur der Maskierung der tatsächlichen Erinnerungen diesen, oder aber schlicht keine Rolle in dem psychischen Zustand spielen. Hat man alle Erinnerungen gesammelt, muss man die fünf korrekten Erinnerungen herausfinden und in die korrekte chronologische Reihenfolge bringen.

Um die Erinnerungen zu erlangen, muss man sich durch sehr stimmungsvoll-schaurige Szenerien bewegen, die die Erinnerungen plastisch wiedergeben sollen. Den Entwicklern ist es gelungen, verschiedenen Emotionen wie das Gefühl der Verlorenheit, den Grauen durch Gewalt oder die Angst vor Fehlern gelungen in Szene zu setzen. Leider ist die Performance des Spiels allerdings bisweilen äußerst fragwürdig und die Framerate bricht stellenweise in extremem Maße ein. Spieler mit Motion Sickness dürften hierdurch und durch die sowieso bereits teilweise desorientierende Darstellung Schwierigkeiten mit dem Spiel haben.

Neben der reinen Fortbewegung durch die düsteren Szenarien bietet das Spiel in jeder Erinnerung auch eine kleine Auswahl an Rätseln, die es bisweilen echt in sich haben. Manche Rätsel sind zwar eher trivialer Natur, manchmal sind die Rätsel aber nur mit einem sehr wachen Auge plausibel lösbar. Allerdings sind die Rätsel durchweg logisch, so dass man keine Sorge haben muss, vor unlösbare Aufgaben gestellt zu werden.

Nevermind ist ein ungewöhnliches und atmosphärisch sehr packendes Spiel, das allerdings spielerisch recht dünn aufgestellt ist und dem es an einer Gesamtstruktur mangelt. Nichtdestotrotz, wer an dem Szenario Gefallen findet, wird mit Nevermind gut unterhalten werden.

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