Hunter’s Legacy verbindet Jump & Run und Metroidvania

Metroidvania-Spiele, das heißt Action-Adventures, in denen neue Spielabschnitte nur mithilfe neuer Fähigkeiten erreicht werden können, sind in der Indiesezene seit einiger Zeit ein beliebtes Genre. Hunter’s Legacy versucht nun, dieses Genre mit dem Jump & Run zu paaren – nicht unähnlich Microsofts eigenem Ori and the Blind Forest. Ob die Kombination in Hunter’s Legacy gelungen ist erfahrt ihr im Test.

Auf den ersten Blick wirkt Hunter’s Legacy schlicht wie ein einfaches 2D Jump & Run. Man bewegt seinen Charakter, eine Katze, die im Schwertkampf geübt ist, durch zweidimensionale Level, hüpft über allerlei sich bewegende oder statische Plattformen und kämpft mit kleinerem und größerem Getier. Die Sprungmechanik ist solide, wenngleich ein klein wenig mehr Atheletik dem Spiel durchaus gut getan hätte. Die Kämpfe hingegen sind – abgesehen von Endgegnerkämpfen – eher nervig und gerade der Nahkampf, der zu Beginn klar im Fokus steht, ist recht fummelig, ohne dabei wirklich Spaß zu machen.

Nach kurzer Zeit öffnet das Spiel sich ein wenig und man merkt, dass bereits das erste Level voller alternativer Pfade und versteckter Geheimnisse steckt. In den Levels finden sich neue Fähigkeiten und eine Menge wertvoller Ressourcen, die man in der Hub-Stadt gegen Statusverbesserungen, beispielsweise zusätzliche Lebensenergie, eintauschen kann. Auffällig ist allerdings, dass Hunter’s Legacy im Vergleich zu anderen Metroidvania-Spielen die schnelle Reise zwischen verschiedenen einmal erreichten Punkten in der Spielwelt nicht eben in den Vordergrund stellt. Das vor allem dann ärgerlich, wenn man das Gefühl gewinnt, dass man ohne weitere Upgrades eine Stelle nicht erfolgreich abschließen kann, und in der Konsequenz das ganze Level zurücklaufen muss, um in der Hub-Stadt neue Upgrades zu erstehen.

Das Leveldesign ist in einem Metroidvania-Spiel wohl noch mehr als in den meisten anderen Genres der zentrale Faktor, der ein gutes Spiel ausmacht. Tatsächlich ist viel Sorgfalt in das Leveldesign geflossen und die Fähigkeiten, die man im Spiel erwirbt, werden in einer gelungenen schwieriger werdenden Abfolge auf die Probe gestellt, Geheimnisse auf interessante Weise in den Levels verteilt. Allerdings ist Hunter’s Legacy seinem offensichtlichen Konkurrenten Ori signifikant unterlegen, was die Komplexität und Abwechslungsreichtum des Leveldesigns anbelangt. Im Gegenzug kommen aber reine Jump & Run-Fans ein wenig mehr auf ihre Kosten.

Hunter’s Legacy ist ein gelungenes Jump & Run mit nicht-linearer Levelstruktur, das allerdings in dieser speziellen Konstellation leider sehr deutlich nur zweite Wahl bleibt. Das Upgrade-System passt nicht sonderlich gut zur Spielstruktur und das Leveldesign ist nicht kompakt genug um die schnelle Reise durch die Spielwelt zu gewährleisten, was gerade bei einem Genre, das traditionell gelegentliche Rückwege verlangt, ein echtes Problem ist. Insgesamt macht Hunter’s Legacy aber dennoch eine Menge Spaß.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.