Dead Effect 2: Vom Handy-Shooter zum Xbox-Titel

Handy-Spiele stehen im Ruf, vorrangig mit sehr simplen Spielkonzepten zu punkten und klassische Konsolen-Genres eher unangetastet zu lassen. Doch der eine oder andere Handy-Entwickler versucht durchaus, mit auf Handys angepassten Designs Konsolengenres wie Ego-Shooter auch auf dem Mobiltelefon zum Erfolg zu führen. Dead Effect ist in dieser Hinsicht der Shooter-Vorreiter. Mit dem zweiten Teil Dead Effect 2 wird nun auch der Weg zurück auf die Konsole beschritten. Ob Dead Effect 2 als Xbox One Download-Titel mithalten kann?

Dead Effect 2 ist ein missionsbasierter Ego-Shooter für Einzelspieler. Zu Beginn des Spiels sucht man sich einen von drei Charakteren aus und wagt sich auf eine Forschungsstation für ethisch nicht völlig lupenreine Versuche am Menschen. Unterstützt von einer KI versucht man, der Station zu entfliehen und muss sich unterwegs gegen zahlreiche gefährliche Versuchsergebnisse zur Wehr setzen. Insbesondere Zombies, die noch verdächtig menschenähnlich aussehen, werden sich in großen Mengen vor die Flinte des Spielers wagen.

Die einzelnen Missionen dauern etwa eine Viertelstunde und kombinieren Erkundungs- und Action-Aufgaben. Interessant ist, dass die Entwickler, anders als heutzutage auf Konsolen üblich, auf ein klassisches Lebensenergiesystem gesetzt haben. Das bedeutet, dass der Spieler eine feste Menge an Lebensenergie (und Munition) besitzt, die bei gegnerischen Treffern verringert wird und nur durch Heilgegenstände wieder aufgefüllt werden kann. Energieschilde und automatisch regenerierende Lebensenergie sucht man in Dead Effect 2 vergebens. Da das Spiel zudem weitgehend auf Zwischensequenzen und Hollywood-Effekte a là Uncharted verzichtet, macht das Spiel beinahe einen etwas klassischen Eindruck. Im Ergebnis sollte der Spieler in jedem Fall ein wenig vorsichtiger vorgehen als in modernen Shootern mit hoher Schlagrate.

Das Leveldesign in Dead Effect 2 ist zwar insgesamt recht linear, allerdings gibt es einige Stellen im Spiel, an denen man in einem etwas offeneren Areal mit verschiedenen Wegen einen Ort oder ein Objekt suchen muss. Hierbei kann man optional in vielen Fällen einen Marker anzeigen lassen, der einem den Weg zum Ziel weist, allerdings muss man hierzu bewusst einen Knopf bemühen. Die Schießereien sind in Vergleich zu sonstigen Konsolen-Shootern ein wenig langsamer, was wahrscheinlich der ursprünglichen Zielplattform geschuldet ist, ohne allerdings völlig trivialisiert zu werden.

Technisch ist Dead Effect 2 klar anzusehen, dass es von einem professionellen Studio entwickelt wurde, allerdings nicht mit einer aktuellen Konsole als Zielplattform. Die Qualität der verschiedenen Effekte, die sich verhältnismäßig einfach erhöhen lässt, ist merklich höher als die Texturauflösung oder die Komplexität der Spielgeometrie. Die englischsprachige Sprachausgabe ist hingegen auf gutem Niveau.

Insgesamt ist Dead Effect 2 ein gut designter Download-Shooter, dem man seine Wurzeln zwar ansehen kann und der es schwer hat gegen aktuelle Shooter-Größen auf der Konsole zu bestehen, aber durchaus in Anbetracht des Preises auch auf der Konsole überzeugen kann. Das Horror-Setting ist allerdings leider recht zahnlos und wird kaum einem Spieler das Fürchten lehren.

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