Boom Ball 2 bringt Breakout auf Kinect

Eine der ersten Erfolgsgeschichten des Videospiels war sicherlich Pong, das seinerseits Grundlage für die stärker auf Einzelspieler ausgelegte Variation Breakout war. In Breakout bewegt man einen Schläger am Bildschirmrand um einen Ball nach oben zu reflektieren und dort Blöcke zu zerstören. Breakout wiederum ist das offensichtliche Vorbild von Boom Ball 2 für Kinect.

In Boom Ball 2 dreht sich alles darum, mit einem Ball – oder zeitweise auch mehreren Bällen – eine vorgegebene Struktur aus Steinen zu zerstören. Der Kinect-Sensor dient hierbei als einziges Eingabegerät, wer also kein Kinect sein Eigen nennt, der wird mit Boom Ball 2 definitiv keine Freude haben. Zwei ungefähr runde Platten sind durchweg auf dem Bildschirm zu sehen und werden durch die linke und rechte Hand des Spielers gesteuert. Statt einen Ball wie in Breakout vom unteren zum oberen Bildschirmrand zu stoßen, spielt man in Boom Ball 2 in den Bildschirm hinein. Entsprechend ist es auch ein wenig schwieriger, abzuschätzen, wann der Ball wieder in Reichweite der Hände ist und zurückgespielt werden muss. Das wird besonders dadurch anspruchsvoller, dass man die Hand nicht nur an die richtige Stelle halten muss, sondern durch eine Schlagbewegung dem Ball eine Richtung und Fluggeschwindigkeit mit auf den Weg gibt. Hält man die Hand nur an die Stelle, an der der Ball auftrifft, bleibt er zwar im Spiel, fliegt aber lustlos wieder nach vorn und wird voraussichtlich nur wenig Schaden im Level anrichten.

Die Kinect-Steuerung war im Test leider ein wenig bockig, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich hier um eine Ungenauigkeit der Positionsabfrage oder eine intendierte Beschränkung der Bewegungsgeschwindigkeit im Spiel handelt. Man kann sich zwar auf jeden Fall an die etwas träge Steuerung gewöhnen, im Vergleich zur schnellen und präzisen Steuerung eine Breakout-Schlägers ist sie allerdings klar im Nachteil. Das Leveldesign beginnt recht simpel mit einer Hand voll Blöcken, die es mit einer vorgegebenen Zahl an Bällen zu zerstören gilt, relativ schnell werden die Level aber komplexer und neue Steinsorten, die mehrere Schläge benötigen, explodieren oder sogar unzerstörbar sind, kommen hinzu. Zudem muss man recht bald nicht mehr nur einzelne Konstellationen zerstören, um ein Level erfolgreich abzuschließen, sondern gleich eine ganze Sequenz von Steinkonstruktionen aufs Korn nehmen.

Um das Spiel auch längerfristig motivierend zu gestalten, haben die Entwickler jedes Level mit vier Missionen versehen. Die erste, das Level erfolgreich abzuschließen, wird man beim Levelabschluss notwendigerweise erfüllen, die anderen drei sind allerdings weniger simpel. So gibt es eine Silber- und eine Goldzeit zu schlagen, was besonders später im Spiel äußerst haarig werden kann, sowie eine Belohnung dafür, wenn man keinen einzigen Ball verschwendet hat, seinen Ball also über das gesamte Level hinweg im Spiel gehalten hat. Die Missionen sind verhältnismäßig schwierig und erfordern in jedem Fall eine Menge Übung.

Boom Ball 2 ist ein durchaus unterhaltsames Geschicklichkeitsspiel, das aber unter seiner trägen Steuerung ein wenig leidet. Mit etwas mehr Feinarbeit in dieser Hinsicht wäre ein zweifelsfrei empfehlenswerter Titel dabei herum gekommen, in seinem jetzigen Zustand ist Boom Ball 2 immernoch eine solide Wahl für Kinect-Besitzer, aber definitiv kein Pflichttitel.

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