Assassin’s Creed Origins auf der gamescom angespielt: Ein Ausflug ins alte Ägypten

Seit Assassin’s Creed 2 sind die Ableger der Spielereihe in jährlichem Abstand, zumindest für die jeweils aktuelle Konsolengeneration, erschienen. 2016 hat sich Ubisoft eine Auszeit genommen und keinen neuen Teil der Reihe veröffentlich. In diesem Jahr soll nun mit Assassin’s Creed Origins frischer Wind in das Franchise gebracht werden. Die Präsentation auf der E3 im Juni ließ bereits die Neuausrichtung der Serie erahnen. Auf der Gamescom in Köln bestand nun die Gelegenheit sich davon selbst ein Bild zu machen.

Nachdem Assassin’s Creed sich in den letzten Teilen immer weiter der Gegenwart angenähert hat, machen die Entwickler von Ubisoft jetzt einen großen Schritt zurück in die Vergangenheit, genauer gesagt nach Ägypten zu Zeiten des Ptolemäischen Reiches. Der Protagonist hört auf den Namen Bayek und ist ein sogenannter Medjay, ein Beschützer der Bevölkerung. Wie der Titel Origins bereits vermuten lässt, soll das neue Assassin’s Creed den Spieler an die Ursprünge der Meuchelmörder heranführen.

Nicht nur historisch gesehen wagt sich Ubisoft an ein anderes Zeitalter heran. Auch in Bezug auf das Spielerlebnis beschreitet man nun ein für das Franchise gänzlich neuen Weg. Im Hinblick auf Story, Spielmechanik und Kampfsystem wagen sich die Entwickler jetzt mehr auf das Gebiet des Rollenspiels. Es soll wesentlich mehr Nebenmissionen geben, die der Spieler erfüllen kann. Zudem gibt es eine große Anzahl an Waffen, die beim Händler gekauft oder in der Welt gesammelt werden können. Dabei gibt es nicht nur Standardwaffen sondern auch seltene Waffen. Wie auch zuvor in Assassin’s Creed Syndicate erhält Bayek für das Erledigen von Aufgaben sowie das Ausschalten von Gegnern Erfahrungspunkte, für die es beim Stufenaufstieg Fähigkeitenpunkte gibt. Diese können in verschiedene Skills investiert werden. So ließ sich bereits in der Demo erahnen, dass dem Spieler Freiheit gelassen wird, wie er eine Mission angehen möchte. Das kann dabei komplett lautlos und ohne Blutvergießen geschehen oder aber im offenen Zweikampf.

Das neue Kampfsystem ist für eingefleischte Assassin’s Creed Fans gewiss gewöhnungsbedürftig. Wer bereits Erfahrungen mit Dark Souls oder Bloodborne gemacht hat, hat eine ungefähre Vorstellung, in welche Richtung sich die neue Steuerung orientiert. Bisher wurde Assassin’s Creed unterstellt, dass es zu einfache Kämpfe bietet. Dies wird sich mit dem neusten Teil der Reihe definitiv ändern. Es gibt Hitboxen, die der Spieler treffen muss, um dem Gegner Schaden zuzufügen. Über die Schultertasten des Controllers können leichte und schwere Angriffe durchgeführt werden. Bayek kann Angriffe mit seinem Schild abblocken oder versuchen, den Gegner mit seinem Bogen ausschalten. Wird es brenzlich, kann sich der Medjay ebenfalls aus der Gefahrenzone rollen.

Wachen, die im Level deutlich höher sind, müssen häufiger getroffen werden, um sie zu besiegen. Dementsprechend ist ein Kopfschuss mit dem Bogen nicht zwingend tödlich. Gleiches gilt für einen heimlichen Angriff aus dem Hinterhalt oder von oben. Gleichzeitig teilen Gegner höheren Levels größeren Schaden aus. Zudem werden Gegner in der Gruppe unter Umständen zeitgleich angreifen und nicht mehr darauf warten, dass der Spieler sie nacheinander besiegt. Daher sollte man immer im Blick haben, mit wie vielen Gegnern man es tatsächlich zu tun hat. Hilfreich wird dabei mit Sicherheit Bayek’s gefiederte Begleiter sein. Mit dem Adler Senu können die Spieler die Umgebung erkunden sowie Geheimnisse auf der Karte freischalten. Ähnlich wie die Drohne in Watch Dogs 2 kann Senu Gegner markieren und bei entsprechendem Einsatz der Fähigkeitenpunkte den Feind auch attackieren.

Neben dem Einblick in das Kampfsystem konnten die Spieler auf der Gamescom auch die Welt an sich erkunden. Dem Spieler bot sich die Möglichkeit eine Nebenmission zu erfüllen und sich im Rahmen der Demo frei durch die Stadt zu bewegen. Die Mini Map, die aus früheren Assassin’s Creed Teilen bekannt gewesen ist, ist in Origins verschwunden. Stattdessen gibt es nun ein Radar, dass dem Spieler Quests und interessante Orte in der Nähe anzeigt. Dieses Element erinnert stark an Rollenspiele wie Skyrim oder Fallout. Die Einwohner reagieren auf die Taten von Bayek und unterstützen ihn sogar auf ihre Weise, indem sie sich Wachen in den Weg stellen, es dem Medjay erlauben in der Menge unterzutauchen oder ihm aber ihr Ruderboot zur Verfügung stellen. Damit wird die Social Stealth Funktion abgeändert. War es früher fast beliebig möglich unterzutauchen, so ist dies jetzt situationsabhängig. Weiterhin kann der Assassine auch im Gras oder allseits bekannten Heuballen verschwinden. Loot und Schätze können in Assassin’s Creed Origins im Vorbeigehen eingesammelt werden.

Zusätzlich zu der anspielbaren Demo veröffentlichte Ubisoft im Rahmen der Gamescom noch weitere Teaser-Trailer, die einen Ausblick darauf geben, mit welchen historischen Persönlichkeiten Bayek in Kontakt kommen wird. Dazu werden auch Kleopatra VII sowie Gaius Julius Cäsar gehören. Auf welcher Seite des uralten Konflikts zwischen Assassinen und Templern diese Personen stehen werden, bleibt abzuwarten. Des Weiteren ließ die in Köln gezeigte Demo bereits erahnen, wie pompös und bildgewaltig Ägypten aussehen wird. Bayek scheint nicht nur Häuser empor klettern zu können, sondern auch Hügel im offenen Gelände. Wenn das fertige Spiel erscheint, wird man sehen, in wie weit die Welt wirklich so dynamisch belebt ist, wie Ubisoft es bereits angekündigt hat.

Assassin’s Creed Origins sieht vielversprechend aus und es bleibt zu hoffen, dass sich Ubisoft bei ihrem Vorhaben keinen Fehlstart zum Release leistet wie bei Unity vor drei Jahren. Ähnlich wie bei Assassin’s Creed IV Black Flag trauen sich die Entwickler eine Neuausrichtung des Franchises zu, wobei der Umbruch dieses Mal wesentlich gravierender ausfällt, da man sich zum Rollenspiel hin orientiert.

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