Mit Sonic Forces will Sega dem blauen Igel wieder zu altem Glanz verhelfen

Nachdem Sonic in den vergangenen Jahren ein wenig kürzer treten musste, ist er in diesem Jahr ein sehr geschäftiger Igel. Kürzlich erst hat Sonic Mania das Gameplay der Mega Drive-Klassiker wiederbelebt und viele langjährige Fans begeistert. Im November geht es bereits weiter und der nächste Hauptteil der Reihe Sonic Forces für Nintendo Switch, Xbox One und PlayStation 4 steht uns ins Haus. Auf der Gamescom konnten wir erstmals Hand an das Spiel legen und verraten euch, ob Sonic Forces auf einem guten Weg ist, an den Erfolg von Sonic Mania anzuknüpfen.

Sonic Forces bedient sich der aus Sonic Generations bekannten Spielmechaniken und bringt Classic Sonic mit strikt zweidimensionalen Leveldesigns und den modernen Sonic mit seinem Geschwindigkeitsrausch samt Boostfähigkeit zurück. Neu mit von der Partie ist Avatar, ein Charakter, der nach den eigenen Vorlieben konfiguriert werden kann und sowohl optisch, als auch in Hinblick auf seine Fähigkeiten verschiedene Ausgestaltungen ermöglicht. In der Gamescom-Demo konnten wir alle drei Spielstile anspielen.

Der Star des Spiels ist einmal mehr der moderne Sonic, dessen Spielmechanik mit den Erfahrungen von Sonic Generations noch ein wenig verfeinert wurde. Die Steuerung wurde etwas flexibler gestaltet, so dass Sonic nun auch ohne Drift wesentlich engere Kurven nehmen kann. Die erhöhte Kontrolle über die Steuerung des blauen Igels verbessert das Spielgefühl in jedem Fall. Gleichzeitig haben die Entwickler sichergestellt, dass man nicht bei jeder Stickbewegungen in der Wand hängt, eine Gefahr, der man ursprünglich bei der Wahl des großen Wendekreises Sonics in Sonic Unleashed vorbeugen wollte.

Neben der Steuerung wurde auch das Boostsystem überarbeitet. Boostenergie erhält man nun durch das Besiegen von Gegnern und das Öffnen von Wispkapseln, Ringe spielen in Hinblick auf die Boostenergie keine Rolle mehr. Das Level, das auf der Gamescom spielbar war, ist sehr rasant designt, bietet aber auch einige gelungene Hüpfpassagen. Sehr erfreulich ist, dass die Rankings wieder wesentlich strenger vergeben werden, so dass man nicht mehr quasi automatisch einen S-Rank erhält, wenn man das Level ohne zu sterben abschließt. Darüber hinaus profitiert besonders der moderne Sonic enorm von der erhöhten Bildrate. Auf Xbox One und PlayStation 4 läuft Sonic Forces nämlich mit flüssigen 60 Bildern in der Sekunde, was in den letzten Boost-Sonics leider keine Selbstverständlichkeit war. Das Geschwindigkeitsgefühl und die Spielbarkeit profitieren hiervon nicht unwesentlich.

Der klassische Sonic konnte nur in einem relativ schwierigen Endgegnerkampf ausprobiert werden, spielt sich aber unserem Eindruck nach ziemlich genau so wie zuletzt in Sonic Generations. Das bedeutet natürlich insbesondere, dass die Spielphysik aus Sonic Mania hier keine Verwendung findet, sondern die moderne Interpretation des klassischen Sonics durch rein zweidimensionale Level rennt. Ein wenig krude erscheint die Entscheidung, dass man nun bei jedem gegnerischen Treffer wieder alle Ringe verliert, aber nicht einmal die Möglichkeit hat, einige Ringe wieder einzusammeln. Nach jedem Treffer sind alle Ringe verloren und der nächste Treffer führt zwangsläufig zum Tod. Der Endgegner zeigt, dass da den Schwierigkeitsgrad stellenweise signifikant erhöht und gerade bei ungeübten Spielern für viel Frust sorgen kann. Hier wäre es wohl sinnvoll, sich an den etablierten Systemen zu orientieren.

Schließlich konnten wir auch erstmals die Kontrolle über Avatar übernehmen. Allerdings konnten wir Avatar nicht selbst gestalten, sondern waren af die Voreinstellung von Seiten des Sonic Teams angeiwesen. Avatar spielt sich relativ ähnlich wie der moderne Sonic ohne Boost und Homing Attack, bedient sich aber stark an dem Spieldesign von Sonic Colours. In dem Level gibt es nämlich an mehreren Stellen Wispkapseln zu finden, die Avatar mit speziellen Fähigkeiten ausstatten, die zeitlich begrenzt verwendet werden können. Sei es die Möglichkeit, sich sehr weit nach oben in die Luft zu katapultieren oder aber bestimmte Blöcke erscheinen zu lassen. In Anbetracht dessen, dass neue Spielstile in Sonic-Spielen oft ein Lottospiel darstellen, ist es auf jeden Fall erfreulich, dass die Entwickler sich an erprobten Ideen bedienen und so sicherstellen, dass es Spaß macht, Avatar zu steuern. Ein wenig hakelig erweisen sich allerdings 2D Sprungsequenzen, da diese die gleiche Spielphysik verwenden wie die 3D-Abschnitte, die hierfür aber nicht vernünftig optimiert ist. In der Konsequenz ist der Sprung immer ein wenig kürzer als man auf Grund der Sprungtrajektorie annehmen würde.

Sonic Forces hat insgesamt au der Gamescom einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Alle drei Spielstile wissen zu gefallen und das Leveldesign ist rasant, aber fordernd. Die etwas strengeren Ranking-Bedingungen sorgen dafür, dass Sonic Forces auch Langzeitfans zufrieden stellen dürfte, die von den allzu lockeren Vorgaben in Sonic Generations enttäuscht waren.

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