Talent Not Included stellt euch auf die Hüpfspielbühne

Spiele als Theatervorführung sind keine neue Idee und im Gegenteil gerade bei Jump & Runs offenbar ein häufig erdachtes Szenario. Schon auf dem NES war Super Mario Bros. 3 als Bühnenspiel dargestellt, Puppeteer auf der PlayStation 3 hat das Bühnenkonzept noch etwas weiter voran getrieben und nun möchte Talent Not Included die Bühne auch spielerisch voll in seine Spielerfahrung integrieren. Wir haben uns das charmant präsentierte Indie Jump & Run einmal angeschaut und verraten euch, was das Spiel zu bieten hat.

In Talent Not Included dreht sich alles um ein aus Langeweile geborenes Theaterstück. Im zugehörigen Casting müssen sich drei Protagonisten als Idealbesetzung beweisen und ein kritisches Publikum begeistern. Spielerisch bildet sich das in Form eines Jump & Runs ohne traditionelles Scrolling ab. Stattdessen hüpft man stets nur über einen Bildschirm umfassende Level, die das aktuelle Bühnenbild darstellen. Allerdings kommt Taltent Not Included mit einem besonderen Kniff daher, denn statt des gewohnten Seitwärtsscrollings, wird die Bühne im laufenden Level immer wieder umgebaut. Neue Plattformen und Sammelgegenstände kommen hinzu, neue Gegner nehmen den Spieler aufs Korn und neue Fallen warten darauf, dem Spieler den Garaus zu machen.

Die Bühnenwechsel finden in aller Regel statt, sobald der Spieler einen bestimmten Sammelgegenstand gesammelt hat, manche Szenen ändern sich aber auch einfach selbstständig nach einer gewissen Zeit. In jedem Fall ist dieser Wechsel zwischen verschiedenen Bühnenbildern sehr gelungen und führt zu einer recht hohen Spieldynamik, die Jump & Runs ohne Scrolling leider normalerweise abgeht. Allerdings muss man beim Szenenwechsel auf jeden Fall ein vorsichtiges Auge beweisen, denn die gerade noch sichere Position kann im nächsten Moment ein Stück Lebensenergie kosten.

Insgesamt sind die Plattformkonstellationen bisweilen ein wenig knifflig geraten, ohne aber einen gänzlich konsistenten Schwierigkeitsanstieg zu bieten, insofern wäre ein wenig mehr Finetuning hier durchaus angebracht gewesen. Eine gewisse Rolle spielt hierbei auch das recht kulante Sprungsystem, das es dem Spieler erlaubt, ein gutes Stück, nachdem er die Plattform verlassen hat, noch abzuspringen. Das würde das Spiel zunächst einmal erwartungsgemäß leichter machen, wird aber an einigen Stellen im Spiel sehr knapp abgefragt, was recht knapp bemessenes Timing bedingt.

Der Umfang des Spiels ist mit 45 Levels über drei verschiedene Charaktere ordentlich, zumal es zudem ein Punktesystem gibt, das den Spieler abhängig davon, wie viele Punkte er in dem Level sammelt, mit bis zu drei Masken belohnt. In dieser Hinsicht ist auffällig, dass absolut nicht nur wichtig ist, so viele Gegenstände wie möglich zu sammeln, sondern zusätzlich auf einen Punktemultiplikator geachtet werden muss, der jedes Mal, wenn man von einem Gegner oder Hindernis getroffen wird, zurückgesetzt wird.

Talent Not Included ist ein gutes 2D Jump & Run mit ungewöhnlicher Präsentation, die ihrerseits einen gehörigen Anteil an der Spielerfahrung und dem Leveldesign hat. Ein etwas unsteter Schwierigkeitsgrad und einige langweilige Levelabschnitte verhindern eine noch positivere Beurteilung, aber da Hüpfspielfreunde auf der Xbox One ohnehin keine allzu große Auswahl an guten Spielen haben, ist Talent Not Included allemal eine Empfehlung wert.

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