Skylar & Plus: Adventure on Clover Island tritt in die Fußstapfen von Jak & Daxter

Erst im vergangenen Monat hat Playtonic Games mit Yooka-Laylee eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Spielformel von Banjo-Kazooie noch lange nicht zum alten Eisen gehören sollte, da steht mit Skylar & Plux: Adventure on Clover Island bereits das nächste 3D-Hüpfspiel in den Startlöchern. Skylar & Plux orientiert sich allerdings mehr an den PlayStation 2 Hüpfern Jak und Ratchet.

In Skylar & Plux schlüpft man in die Rolle der agilen Katzendame Skylar und muss es nach einem Gedächtnisverlust mit den bösen Machenschaften des Widersachers CRT aufnehmen. CRT – wie der Name bereits vermuten lässt ein großer Röhrenfernseher – hat sich nämlich drei mächtige Kugeln, die Clover Island Sicherheit versprechen, unter den Nagel gerissen und so tritt Skylar zusammen mit dem einheimischen Vogeljungen Plux auf den Plan, um die Kugeln den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben.

Spielerisch ist Skylar & Plux sehr nah an den linearen Abschnitten von Jak & Daxter angelehnt. Einzig in Sachen Sammelgegenstände orientiert man sich mehr an Insomniacs Ansatz. Das bedeutet, dass es kleine Sammelgegenstände gibt, die ein wenig wie Federn aussehen, und in gigantischen Mengen in den Levels verstreut sind. Nicht nur, dass man hiervon nicht alle sammeln muss, die Federn können überdies bei erneutem Betreten des Levels erneut gesammelt werden, spielen also mehr die Rolle einer Währung, denn eines kleinen Levelziels. Die Federn haben im Grunde genommen zwei Funktionen, einerseits füllen sie die Lebensenergie von Skylar auf, andererseits muss man jeweils 100 Federn hergeben, wenn man einen der zahlreichen Käfige im Spiel öffnen möchte.

In den drei Levels und der Oberwelt des Spiels sind nämlich jeweils eine Hand voll – mindestens 10 – Käfige versteckt. Diese liegen meist leicht abseits des sonst vorrangig linearen Weges durch die Level. Jedes Mal wenn man einen Käfig öffnet, befreit man einen Inselbewohner. In der Oberwelt kann man sich dann, wenn man eine gewisse Zahl an Käfigen geöffnet hat, jeweils zur Belohnung eine Erweiterung der Lebensenergieleiste abholen. Die Käfige zu suchen wird durch die Hilferufe der Insassen erleichtert, einige Käfige sind aber durchaus gut versteckt. Ein wenig kurios ist allerdings, dass die Anzeige der Käfige eine Gesamtzahl an Käfigen suggeriert, die nicht in jedem Fall korrekt sein kann, denn im ersten Level haben wir im Test 19 von 18 Käfigen geöffnet, was Adam Ries sicherlich nicht eben erfreut hätte.

Das eigentliche Gameplay könnte am besten beschrieben werden mit Jak & Daxter mit Jetpack, denn die Grundsteuerung ist exakt die gleiche wie bei Jak & Daxter, nur, dass die Sprungsteuerung im Vergleich etwas angenehmer ist. Das bedeutet insbesondere, dass man neben einem einfachen Schlagangriff auch den Wirbelangriff von Crash und Jak verwenden kann, um sich Gegnern zu entledigen. Eine nette Sache ist allerdings, dass die Fähigkeiten von Skylar und Plux in jedem Level ein wenig erweitert werden. Erhält man im ersten Level ein Jetpack, mit dem man ein Stück schweben und einen Doppelsprung ausführen kann, haben die anderen zwei Level Fähigkeiten zu bieten, die ein wenig an Zelda-Items erinnern, das Spiel aber gekonnt bereichern.

Die Hüpfszenen im Spiel sind verhältnismäßig einfach geraten, so dass Jump & Run-Profis ein wenig unterfordert sein dürften. Die Kämpfe gegen Gegner werden durch deren Geschossen bisweilen ein wenig haariger, doch auch der Action-Anteil des Spiels ist von einem moderaten Schwierigkeitsgrad, zumal es ohnehin abseits des Endgegners nur eine Hand voll Gegnertypen gibt, die sich in allen drei Levels wiederholen. Interessant ist allerdings, dass die Entwickler ab dem zweiten Level damit begonnen haben, einige kleine Rätsel unterzubringen, die zunächst sehr leicht sind, später aber durchaus ein wenig Überlegung bedürfen. Einige Kistenschieberätsel später im Spiel erinnern gar ein wenig an klassische Zelda-Spiele, insbesondere die von Capcom.

Skylar & Plux macht eine Menge Spaß, ist aber mit einem Umfang von unter zwei Stunden außerordentlich kurz geraten. Hinzu kommt, dass das Leveldesign zwar ordentlich, aber nicht sonderlich prägnant ist und das Spiel in der Konsequenz wenig aufregend wirkt. Nichtsdestotrotz ist Skylar & Plux ein gutes Spiel und für Genre-Freunde eine klare Empfehlung wert. An Yooka-Laylee ragt der Titel nicht heran, wenn man Yooka-Laylee bereits abgeschlossen hat, ist es aber auf der Xbox One zweifelsohne erste Wahl.

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