Blackwood Crossing lässt euch den Verlust eures kleinen Bruders fühlen

Das Adventure-Genre ist seit jeher eines, das sich für Geschichtenerzählung absolut anbietet. In den vergangenen Jahren allerdings ist der Fokus auf Geschichtenerzählung so sehr verstärkt worden, dass sich mittlerweile ein eigenes Subgenre für die emotional starken, aber spielerisch ereignislosen Titel etabliert hat: Walking Simulator. Blackwood Crossing schlägt nun in ebendiese Kerbe und lässt euch in die Rolle eines Mädchens schlüpfen, das ihren kleinen Bruder verloren hat.

Blackwood Crossing beginnt in einem Zug, den die Protagonistin und ihr Bruder gemeinsam nutzen. Plötzlich ist der Bruder verschwunden und der Spieler muss ich auf machen, den Bruder wiederzufinden. Das Spiel wird aus der Ego-Perspektive gespielt, allerdings ist das Aussehen der Protagonistin dennoch erkennbar, nicht nur, weil sie sich im Spiel einige Male selbst begegnet, sondern auch, weil es immer wieder reflektierende Stellen gibt.

Die Steuerung ist leider alles andere als angenehm. Zunächst einmal stört gleich von Beginn an und bis zum Ende des Spiels die enorm niedrige Laufgeschwindigkeit, die die Protagonistin an den Tag legt. Besonders, wenn man kleine Rätsel lösen muss, kann es äußerst störend sein, dass man, wenn man eine Lösung ausprobieren möchte, bisweilen ca. 10 Sekunden herumlaufen muss, um den jeweiligen Zielort zu erreichen. Dieser Umstand wird dadurch verschärft, dass die Rätsel im Spiel zwar absolut anspruchslos sind, aber allzu oft darauf basieren, dass man irgendwelche mal mehr mal weniger gut versteckte Objekte in einem Raum anklicken muss.

In dieser Hinsicht muss man leider gleich den nächsten Schwachpunkt der Steuerung hervorheben. Blackwood Crossing wird aus der Ego-Perspektive gespielt und verwendet eine Dual Analog-Steuerung. Die Interaktion mit anderen Charakteren und mit Objekten ist von größter Wichtigkeit, allerdings muss man oft sehr genau einen bestimmten Teil eines Menschen oder Objekts anschauen, um die Interaktion angeboten zu bekommen. Die einzigen Punkte im Spiel, an denen wir im Test gehakt haben, sind genau dadurch begründet gewesen, dass wir ein Objekt nicht als interaktionsfähig angesehen haben, weil der benötigte Blickwinkel sehr spezifisch war.

Die Geschichte an sich wird auf recht abstrakte Weise erzählt, ist aber dadurch, dass die Entwickler sich genug Zeit nehmen, das emotionale Leid aller involvierten Charaktere darzustellen, dennoch gut verständlich. Die Klärung der Todesursache und der Einflüsse die sich die verschiedensten Personen im Umfeld des Jungen zuschreiben, werden gefühlvoll in Szene gesetzt und so gelingt es dem Spiel, den Spieler auf eine emotionale Reise mitzunehmen.

Blackwood Crossing ist ein sehr gefühlvolles Spiel, das mit einer interessant dargestellten – wenngleich inhaltlich nicht sonderlich anspruchsvollen – Geschichte punkten kann. Wenig begeistern kann hingegen die spielerische Seite, die im besten Fall nicht allzu nervig ist, aber nie für sich stehen kann.

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