Rime bietet eine traumhafte Atmosphäre, aber kann es auch spielerisch mithalten?

Noch vor Release der PlayStation 4 als Exklusiv-Titel angekündigt, hat Rime einen langen Weg hinter sich, bevor es jetzt auf Xbox One und PlayStation 4 erschienen ist. Nach vielen Monaten der Stille um den träumerisch anmutenden Titel wurde bekannt, dass Sony das Publishing-Abkommen aufgekündigt hat und Rime nun kein Exklusivtitel mehr war. Begleitet von Gerüchten um Qualitätsprobleme war diese Nachricht für viele ein Grund, die Vorfreude deutlich zu zügeln. Nun ist Rime endlich erhältlich und wir haben uns die Xbox One-Version einmal genauer angeschaut.

In Rime schlüpft man in die Rolle eines kleinen Jungen, der auf eine unbewohnte Insel gespült wird und einem Fuchs folgend allerlei Rätsel auf der Insel lösen muss. Zwischen den fünf Kapiteln des Spiels gibt es zudem kurze Zwischensequenzen, die einen Rahmen bilden und subtil erklären wollen, was der eigentliche Hintergrund von Rime ist. Das Thema des Spiels – das an dieser Stelle nicht verraten werden soll – ist auf berührende Weise umgesetzt, allerdings werden Spieler, die viele Indie-Spiele gespielt haben, möglicherweise eine gewisse Abnutzung bemerken, denn sehr ähnliche Motivationen waren auch bereits Grundlage vieler anderer kleiner Spiele.

Spielerisch ist Rime ein Action-Adventure, das aber komplett ohne Kämpfe auskommt. Das ist zunächst einmal ein interessantes Konzept, allerdings füllt das Spiel den Freiraum zwischen den Rätseln in der Konsequenz vor allem mit sehr langen Laufwegen. Die Laufwege sind zwar durchaus mit sehr ansehnlichen Umgebungsgrafiken und gelungenen Animationen versüßt, allerdings kann es schon ein wenig nervig sein, wenn zwischen zwei Stellen mit nennenswerter spielerischer Substanz mehr Leerlauf liegt, als die eigentlichen Rätsel an Zeit in Anspruch nehmen. Da Rime zudem nur knapp vier Stunden lang ist, kann man hieran bereits ablesen, dass die spielerische Substanz leider relativ dünn ist.

Was den Rätseln allerdings einen gewissen Charme verleiht, ist der vollständige Verzicht auf textuelle Erklärungen. Jedes Rätsel im Spiel muss durch Beobachten und Ausprobieren gelöst werden, die zugehörigen Bestandteile stets selbst identifiziert werden. Dass die Entwickler es dennoch geschafft haben, das Spiel ziemlich konsistent intuitiv zu gestalten, verdient definitiv ein Lob. Leider gibt es nur wenige Rätseltypen, die sich im Laufe des Spiels auf interessante Weise weiterentwickeln – und diejenigen, die sich im Laufe des Spiels weiterentwickeln, tun das strikt in der ersten Spielhälfte.

Zweifellos äußerst gelungen ist der optische Stil des Spiels, der recht stark an Zelda: The Wind Waker, aber auch ein wenig an Ico erinnert. Sowohl in der Gestaltung der Spielwelt, als auch derer Bewohner haben die Designer sehr gute Arbeit geleistet. Ebenfalls äußerst stimmig ist die akustische Seite des Spiels. Allerdings muss man an dieser Stelle auf jeden Fall auf die Fehleranfälligkeit von Rime hinweisen. Zunächst einmal ist die Framerate äußerst instabil und das Spiel ruckelt stellenweise so heftig, dass es trotz der geringen Spielgeschwindigkeit unangenehm wird. An zwei Stellen im Spiel mussten wir das Spiel sogar beenden und von vorn beginnen, weil ein Bug zu fehlerhaften Toden geführt hat, die ein Vorankommen unmöglich gemacht haben. Bei gerade einmal knapp vier Stunden Spielzeit ist das schon ein wenig peinlich.

Rime ist ein sehr atmosphärisches Spiel, das zwar spielerisch ein wenig dünn ist, Fans von  erlebnisorientierten Action-Adventures aber eine Menge Spaß verspricht. Der geringe Umfang und die technisch zweifelhafte Umsetzung sorgen allerdings dafür, dass Rime einen etwas unpolierten Eindruck hinterlässt.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.