Butcher betont: Der niedrigste Schwierigkeitsgrad stellt euch vor eine Herausforderung

In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre waren Shooter oft mit einem gewissen Gore-Flair versehen. Sei es Doom oder Hexen, statt Hollywood-Militär-Fieber herrschte eher die krude Monsterjagd mit literweise Blut vor. Butcher ist zwar ein 2D-Shooter, orientiert sich in Sachen Ästhetik aber ganz klar an Doom und Co.

In Butcher schlüpft man in die Rolle eines Androiden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die letzten noch lebenden Menschen zu töten. Eine Aufgabe von ohne Zweifel gewaltiger Wichtigkeit und so sollte diese kurze Einführung zur Motivation des Spielers auch bereits genügen, denn mehr Motivationskunst wird Butcher aus narrativer Sicht nicht aufwarten. Stattdessen steht ganz klar das schnelle Gameplay des Spiels im Mittelpunkt und das hat es, wie bereits die Schwierigkeitsauswahl zeigt, durchaus in sich.

In Butcher hat der Spieler die wahl zwischen zunächst vier Schwierigkeitsgraden – ein fünfter namens Impossible kann freigeschaltet werden. So kann man entweder im Casual-Modus spielen, oder aber aus Hard, Harder und The Hardest wählen. Schon Hard ist allerdings ein ziemlich knackiges Unterfangen; selbst im Casual-Modus ist der eine oder andere Tod alles andere als ausgeschlossen. In insgesamt fünf Arealen zu jeweils vier relativ kurzen Levels muss man eine Kombination aus Hüpf- und Schießeinlagen erledigen. Dabei ist auffällig, dass die Lebensenergie bei vielen Fehlern in rapider Geschwindigkeit sinkt, ein Tod ausgehend von maximaler Lebensenergie binnen weniger als einer Sekunde tritt häufiger ein, als man erwarten würde. Besonders wenn man von Plattformen eingeklemmt wird oder eine der vielen rotierenden Kreissägen im Spiel berührt, heißt es schnell „auf ein Neues“.

Ein kleines Stück weit weniger tödlich, aber dennoch sehr gefährlich sind die unzähligen Gegner in den Levels, die es zu besiegen gilt. Mit dem rechten Analogstick zielt man, mit RT schießt man auf alles, was sich im Spiel bewegt. Dabei sind ein Großteil der Plattformen durchlässig für Munition und so ist es dem Spieler möglich, seine Gegner nahezu jederzeit aufs Korn zu nehmen, solange eine klare Sichtlinie besteht. Das gilt jedoch beiderseitig, so dass man stets auch ein wachsames Auge auf herannahende Projektile haben muss. Gegner- und Waffenvielfalt wissen in Angesichts des recht geringen Umfangs von etwa einer Stunde zu überzeugen und sorgen für genügend Abwechslung im Spiel. Allerdings sollte man, um voll auf seine Kosten zu kommen, gewillt sein, das Spiel mehrfach, in steigenden Schwierigkeitsgraden, zu absolvieren. Achievements, die die Abschlusszeit und den gewählten Schwierigkeitsgrad beim Spielabschluss goutieren, sorgen für eine gewisse Motivation zur Wiederholung.

Butcher ist ein arcadiges, schnelles, aber auch äußerst gewalttätiges und anspruchsvolles Jump & Shoot-Spiel, das zwar recht trostlos aussieht, aber durchdacht design ist. Eine gewisse Grausamkeit ist dem Spiel sowohl spielerisch als auch in der Präsentation nicht abzusprechen, dem Spaß tut das aber keinen Abbruch.

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