Ultimate Marvel vs. Capcom 3: Wenn Chun-Li Deadpool stilvoll zerstört!

Wenn Comichelden gegen Videospielcharaktere antreten, kann das nur eines bedeuten. Es ist wieder einmal Zeit für Marvel vs. Capcom. Aber Moment, ein neuer Teil wurde doch gar nicht veröffentlicht. Stattdessen hat Capcom den letzten Teil der Reihe mit sämtlichen Inhalten neu aufgelegt und aufgehübscht nun endlich auch für die Xbox One veröffentlicht. Das Ganze heißt nun Ultimate Marvel vs. Capcom 3. Die PlayStation 4 Variante sowie die Version für den PC wurde bereits Ende letzten Jahres auf den Markt gebracht. Trotzdem ein Grund für uns, das Spiel für die Xbox One genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer Capcom kennt, verbindet eigentlich die Marke Street Fighter mit dem japanischen Unternehmen. Allerdings erfordert besagte Spielereihe eine gewisse Einarbeitungszeit bis alle Combos sitzen und man sich auf einem ansehnlichen Niveau packende Kämpfe liefern kann. Der Ansatz von Marvel vs. Capcom ist hingegen ein anderer. Der sofortige Spaß steht hier im Vordergrund. Jene Prämisse zeigt sich nicht nur bei der bunten Mischung aus Capcoms Videospielcharakteren und Comichelden, sondern auch bei der Handhabung. Natürlich gibt es zahlreiche Aktionen und Möglichkeiten, dem Gegner das Fressbrett so richtig zu vermöbeln, aber die Steuerung lässt sich von Anfängern leichter erlernen. Grundsätzlich gibt es drei Buttons für leichte, mittlere und schwere Angriffe, sowie einen Knopf für Spezialattacken. Dazu kommen selbstverständlich auch Combos und die dazugehörige Spielleiste. Wer mag, kann zudem eine vereinfachte Steuerungsoption wählen. Doch was die gesamte Marvel vs. Capcom Serie besonders macht, ist das Tag-System mit mehreren Figuren. Grundsätzlich treten immer nur einzelne Kämpfer gegeneinander an, aber mit einem Knopfdruck kann munter zwischen drei Helden, die im Vorfeld ausgewählt werden, gewechselt werden. So entsteht eine gewisse Spieltiefe, die taktische Manöver erlaubt, um beispielsweise einen besonders schwierigen Brocken aus dem Weg zu räumen. Das funktioniert naturgemäß mit bestimmten Charakteren besser als mit anderen. Die Wahl des richtigen Teams ist folglich entscheidend.

Insgesamt gibt es 50 Charaktere, die nur darauf warten, in den Ring zu steigen. Dabei reicht die Bandbreite von Chun-Li über Deadpool bis hin zu Iron Man oder Arthur aus Ghost’n Goblins. Für welche man sich nun entscheidet, hängt maßgeblich von den eigenen Vorlieben und der Fingerfertigkeit ab. Kann ich mit Held X oder Y besserumgehen? Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Als alter Street Fighter Veteran habe ich mich natürlich erst einmal auf die Charaktere dieser Marke gestürzt. Die Steuerung ist im Großen und Ganzen ähnlich zu früheren Street Fighter Titeln. Meine Einarbeitungszeit war dementsprechend sehr gering. Die gewohnten Combos gehen einfach von der Hand und im Nu fielen die Gegner wie die Fliegen. Lediglich mit der Kamera hatte ich meine Probleme. Bei zahlreichen Sprüngen und extrem bombastisch in Szene gesetzten Attacken, verschwindet ein Charakter durchaus mal von der Bildfläche. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Aber diese Designentscheidung passt zur spaßigen Ausrichtung des Spiels und tut dem Spielspaß keinen Abbruch.

Fragt sich nur, wie es mit der Langzeitmotivation aussieht. Bei 50 Charakteren gibt es eine Menge Endsequenzen zu erspielen und das erfordert Zeit. Zusätzlich gibt den „Helden gegen Herolde“-Modus. Dabei wird das eigentlich Gameplay mit ebenfalls freispielbaren Spielkarten aufgepeppt, die weitere Spezialaktionen ermöglichen. Unter anderem kann die Energieleiste verbessert werden und mehr. Auch hier gilt: Wie ihr euch ein Deck aus drei Karten erstellt, ist euch überlassen. Hauptsache man geht als Sieger vom Platz und kann entweder das Universum retten oder unterjochen, je nachdem für welche Seite ihr euch entscheidet. Außerdem darf natürlich ein Onlinemodus inklusive Ranglisten und Lobbies nicht fehlen. Leider gestaltet sich dieser auf Xbox One als suboptimal. Es dauert extrem lange, bis man mal einen Gegner in der Onlinewelt gefunden hat. Bei zahlreichen Testläufen habe ich nicht einmal einen Spielpartner gefunden, weder im gewerteten noch im ungewerteten Modus. Spielt überhaupt jemand Ultimate Marvel vs. Capcom 3 auf Microsofts Konsole? Dafür gibt es jede Menge Bonusmaterial zum Freispielen und das ist ja auch etwas. Technisch gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Ich habe während des Testens keine Ruckler erlebt, die das Gesamterlebnis trüben. Capcom und Entwickler Eighting haben dem Spiel eine Auflösung von 1080p verpasst und der Titel sieht nach sechs Jahren, dank der Frischzellenkur, immer noch gut aus.

Das vereinfachte Gameplay im Vergleich zu anderen Beat ‘em Ups mag nicht jedermanns Sache sein, aber man sollte sich darauf einlassen. Es macht eine Menge Spaß, einfach nach Lust und Laune auf die Gegner, egal ob menschlich oder vom Computer gesteuert, einzuprügeln. Zumal man dank der niedrigen Einstiegshürde auch Genreneulinge motivieren kann, eine Runde zu spielen. Lediglich die kaum vorhandene Community auf der Xbox One ist ein großer Kritikpunkt, denn Onlinegaming ist so kaum möglich. Wer will schon ellenlang auf Gegner warten? Dafür gibt es für Solospieler oder gemeinsam mit Freunden auf der Couch eine Menge zum Freispielen. Wer also auf seichte Prügelkost zum relativ günstigen Preis steht, ist bei Ultimate Marvel vs. Capcom 3 genau richtig.

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