Styx: Shards of Darkness – Schleichen in Reinform

Wer schleichen will, greift im Regelfall zu Spielen wie Splinter Cell, Metal Gear Solid oder Thief. Abseits der üblichen Verdächtigen gibt es jedoch noch weitere Spiele, die sich diesem Genre verschrieben haben, so auch unter anderem Styx – Shards of Darkness. Noch nie von gehört? Macht nichts. Es handelt sich quasi um den dritten Ableger eines Universums, dass Orcs und Goblins in den Mittelpunkt der Handlung rückt und ist ein Stealthgame in Reinform, so viel steht fest.

Die Geschichte ist schnell erklärt. Styx, der namensgebende Goblin, muss ergründen, warum sich die Dunkelelfen und Zwerge zu einem Bündnis zusammengeschlossen haben. Nebenbei haben es auch noch Menschen auf ihn abgesehen und so bleibt ihm nichts anderes übrig als in den Schatten der Städte und Gemeinden zu agieren und dabei möglichst unentdeckt zu bleiben. Hat man die anderen Spiele nicht gespielt oder kennt sich in der Welt von Styx nicht aus, fällt der Einstieg holprig aus, denn Entwickler Cyanide verzichtet weitgehend auf eine traditionelle narrative Einführung. Eine kurze Sequenz veranschaulicht die aktuelle Situation und schon ist der Spieler auf sich allein gestellt. Ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen.

Styx – Shards of Darkness ist, wie eingangs erwähnt, ein Stealthgame in Reinkultur. Wer sich mit dem Genre nicht auskennt, dem raten wir dringend, auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad anzufangen, denn sobald Styx von Wachen entdeckt wird, ist er im direkten Kampf hoffnungslos unterlegen. Seine Stärken liegen darin, nicht aufzufallen und leise zu sein. In anderen Spielen des Genres ist es zumindest möglich, kurz die grobe Kelle auszupacken und einen Mob von Gegnern zu erledigen. Hier nicht! Besonders nicht auf höheren Schwierigkeitsstufen. Genau das macht jedoch den Reiz des Spiels aus und die Programmierer haben stets darauf geachtet, dass es genügend Wege gibt, die zum Ziel führen. Man muss sie nur erkennen und das erfordert zu Beginn des Abenteuers eine gewisse Einarbeitungszeit. Es ist allerdings immer ein alternativer Pfad zu finden, sei es durch einen kleinen Tunnel, über den Köpfen der Gegner oder hinter ihrem Rücken entlang. Bei manchen Missionen besteht sogar die Möglichkeit, mittels geschickter Itemplatzierung Unmut unter den Beteiligten zu schüren, so dass diese sich selbst ausschalten.

Darauf aufbauend verfügt Styx über verschiedene Fähigkeiten, seine Widersacher abzulenken oder sie zu täuschen. Fackeln können gelöscht werden, Schränke und Truhen sind beliebte Verstecke und auch unter Tischen lassen sich Gegner abschütteln. Zudem besitzt der Goblin unterschiedliche Fertigkeiten, die sich im Spielverlauf weiter aufleveln lassen. Dann laufen beispielsweise Tötungen schneller ab, Schaden beim Sprung aus großer Höhe wird minimiert und noch mehr. Es handelt sich um einen klassischen Fertigkeitenbaum, den der Spieler nach eigenen Vorstellungen ausbauen darf. Besonders spaßig wird es, wenn Styx tödliche Fallen aufstellt oder seine Gegner mit einem Klon von sich verwirrt.  Dieser darf sogar von einem zweiten Spieler gesteuert werden, wenn man denn mal online jemanden trifft.

Man merkt dem Spieler leider ein wenig an, dass die Entwickler nicht über ein riesiges Budget verfügten. Hier und da hakt es bei der Steuerung und teilweise wirkt die Physikengine überzogen. Zudem gleiten manche Charaktere über den Boden als wäre er aus Eis. Abgesehen von diesen Unzulänglichkeiten und ein paar leeren Gebieten ist Styx – Shards of Darkness ein mehr als interessantes Stealthgame geworden. Endlich schlüpft man mal nicht in die Rolle eines Elitesoldaten. Zudem weiß das Leveldesign zu überzeugen, denn es führen immer mehrere Wege zum Ziel, so dass selbst bei der Wiederholung einzelner Missionen neue Situationen auftreten. Schade nur, dass sich online nur wenige Spieler tummeln, denn der Mehrspielermodus macht eine Menge Spaß, wenn beide Spieler eine Vorliebe fürs Schleichen haben. Stealthfans sollten sich das Spiel auf jeden Fall genauer ansehen.

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