Wieso sich alleine für The Legend of Zelda: Breath of the Wild der Kauf von Nintendos Switch lohnt

Was für eine Last! Nintendo weiß genau: The Legend of Zelda: Breath of the Wild muss einschlagen wie eine Bombe! Nicht nur, weil es quasi das einzige Zugpferd (und nicht einmal exklusiv) für die jüngst gestartete Nintendo Switch ist. Auch nicht alleine, weil die Entwicklungszeit gefühlt ewig lange dauerte und viele den Titel schon 2015 oder 2016 erwartet hatten. Sondern auch, weil der letzte Heimkonsolen-Ableger, Skyward Sword, die Fangemeinde spaltete. Es ist beeindruckend, wie leicht die Kyoter mit dieser Last umgehen. Und es ist noch beeindruckender, was für ein Spiel The Legend of Zelda: Breath of the Wild geworden ist. Ein Meisterwerk, ein Meilenstein – einfach eines der besten Spiele aller Zeiten!

Immer wieder wurde Nintendo vorgeworfen, dass sie jedes The Legend of Zelda quasi nur recyceln würden. Doch schon mit The Legend of Zelda: A Link between Worlds auf dem 3DS zeigten die Japaner frische Ansätze. Keine fest vorgeschriebenen Wege, in dem Handheld-Abenteuer konnte man die Reihenfolge der Dungeons selbst festlegen. Ansonsten bot der Titel allerdings typisches Zelda-Gameplay – was alles andere als verkehrt ist! In The Legend of Zelda: Breath of the Wild geht Nintendo aber mindestens noch drei Schritte weiter. Hier genießt ihr tatsächlich völlige Freiheiten. Nicht nur in der gigantischen Spielwelt selbst, in der ihr schon nach gut einer Stunde gehen könnt, wohin ihr wollt. Und zwar wortwörtlich. Da Link in seinem neuesten Abenteuer ein meisterhafter Kraxler ist, der an so gut wie jeder Oberfläche klettern kann, könnt ihr schon sehr früh im Spiel ganze Berge erklimmen – sofern eure Ausdauer mitspielt, dazu später mehr.

Aber auch spielerisch werden euch so viele Freiheiten gelassen, wie in kaum einen anderen Spiel. So geht ihr wahlweise frontal auf eure Feinde zu, schleicht um diese herum oder nutzt die zahlreichen Fähigkeiten und Gadgets, um kreativere Lösungen zu finden – auch dazu später noch mehr. Worauf wir an dieser Stelle hinauswollen: The Legend of Zelda: Breath of the Wild steckt euch in kein Korsett und gaukelt euch nicht nur eine offene Spielwelt vor. Klar, auch in einem The Witcher 3 konntet ihr euch frei bewegen. Trotzdem fühlt man sich bei The Legend of Zelda: Breath of the Wild nochmals ein ganzes Stückchen uneingeschränkter, befreiter an. Alleine eure spielerischen Fähigkeiten entscheiden, was ihr an welcher Stelle machen könnt. Und dieses Gefühl von Freiheit zu atmen, ist schon ein Erlebnis für sich!

Doch halt: Worum geht es eigentlich in The Legend of Zelda: Breath of the Wild? Nun, im Prinzip fährt Nintendo eine klassische Geschichte auf: Vor 100 Jahren wurde Hyrule einmal mehr von Ganon überrannt und an den Rand der Vernichtung gebracht. Link wurde damals schwer verletzt in einen heilsamen Schlaf versetzt, aus dem er nun erwacht – allerdings ohne Erinnerungen an das Geschehene. So erfährt er erst nach und nach, dass Prinzessin Zelda immer noch im Schloss Hyrule „gefangen“ ist und mit letzten Kräften Ganon daran hindert, endgültig zu siegen. Es liegt nun an Link, seiner Prinzessin einmal mehr zur Hilfe zu eilen. Was sich zugebenermaßen etwas abgedroschen liest, ist tatsächlich sehr spannend. Inszenatorisch hat Nintendo nämlich zwei Schippen gegenüber den Vorgängern drauf gelegt, alleine die (endlich!) vorhandene Sprachausgabe, mit Ausnahme von Link selbst, sorgt für eine nie dagewesene Immersion innerhalb der Reihe. Tolle Zwischensequenzen garnieren das Ganze, zudem entdeckt man überall in der Spielwelt Tagebücher etc., die noch mehr Hintergrundinfos liefern.

Doch zurück zum spielerischen Aspekt, der ja für die meisten Fans das Wichtigste ist. Wie schon beschrieben ist The Legend of Zelda: Breath of the Wild ein waschechtes Open-World-Spiele mit riesigen Freiheiten – und einer gigantischen Spielwelt, die sich noch dazu extrem abwechslungsreich erweist. Eisige Gletscher, heiße Wüstensande, saftige grüne Ebenen, steinige Gebirge – Hyrule bietet alles, was man sich wünscht. Und was es alles zu entdecken gibt! War zunächst die Angst groß, dass Hyrule zwar riesig, aber leer ist, können wir eine klare Entwarnung aussprechen. Überall gibt es alte Ruinen, verlassene Hütten, belebte Dörfer, finstere Höhlen oder Banditenlager zu finden. The Legend of Zelda: Breath of the Wild belohnt dabei Erkundung wie kaum ein anderes Spiel: Immer wieder findet man Schatzkisten, wertvolle Materialien, nützliche Waffen, verschiedene Tierarten und und und.

Natürlich kommt auch BotW nicht um Sammelkram herum, der aber noch nie so charmant verpackt war. So gestaltet sich beispielsweise die Suche nach den vielen Krog-Samen schon daher motivierend, da sie stets mit einem kleinen Rätsel versehen ist. An neue Quests zum Beispiel gelangt man nicht nur durch einfaches Ansprechen, manchmal lohnt es sich auch, NPCs aus einem Versteck zu belauschen. Das Besondere an The Legend of Zelda: Breath of the Wild: Nichts davon wird euch richtig erklärt, manche Dinge erfährt man zwar durch Gespräche mit diversen Personen, aber das Meiste müsst ihr euch selbst beibringen – was überaus spannend ist!

Das gilt auch für viele weitere spielerische Aspekte. Früh im Spiel erlangt Link den Shieka-Stein, quasi eine Art Tablet, das ihr mit Modulen füttert – zum Beispiel dem Bomben-Modul, um diese jederzeit herzustellen. Oder ihr friert Wasser zu Säulen ein. Mit dem Magnet-Modul könnt ihr Metall-Objekte bewegen und verschieben. Viele Dinge in der Spielwelt lassen sich mit den Modulen behandeln, was eine ungemeine Interaktivität zur Folge hat. Unterstützt wird das Ganze dadurch, dass sich The Legend of Zelda: Breath of the Wild in Teilen wie ein Survival-Abenteuer spielt. So gibt es zig Rohstoffe einzusammeln. Nahrungsmittel zum Beispiel kann Link an einer Kochstelle weiter verarbeiten, wodurch sie mehr Herzen regenerieren und sogar temporäre Effekte bescheren – zum Beispiel eine erhöhte Sprintgeschwindigkeit oder Kälteresistenz. Manche eisigen Gebiete zerren nämlich schnell an Links Gesundheit.

Zudem gibt es unzählige Waffen: Äste oder Knochen-Arme von Skelettkriegern lassen sich als Schwerter missbrauchen, Heugabeln als Speere. Es ist schier unglaublich, wie viele Gegenstände Nintendo interaktiv gestaltet hat. Allerdings: Waffen zerbrechen ziemlich schnell, was mitunter frustrierend sein kann, andererseits aber auch die taktische Komponente fördert. So solltet ihr immer genügend Waffen und Schilde mit euch führen, zumal es auch verschiedene Typen gibt. Ob ihr mit Speer, Axt, Schwert oder Bumerang kämpft, macht sich spielerisch stark bemerkbar. Auch Pfeil und Bogen dürfen nicht fehlen. Generell sind die Kämpfe in The Legend of Zelda: Breath of the Wild so gut wie nie in der Reihe: Weicht ihr feindlichen Angriffen rechtzeitig aus, könnt ihr zum Konter ansetzen. Ein gezielter Schild-Block verschafft euch ebenfalls mehr Zeit. Waffen lassen sich in Brand stecken, was mehr Schaden verursacht, aber auch leicht nach hinten losgehen kann. Das neueste Zelda ist so anspruchsvoll wie nie. Die zu Beginn recht maue Ausdauer-Anzeige lässt euch außerdem jede Tat überdenken. Und der Titel bietet einen netten Twist: Je mehr Gegner ihr besiegt, desto stärker kehren diese später zurück aufs Schlachtfeld…

All das wird noch weiter durch die realistische Physik gefördert. Feuer breitet sich korrekt mit dem Wind aus und erzeugt Aufwinde, die wir wiederrum nutzen können, um mit dem Parablatt weiter schweben zu können. Oder wir verbinden eine gefundene Ballon-Blase mit einer Bombe und schicken sie mittels Luftweg auf den Weg. Bei Regen rutscht ihr während einer Kletterpartie ab, Blitze können euch treffen, wenn ihr zu viel Metall am Körper tragt. Und selbst das Pferdezähmen ist deutlich anspruchsvoller als in vergleichbaren Spielen. Statt wie bei Far Cary: Primal oder auch Horizon: Zero Dawn nur eine Taste zu drücken, müsst ihr euer Reittierchen erst einmal fangen und anschließend Manieren beibringen – je nach Pferderasse zickt nämlich mal mehr, mal weniger rum, durch geschicktes Tätscheln und mit viel Ausdauer verstärkt man aber die Zuneigung, was anspruchsvoller, aber auch interaktiver und in seinem Ergebnis motivierender ist, als es sich hier liest.

Es sind genau solche Details, von denen The Legend of Zelda: Breath of the Wild eine ganze Fülle bietet, die den Titel unglaublich authentisch und abwechslungsreich machen. Ohne zu übertreiben: Hyrule ist der vermutlich beste offene Spielplatz bisher. Ein GTA 5 mag natürlich auch eine grandiose Spielwelt mit zig Details und vielen Möglichkeiten bieten, trotzdem fühlt man sich in Hyrule noch freier – wie ein richtiger Abenteuer eben. Toll sind auch die über 100 Schreine, die stets kleine Rätselhallen darstellen und ebenfalls viel Abwechslung bieten, aber nie mehr als fünf bis zehn Minuten Zeit beanspruchen. Doch keine Panik: Große Dungeons gibt es auch noch. Doch dazu verraten wir nichts…

Jaja, die liebe Technik. Wie schon Skyward Sword kommt auch The Legend of Zelda: Breath of the Wild in einem Cel-Shading-Look daher, der allerdings etwas „realistischer“ als der des Vorgängers ist. Natürlich hätten sich viele Fans endlich mal wieder einen „Erwachsenen-Look“ gewünscht, wir sind allerdings der Meinung, dass der Stil immer noch perfekt zur Reihe passt. Und ja, es gibt matschige Bodentexturen, gelegentliche Slowdowns und teilweise unfreiwillig lustige Animationen. Aber es gibt auch eine extreme Weitsicht, wunderschön designte Umgebungen und tolle Beleuchtungseffekte. Alles wirkt in sich stimmig, wie aus einem Guss. Da kann man über die eine oder andere technische Schwäche gerne hinweg sehen. Akustisch ist der Titel indes ein absolutes Brett. Der tatsächlich nur dezent auftretende Soundtrack verzückt mit tollen Musikkompositionen, darunter natürlich einige Abwandlungen bekannter Zelda-Klassiker. Und auch die neue, deutsche Sprachausgabe ist sehr gelungen. Sehr angenehm sind zudem die kurzen Ladezeiten, gerade im Vergleich zu einem The Witcher 3 oder auch Horizon: Zero Dawn.

Tja, was soll ich abschließend zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild noch sagen? Wer den Artikel bis hier gelesen hat, dürfte meine Begeisterung schon rausgelesen haben. Und Begeisterung ist noch milde ausgedrückt. Ich bin tatsächlich überwältigt. Überwältig von den Freiheiten, der Immersion, der Liebe in jedem Detail, der spielerischen Möglichkeiten und Abwechslung. Hier stimmt einfach alles. Es ist ein ganz anderes Zelda, aber trotzdem noch ein Zelda. Technische Macken hin oder her – das hier ist ein Meilenstein, der das Genre der Open-World-Spiele auf ein neues Level hebt.

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