Nintendo Switch angetestet und ausprobiert

Nintendo hat am 13. Januar die Switch enthüllt und näher vorgestellt, auch wenn das große Unternehmen noch einige Antworten schuldig blieb, wie beispielsweise Preise für die Onlinedienste. Nun hatten wir selbst die Gelegenheit, das Gerät einmal selbst unter die Lupe zu nehmen. Allerdings werden nicht zum hundertsten Mal die bekannten Fakten herunterbeten, sondern unsere ganz subjektiven Eindrücke schildern. Was auf den ersten Blick auffällt, ist die geringe Größe der Switch. Das Teil ist gerade einmal so groß wie das GamePad der Wii U und gefühlt sogar etwas leichter. Nimmt man die beiden Joy-Cons ab, dann hält man im Prinzip nur noch ein 720p-Display in der Hand, das wirklich einen guten Eindruck hinterlassen hat. Und da soll eine stärkere Leistung als aus der Vorgängerkonsole kommen? Dazu kommen wir später noch.

Hält man die Joy-Cons separat in die Hand, wird einem erst bewusst wie winzig die Controller sind. Zwar werden zwei direkt zum Start mitgeliefert, aber als vollwertiges Eingabegerät geeignet für längere Spielsessions würden wir die Dinger nicht bezeichnen. Dafür sind unsere Hände zu groß. Für den kurzfristigen Spaß mit Freunden, Autofahrten oder andere Veranstaltungen eignen sich die Joy-Cons dank der eingebauten Sensoren, des HD Rumble Features und der zahlreichen Knöpfe dennoch. Wer größere und komplexere Spiele zockt, greift ohnehin zum Joy Con Grip oder dem Pro Controller. Letzterer liegt übrigens formidabel in der Hand und erinnert dank der rutschfesten Oberfläche etwas an den Xbox One Controller.

Steckt das Gerät in der Docking-Station und man zockt mit dem Pro Controller, ist kein Unterschied zu anderen Konsolen zu merken. Selbstverständlich haben wir ausprobiert, wie sich die Switch im Handheld-Modus spielt. Die Wii U lässt grüßen. Lediglich die Platzierung des rechten Analogsticks scheint etwas ungünstig gelegen. Wir sind des Öfteren unbeabsichtigt an den Stick gekommen, wenn wir die vier Face-Buttons bedienen wollten. Wie sich das bei längeren Spielabenden auswirkt, lässt sich erst ab dem 3. März klären. Zu Hause wird jedoch der Pro oder Joy Con Grip die erste Wahl sein.

Was uns jedoch wirklich verblüfft hat, ist die Geschwindigkeit, mit der die Switch zwischen TV-Modus und Handheld wechselt. Einmal in die Station gesteckt erscheint mit minimaler Verzögerung das Bild auf dem Fernseher und umgekehrt. Damit ist wirklich nahtloses Spielen möglich. So können wir beispielsweise unterwegs eine Runde Splatoon 2 anfangen und direkt zu Hause auf dem TV weiterzocken. Oder wir wollen den letzten Gegner bei The Legend of Zelda – Breath of the Wild nicht mehr auf der Couch erledigen, sondern lieber im Bett. Nintendo gibt dem Spieler erstaunlich viele Möglichkeiten an die Hand, wo man gerne wie und wann spielen möchte. Allerdings hat das japanische Unternehmen noch viele Fragen, selbst nach dem Anspielen, offen gelassen. Wie genau läuft der Voice-Chat ab? Sind 2,5-6 Stunden Akkulaufzeit ausreichend? Wann kommen Streaming-Apps wie Amazon, Netflix und Co.? Spätestens zum Release wissen wir mehr.

Natürlich haben wir uns auch einige Spiele angeschaut. Für alle Produkte, die in den nächsten Wochen und Monaten für die Switch erscheinen, hat es leider nicht gereicht. Dazu waren es einfach zu viele und hexen können wir nicht, noch nicht.

The Legend of Zelda – Breath of the Wild

Die Demo entsprach in etwa dem bislang gezeigten Material des Hochplateaus und dem, was wir im vergangenen Sommer auf der Wii U spielen durften (Link). Allerdings konnte man nun den kompletten Anfang des Spiels erleben, oder zumindest das, was in 20 Minuten möglich ist. Spielerisch sind uns nahezu keine Unterschiede aufgefallen, es handelt sich schließlich um das gleiche Spiel. Lediglich die Weitsicht und die damit verbundenen Details sind größer und mehr. Zudem konnten wir bei einigen Kamerafahrten vereinzelt Ruckler erleben. Möglicherweise lag das jedoch an der Demo-Version.

Mario Kart 8 Deluxe

Mario Kart 8 Deluxe ist eine aufgebohrte Version des Originals für die Wii U. Neben allen Strecken und Download-Inhalten sind noch einige weitere Fahrer wie der Inkling-Junge aus Splatoon oder König Buu Huu, Knochentrocken und Bowser Jr. sowie Items hinzugekommen. Ähnlich wie in der GameCube-Version des Spiels können darüber hinaus nun zwei Items mitgeführt werden. Die größten Neuerungen stellen aber die Modi Ballonschlacht und Bob-omb-Wurf dar. Endlich verfügt der Fun-Racer über einen gescheiten Battle-Modus. Zudem wird nun in 1080p auf dem Fernseher gespielt. Bis auf den Einsatz zweier Items sind uns spielerisch jedoch kaum Unterschiede aufgefallen. Das heißt nichts Schlechtes, denn Mario Kart 8 war schon ein echtes Brett und die Deluxe-Variante wird dem in Nichts nachstehen. Dank des lokalen Mehrspielermodus‘ für bis zu acht Spieler sind sogar heiße Partys unterwegs und ohne Internetverbindung möglich.

1-2-Switch

Dieser Titel ist Nintendos Showcase-Produkt, um zu zeigen, was die Joy-Cons alles auf dem Kasten haben. Der neue Controller wurde mit Features wie HD-Rumble, IR-Kamera und diversen Bewegungssensoren ausgestattet. Gerade HD Rumble klingt in unseren Ohren eher wie ein schlechter Marketing-Scherz, aber wir wurden eines besseren belehrt. Gleich beim ersten Minispiel zeigte sich, wie viel Potenzial in den Controllern schlummert. Beim Kugelraten mussten wir herausfinden, wie viele Kugeln sich in einer kleinen Box befinden, die durch einen Teil des Joy-Cons symbolisiert wurde. Mit vorsichtigen Bewegungen haben wir das Teil geneigt und gekippt. Es fühlte sich unglaublich real an, eben als ob man wirklich eine Schachtel mit Kugeln in der Hand hielte. Verblüffend!

Selbst das kurios anmutende Melken einer Kuh wurde authentisch auf die Joy-Cons übertragen. Drücken, ziehen, unten drücken, loslassen und alles von vorn. So fühlt es sich an, wenn man die Milch aus der Zitze einer Kuh drückt und es ist leichter gesagt als getan. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelang es uns aber recht passabel. Den größten Spaß brachten aber die merkwürdigen Bewegungen und die lachenden Zuschauer. Es sieht einfach urkomisch aus, wenn erwachsene Menschen wie Deppen an einer virtuellen Zitze rumwurschteln. Viele Spiele benötigen nicht einmal einen Bildschirm. Die Joy-Cons reichen vollkommen aus. Sei es nun beim Pistolenduell oder Katanaschwertkampf. Das gesamte Gameplay wird durch die entsprechenden Gesten gelöst und funktioniert ähnlich gut wie beim Kugelraten oder Melken. Dass die Grafik bei 1-2-Switch eher zweitrangig ist, versteht sich von selbst.

Splatoon 2

Nintendos Überraschungshit aus dem Jahr 2015 bekommt auf der Switch einen Nachfolger. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert. Die Neuerungen liegen eher im Detail. So wirkt die Grafik um ein Vielfaches schärfer und kann mit neuen Effekten auftrumpfen. Das Gameplay ist bedingt durch das Fehlen des Wii U Gamepads etwas anders, zumindest in der Preview-Version. Direkt auf den Bildschirm zu tippen, um zu ausgewählten Teamkollegen zu springen, funktioniert jetzt per Knopfdruck. Macht im Endeffekt aber kaum einen Unterschied. Die neuen Spezialfähigkeiten hingegen bringen mehr frischen Wind ins Spiel, wie zum Beispiel ein Raketenwerfer mit Zielsuchfunktion oder das Jetpack. Leider war nur der Standardmodus Turfwar verfügbar.

Snipperclips

Unser Überraschungs-Titel auf der Switch bislang. Das kleine Indie-Game verlangt euch eine Menge Gehirnschmalz und Kommunikationsfähigkeit ab. Zwei Spieler bekommen jeweils einen Joy-Con in die Hand gedrückt und steuern ganz klassisch mit Buttons und Analogstick ein Stück Papier mit Beinen und Armen. In jedem Level gilt es dann, in Teamarbeit Aufgaben zu lösen, wie etwa Luftballons zum Platzen zu bringen oder einen Bleistift anzuspitzen. Der Clou an der Sache ist, dass sich die Spieler gegenseitig in Formen schneiden müssen, um eine Speerspitze zu erschaffen oder einen Haken. Je nachdem, was gerade benötigt wird. Klingt eigentlich ganz simpel, ist es aber nicht, denn wenn man nicht miteinander kommuniziert oder wild drauf los schnippelt, wird es nichts. Dazu kommen noch Physikspielereien, die dieses Unterfangen zusätzlich erschweren. Ein herrlicher Spaß mit Anschreigarantie.

Ersteindruck

Die Switch ist anders und neu. Genau das macht den Reiz der Konsole aus. Außerdem wirkt das Produkt, abgesehen von den Joy Con Controllern, nicht unbedingt wie ein Gerät von Nintendo. Das Design ist erwachsen und elegant. Darüber hinaus machen die bislang gezeigten Spiele größtenteils guten Gebrauch der neuen Features, wobei uns besonders das HD Rumble beeindruckt hat. Allerdings muss Nintendo noch ein paar offene Fragen klären. Im Gesamten hat die Switch bei uns einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen und der 3. März kann nicht schnell genug kommen.

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. Monsen sagt:

    Mal endlich eine Meinung die nicht auf der Meinung „Hardware ist alles“ von Sony und XBOX Fanboys kommt, sondern einfach mal das Sagt worauf es bei einer Konsole an kommt. Ich Besitze selber PS4 und WiiU, ich bin eben der Meinung das die Switch schon etwas neuen Wind ein bringt. Frech von Nintendo finde ich aber, das ich für jedes Zahlen muss!! Der Standart Joycon-Controler hat kein USB-C Anschluss um die Dinger im Falle eines Falles Seperat zu Laden. Nein ich muss ein Halter für 30 Eus Kaufen oder gleich den Procontroller für 60 Euro Kaufen. Selbst Speicher ist nur Bedingt vorhanden was ich mit SD Karten bewältigen muss. Dennoch bin ich selber einer der sich die Switch vorbestellt hat. Zelda sowie Xenoblade sind allein schon Kaufgrund genug. Kommende Titel wie Mario oder Splatoon auch. Auch hoffe ich auf Metroid und FZERO.

  2. Isabell sagt:

    Huhu, ich war auch auf dem Event. Konnte man die Switch auch mal in die Hand nehmen, also ohne das Metallgestänge?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.