Slain Back From Hell wandelt auf den Spuren von Castlevania

Castlevania ist eine Marke, die bereits ohne einen Dimensionssprung von der zweiten in die dritte Dimension zwei sehr individuelle Spielstile geprägt hat. Zu Beginn handelte es sich um recht lineare Action-Spiele, später kam eine gehörige Portion Erkundung hinzu, die im Endeffekt eine ganze Gattung von Spielen, die Metroidvanias, geprägt hat. Daher ist es, bevor man Slain! Back From Hell als Castlevania-artiges Spiel bezeichnet, wichtig, zu erörtern welchen Typ Castlevania man meint: In diesem Fall den klassisch linearen-Stil.

In Slain Back From Hell schlüpft man in die Rolle eines kräftigen jungen Mannes mit einem mächtigen Schwert und kämpft sich in zahlreichen Gebieten durch zunehmend bedrohliche Gegner. In Hinblick auf die Bewegungsvielfalt ist Slain Back From Hell sehr eingeschränkt, denn an Grundfähigkeiten bringt der Held des Spiels nur einen einfachen Schwertschlag – in Abfolge wechselweise senk- und waagerecht – sowie einen starken Schwertschlag mit. Der starke Schwertschlag ist spielerisch recht ungewöhnlich gelöst, so kann man auf Knopfdruck seinen Schwertschlag aufladen, muss ihn dann aber auch zu einem spezifischen Zeitpunkt loslassen, sonst geht der Schlag ins leere. Diese Timing-Komponente wird in einigen Kämpfen sehr interessant eingesetzt.

Zusätzlich kann man gegnerische Angriffe – gleichfalls mit seinem Schwert – blocken, oder aber schnell zur Seite ausweichen. Schließlich gibt es auch noch magische Angriffe, die auf Kosten der Magieleiste des Charakters gehen. Spielerisch ist Slain Back From Hell vorrangig auf den Kampf ausgelegt, es gibt aber auch rudimentäre Rätsel und Jump & Run-Passagen. Während die Rätsel nicht wesentlich über das Sammeln eines Schlüssels oder das Aktivieren eines Schalters hin aus gehen, können die Hüpfsequenzen, besonders in Anbetracht der Gegner, die sich bisweilen auf der Zielplattform befinden,  schon anspruchsvoller sein.

Slain Back From Hell ist ein ziemlich anspruchsvolles Spiel. Obwohl die Bewegungsvielfalt eher eingeschränkt ist, haben die Entwickler ein großes Augenmerk auf knackige Endgegner und Kombinationen von Gegnern gelegt, die dem Spieler, wenn man nicht die richtige Lösungsstrategie kennt, in Windeseile die knappe Lebensenergieleiste leeren. Im Fall eines Todes muss man stets am letzten Speicherpunkt neu starten und verliert alle Spielfortschritte, die man seither erzielt hat. Dadurch, dass die Speicherpunkte in sehr angenehmen Intervallen in der Spielwelt zu finden sind, fällt der hohe Schwierigkeitsgrad allerdings nicht allzu sehr ins Gewicht und man kann sich ohne besonderen Stress auf das Finden der Lösung für eine jede Situation konzentrieren.

Slain Back From Hell ist insgesamt ein guter Castlevania-Klon, der allerdings leider ein wenig steif daher kommt. Ein Schwert ist schlichtweg keine so vielfältige Waffe wie die in Castlevania übliche Peitsche. Nichtsdestotrotz kann Slain durch den knackigen Schwierigkeitsgrad und die interessanten Gegnerdesigns überzeugen und dürfte Genre-Freunde gut unterhalten.

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