Super Mario Maker lädt Levelbauer nun auch auf den Nintendo 3DS ein

Im vergangenen Jahr konnte Super Mario Maker auf der Wii U der Heimkonsole noch einen letzten Schub verleihen und weltweit eine stattliche Zahl an Spielern und Levelbauern für sich begeistern. Mit einem Jahr Verzögerung bedenkt Nintendo nun auch die bedeutend größere Basis der Nintendo 3DS-Spieler mit dem Kreativtitel und hat bei der Gelegenheit auch gleich hundert (größtenteils) neue Level aus dem Hause Nintendo im Handgepäck. Lohnt sich der Kauf der Handheld-Fassung?

Der Start von Super Mario Maker für Nintendo 3DS nimmt außergewöhnlich viel Zeit in Anspruch. Beim Spielstart wird das Nutzerinterface des Betriebssystems des Nintendo 3DS teilweise ausgeschaltet, was zur Folge hat, dass beim Beenden der Software der ganze Nintendo 3DS neu gestartet werden muss. Zudem durchsucht das Spiel zu Beginn verhältnismäßig lange die SD Karte nach gespeicherten Spielinhalten. Selbst wenn man noch kein Level erstellt hat, dauert das bereits einige Sekunden, das Spiel warnt aber selbst, dass der Ladevorgang auch mehrere Minuten in Anspruch nehmen kann – abhängig von der Menge an Daten die von der SD-Karte geladen werden müssen.

Der Aufbau des Spiels ist wenig erstaunlich sehr ähnlich zur Wii U-Fassung. So wird einem gleich zu Beginn des Spiels ein zufällig generiertes Level präsentiert, das man spielen oder als Grundlage für eine eigene Kreation verwenden kann. Diese Level dienen natürlich nur der Inspiration und sind selbst nicht sonderlich ausgefuchst. Der Editor selbst kommt mit allen aus der Konsolenfassung bekannten Elementen – inklusive derer die erst später per Update nachgeliefert wurden – daher, allerdings sind diese nicht alle von Beginn an verfügbar. Stattdessen muss man sich die Levelelemente erst im Spiel verdienen. Hierzu muss man die 100 neuen Level, die das Spiel bietet, durchspielen.

Der Editor funktioniert wie auf der Wii U unmittelbar per Touchscreen und der Trade-Off zwischen einem kleineren Touchscreen, der die Bedienung potentiell ein wenig fummeliger macht und der Möglichkeit, unterwegs, beispielsweise in der Bahn, zu bauen, scheint auf den ersten Blick ein sinnvoller. Allerdings gibt es eine besondere, kaum verständliche Einschränkung: Man kann seine selbst gebauten Level nicht online an andere Spieler verteilen, sondern ausschließlich per Street Pass an lokale Mitspieler weitergeben. Das schränkt den Spaß an der Community des Spiels natürlich stark ein und sorgt dafür, dass Super Mario Maker auf dem Nintendo 3DS sich für Levelbauer eigentlich nur lohnt, wenn man Freunde hat, die ebenfalls Interesse an dem Spiel haben oder in einer Stadt wohnt, in der sehr viele Nintendo 3DS Besitzer Street Pass verwenden. Das ist natürlich sehr schade, denn Super Mario Makers Leveleditor ist äußerst gelungen und kombiniert eine große Flexibilität mit einfacher Bedienbarkeit. Dass man seine Level online nicht teilen kann ist eine ziemlich unverständliche Limitierung, die der 3DS-Version unnötig im Weg steht.

Allerdings hat Super Mario Maker ja nicht nur eine kreative, sondern auch eine spielerische Seite und in dieser Hinsicht bietet Super Mario Maker sogar mehr als die Wii U-Version. Auf dem Papier sind 100 Level zwar die gleiche Menge an Spielinhalt wie auf der Wii U, allerdings war ein Großteil der Level dort hauptsächlich dazu gedacht, dem Spieler zu zeigen, wie die verschiedenen Levelelemente funktionieren. Nicht so jedoch in der Nintendo 3DS-Fassung, deren Level ganz klar an Mario-Fans gerichtet sind, die neue Mario-Level spielen wollen. Zwar gibt es vereinzelte Level, die nur Neuauflagen bekannter Level wie des ersten Super Mario World Levels mit Yoshi sind, oder auch solche, die auf der Wii U bereits verfügbar waren, der Großteil der Level wurde aber gezielt für die Nintendo 3DS-Fassung entworfen und sind sehr lohnende Spielerfahrungen.

Besonders positiv aufgefallen ist die Einbindung optionaler Zusatzaufgaben. Jedes Level kommt nämlich mit zwei Zusatzmissionen daher, die man, je nach dem, wie leicht einem die Level fallen, erledigen kann, oder auch erst einmal auslassen kann. Im Speicherbot kann man nach Absolvieren eines Levels jedes einzelne Level auswählen und erneut versuchen, die Missionen zu erledigen. Medaillen zeigen an, ob man die einzelnen Missionen bereits gemeistert hat. Der Schwierigkeitsgrad der Missionen variiert ein wenig, ist aber bisweilen erstaunlich hoch. Besonders die zweite Mission, die solange verborgen bleibt, bis man die erste Mission erledigt hat, oder durch Zufall die zweite Mission bereits abgeschlossen hat, ist oftmals ziemlich knackig. So kommen auch langjährige Mario-Fans in Sachen Schwierigkeitsgrad auf ihre Kosten.

Abseits der hundert neuen Nintendo-eigenen Level kann man sich ebenfalls an einigen Nutzer-generierten Levels versuchen, die mithilfe der Wii U-Version erstellt wurden. So kann man einerseits im 100-Mario-Modus zufällig zusammengestellte Reihen von Mario-Levels mit 100 Leben spielen, andererseits kann man von Nintendo ausgewählte Level einzeln spielen. Die Level-Auswahl ist allerdings dem Augenschein nach nicht an der Qualität der Level bemessen, sondern daran, ob die Level in der Nintendo 3DS-Version vernünftig funktionieren, denn technisch ist der Nintendo 3DS bedeutend schwächer als die Wii U und Level mit allzu hohem Gegneraufkommen würden auf dem Nintendo 3DS zu Framerate-Einbrüchen führen. In der Konsequenz kann man leider auch nicht selbst mit Hilfe von Levelcodes Level von Freunden mit der Wii U-Version gezielt herunterladen, man kann höchstens hoffen, in dem gigantischen Pool an Levels auf das richtige Level zu stoßen. Sonderlich erfolgsversprechend dürfte das allerdings nicht sein.

In der Konsequenz ist Super Mario Maker für den Nintendo 3DS leider eine etwas enttäuschende Erfahrung, da die Inhalte, die sich wirklich um den Leveleditor drehen, an einer schwachen Online-Anbindung scheitern. Wer gerne Level aus aller Welt gezielt spielen und seine eigenen Level mit anderen teilen möchte, wird weiterhin um die Wii U-Version nicht herum kommen. Das ist schade, denn ansonsten ist die Umsetzung des Spiels sehr gut gelungen – und kann in einer Gruppe von Freunden natürlich auch sehr gut funktionieren. Allerdings ist Super Mario Maker für den Nintendo 3DS aus einem anderen Grund für Mario-Fans dennoch ein Pflichttitel: Die hundert neuen Nintendo-eigenen Level sind sehr sorgfältig designt und machen eine Menge Spaß. Durch die Missionen kommen sie zudem mit einem flexiblen Schwierigkeitsgrad daher, der sie für jeden Spieler zugänglich machen sollte. Wer Super Mario Maker für den Nintendo 3DS also als Levelpack zu den vier Mario Stilen Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. mit Leveleditor-Dreingabe versteht, dürfte im Endeffekt zufrieden mit der Nintendo 3DS-Fassung des Spiels sein.

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