Claire: Extended Cut lässt euch in die schwere Jugend Claires blicken

Neben The Last Station, das im Test leider nicht begeistern konnte, buhlt auch Claire: The Extended Cut dieser Tage um die Aufmerksamkeit aller Spieler, die eine Vorliebe für apokalyptische Atmosphäre und ausgedehnte Laufübungen haben. Wir haben uns Claire: Extended Cut einmal genauer angeschaut und verraten euch, ob sich der Kauf des 2D-Horror-Spiels lohnt.

In Claire: Extended Cut spielt man die Rolle der namensgebenden Claire, die sich vorrangig durch das Krankenhaus bewegt, in dem ihre Mutter liegt. Leider ist das Krankenhaus nicht gerade ein sicherer Ort, denn alsbald findet sich Claire in einem menschenleeren, bedrückenden und bedrohlichen Umfeld wieder. Der Spieler muss im Claire nun durch das zweidimensional gestaltete Spiel bewegen und nach einem Ausweg suchen. Im Grunde genommen ist das Gameplay relativ simpel, denn der Spieler muss im Wesentlichen nur nach den richtigen Schlüsseln und Wegen in der Welt suchen. Allerdings gestaltet sich das bisweilen etwas unübersichtlich, denn wenngleich das Spiel komplett zweidimensional gestaltete ist, haben die Entwickler schon eine gewisse Vorstellung von der räumlichen Ausdehnung der einzelnen Räume und nach dem Durchschreiten einer Tür muss man sich bisweilen in die entgegengesetzte Richtung fortbewegen, was der Orientierung ein wenig im Weg stehen kann.

Interessant ist, dass Claire trotz Horrorthematik vollständig auf ein Kampfsystem verzichtet. Das soll aber nicht bedeutend, dass es keine Gefahren im Spiel gibt, denn Schattenkreaturen tauchen an verschiedenen Stellen im Spiel auf. Wenn der Hund, der Claire begleitet, sich anfängt nervös zu benehmen oder man gar einen Gegner erblickt, sollte man also bereit sein, um sein Leben zu rennen. Allerdings sind die meisten Gegner nicht sonderlich agil und überdies Claire ziemlich robust, so dass der intendierte Horroreffekt leider ein wenig ausbleibt. Wenngleich es stimmt, dass Horrorspiele bisweilen ein wenig darunter leiden, dass der Spielercharakter übermächtige Angriffsmöglichkeiten hat, ist es bei einem kampffreien Horrorspiel schwierig, eine Balance zu finden, den Spieler ernsthaft in bedrohliche Situationen zu bringen, ohne das Spiel auf der anderen Seite übermäßig frustrierend zu gestalten. Dieser Balance-Akt ist bei Claire leider nicht gelungen.

In Hinsicht auf die Präsentation wurde hingegen gute Arbeit geleistet. Claire ist düster gestaltet und kann mit bisweilen recht bedrückenden Flashbacks, sowie immer wieder auftauchenden verzerrten oder gruseligen Bildern für eine schaurige Atmosphäre sorgen. In dieser Hinsicht erinnert Claire stellenweise an Eternal Darkness, schafft es aber leider nicht, die gleiche Intensität der Erfahrung zu erzielen. Claire: Extended Cut ist sicherlich das bessere der beiden Horror-Erkundungsspiele in der aktuellen Welle an Indie-Spielen, ist aber dennoch insgesamt nur Fans des Genres zu empfehlen.

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