Sea of Thieves: Wir haben Rares Piraten-Abenteuer auf der gamescom angespielt

Nachdem der britische Traditionsentwickler im vergangenen Jahr mit dem Jubiläumstitel Rare Replay die Historie des Unternehmens gebührend gefeiert hat, steht Anfang kommenden Jahres nun die vollständige Rückkehr zum Controller-gebundenen Spielen bevor. Mit Sea of Thieves, einem reinen Online-Titel, verwirklicht Rare den lange gehegten Traum Gregg Mayles (Donkey Kong Country, Banjo-Kazooie, Viva Pinata) und lässt die Spieler in die Rolle eines Piraten schlüpfen und in Gruppen gemeinsam die Weltmeere unsicher machen. Auf der gamescom konnten wir erstmals die schwarze Flagge hissen und verraten euch, ob Sea of Thieves das Potential zum Hit hat.

Sea of Thieves ist im Grunde genommen für genau eine Gruppe von Spielern interessant: All solche, die sich schon immer einmal gewünscht haben, Teil einer Piratencrew zu sein. Die gamescom-Demo hat natürlich nur einen kurzen Einblick in ein auf viele, viele Stunden Spielzeit ausgelegten Share-World-Online-Spiels gegeben, es wird aber bereits hier und in der Präsentation von Executive Procuder Joe Nate klar, dass der Fokus hier nicht auf Mechanik, sondern auf Emotion liegt.

Das wird deutlich, wenn man sich einige der vorgestellten Interaktionsmöglichkeiten ansieht. So kann man auf Knopfdruck ein Musikinstrument hervorholen und sich als Musikant an Deck betätigen. Als Teilzeit-Alkoholiker bietet sich der besonders tiefe Grogbecher an, der dem Spieler ermöglicht, sich in einen wachsenden Zustand der Alkoholisierung zu trinken. Mit zunehmenden Alkoholpegel im digitalen Blut lässt die Sensorik und vor allem die Motorik immer stärker nach und die Steuerung wird zunehmend ungenau. Diese ausführlich demonstrierten Fähigkeiten haben eigentlich keinen Einfluss auf den Spielerfolg – respektive einen vorrangig negativen – doch sind sie den Entwicklern dennoch besonders wichtig, da sie es ermöglichen, sich besonders stark mit dem Piratenleben verbunden zu fühlen.

Sea of Thieves

Das Kerngameplay, wie es auf der Messe demonstiert wurde, stellt die kooperative Steuerung des Schiffs dar. So muss man manuell den Anker lichten oder senken, sowie die Segel ausrichten. Ein Spieler sollte den Ausguck bemannen, um einen guten Überblick über die See zu haben, wohingegen der – singuläre – Steuermann zwar die volle Kontrolle über die Bewegung des Schiffs hat, gleichzeitig aber mit einer äußerst eingeschränkten Sicht auf die Dinge zu tun hat. Kommunikation ist hier Pflicht und soll einen signifikanten Anteil an dem Unterhaltungswert des Spiels haben.

Kooperation ist vor allem auch in Seeschlachten unverzichtbar, denn es reicht nicht, sich an die Kanonen zu begeben und vor sich her zu schießen. Der Bewegungsradius der Kanonen ist gering, entsprechend muss das Schiff stets in Position gehalten werden, um seine Widersacher aufs Korn nehmen zu können. Zusätzlich muss man natürlich damit rechnen, Gegentreffer einzustecken. In diesem Fall kann es passieren, dass das Schiff leckt und einige Spieler sollten sich unter Deck begeben um die entstehenden Löcher so schnell wie möglich zu stopfen, sonst heißt es allzu schnell Land unter.

Sea of Thieves hat auf der gamescom einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Die Simulation des Piratenlebens scheint sehr ansprechend zu gelingen und den Entwicklern auch glaubhaft eine Herzensangelegenheit zu sein. Spieler, die ein festes Spielziel suchen und vor allem an der mechanischen Seite von Spielen Freude haben, dürften hingegen eher fehl am Platze sein. Nach momentanem Stand jedenfalls steht der soziale Faktor und das Rollenspiel hier jedenfalls klar im Vordergrund. Wer also schon immer mal ein Pirat sein wollte, der sollte die Augen offen halten.

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