Mirror’s Edge Catalyst: Wie schlägt sich das Game beim ersten Anspielen?

Mit Mirror’s Edge Catalyst bringt Electronic Arts in den nächsten Wochen einen Nachfolger zum ersten Free Running/Parkour Game aus der First-Person-Perspektive auf den Markt. 2008 war das noch eine kleine Sensation, denn vergleichbare Spiele dieser Art gab es nicht wirklich. Zuvor sah man diese akrobatischen Künste eher aus der dritten Person. Zusammen mit dem für damalige Verhältnisse außergewöhnlichen Grafikstil und dem ungewöhnlichen Gameplay haben die Entwickler bei Digital Illusions SE ein kleines Meisterwerk erschaffen. Leider war das Spiel nicht so erfolgreich wie erhofft und etwaige Sequel-Pläne verschwanden in der Schublade. Jetzt, acht Jahre später, ist es soweit. In einigen Wochen erscheint Mirror’s Edge Catalyst und wir haben vorab einen Blick auf das stylische Abenteuer geworfen.

Mirror’s Edge Catalyst ist den Entwicklern zufolge weder ein Sequel noch ein Reboot des ersten Spiels. Dennoch werden die Hintergründe von Hauptdarstellerin Faith Connors mehr beleuchtet also noch im Original. Wo sich das Spiel letztendlich einordnen lässt, erfahren wir wohl erst, wenn das fertige Produkt in den Regalen und Downloadstores zur Verfügung steht. Eines steht allerdings schon fest, die Entwickler haben sich von der alten Erzählstruktur verabschiedet. Animierte Sequenzen gibt es nicht mehr, stattdessen erzählen die Charaktere direkt im Spiel, was Sache ist; leider aber noch etwas hölzern. Darüber hinaus ist die eingeschränkte Umgebung Geschichte. Mirror’s Edge Catalyst hat eher einen Open-World-Ansatz, ohne jedoch eine wirklich komplett offene Welt zu bieten, denn Faith bewegt sich hauptsächlich über den Dächern der fiktiven Stadt Glass. Das ist jedoch nicht weiter tragisch, denn durch ihre Fähigkeiten gleicht kein Weg dem anderen. Was sich zum Klettern eignet, kann auch zum Klettern benutzt werden.

Wer den ersten Teil gespielt hat, wird sich sofort heimisch fühlen. Die Steuerung wirkt derart vertraut, dass man fast meinen könnte, es handele sich hierbei um das Original mit aufpolierter Grafik. Springen, Laufen, Greifen, alles geschieht prompt auf Knopfdruck. Nach ein wenig Einarbeitungszeit funktioniert auch das „Lesen“ der Umgebung. Welche Strukturen eignen sich zum Festhalten, wo ist ein Wallrun möglich und welche Lücken können mühelos übersprungen werden? Sobald diese Kommandos sitzen und man die Umgebung kennt, entsteht wie schon im Vorgänger ein gewisser Flow der Bewegungen. Es ist ein geschmeidiger Ablauf, wie wir über Dächer, Gerüste und mehr hinwegfegen. Bis man irgendwo einmal hängenbleibt, weil man sich eben doch verschätzt hat. Gerade bei Missionen mit einem Zeitlimit ist das ärgerlich. Nur Übung macht in diesem Fall den Meister.

Mirror’s Edge Catalyst

Ab und an stellen sich uns natürlich ein paar Gegner in den Weg. Hier zeigen sich die ersten Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger. Wir selbst können keine Waffen mehr in den Händen halten und unsere Gegner nur mit Nahkampfangriffen erledigen. Oftmals ist das aber gar nicht notwendig, denn sobald man sich im Flow befindet, wird der Fokus Modus aktiviert und Faith weicht automatisch Kugeln aus. Gleichzeitig lassen sich Attacken in diesen Bewegungsfluss einbauen, um Gegner quasi im Vorbeilaufen unschädlich zu machen. Eine deutliche Verbesserung, denn das Ballern in Mirror’s Edge war doch etwas mühsam. Allerdings müssen ein Großteil der Bewegungen erst freigeschaltet werden. In Catalyst verfügt Faith nämlich über ein Fortschrittssystem, welches sich in die Bereiche Kampf, Bewegung sowie Ausrüstung gliedert und den Spieler selbst entscheiden lässt.

Neue Mehrspielerkomponenten gibt es abseits der Haupt- und Nebenmissionen natürlich auch. Wie schon im Vorgänger handelt es sich dabei jedoch um einen asynchronen Modus, um seine Fähigkeiten zu vergleichen. Spieler sind nämlich in der Lage. selbst Routen zu legen und damit Kurse zu erschaffen, die andere Spieler möglichst schnell absolvieren müssen. Im Vorgänger gab es lediglich vom Entwickler erstellte Time Trials. Auf Ranglisten kann man dann sehen, wer welchen Kurs am schnellsten durchlaufen hat und wo man selbst im Vergleich liegt. Zudem dürfen Spieler Beat Location Emitters platzieren, was nichts anderes ist als Geocache in der virtuellen Welt von Mirror’s Edge Catalyst. Die Motivation nach diesen zu suchen, hält sich allerdings noch stark in Grenzen.

Mirror’s Edge Catalyst hat bei uns einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Die Steuerung funktioniert, der Grafikstil, der selbst nach acht Jahren noch unverbraucht wirkt, die Neuerungen am Kampfsystem, erlernbare Fähigkeiten sowie selbstkreierte Time Trials machen Lust auf mehr. Lediglich die noch etwas stumpfe Präsentation der Geschichte im Spiel und die Länge der Handlung bereiten uns noch einige Fragen. Trotzdem können wir es kaum noch abwarten, den Titel als fertige Version in den Händen zu halten. Der Flow, der sich beim Spielen einstellt, hat nichts von seinem Reiz verloren. Im Gegenteil, er treibt uns zu immer besseren Leistungen an, bis wir endlich den optimalen Weg gefunden haben.

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