Teslagrad ist ein Spielplatz für Magnet-Spielereien

Lang ist der Weg gewesen, von der Wii U über die PlayStation Systeme, bevor Teslagrad auf der Xbox One eingetroffen ist. Das Indie-Spiel, das sich auf den übrigen Systemen so großer Beliebtheit erfreut hat, dass es sogar einen Einzelhandels-Release spendiert bekommen hat, hat nun also erstmals die Gelegenheit, auch Microsoft-Kunden in seinen Bann zu ziehen.

In Teslagrad schlüpft man in die Rolle eines kleinen Jungen, der vor den königlichen Wachen der Stadt Teslagrad flieht und sich in verworrenen Katakomben wiederfindet, die zunächst äußerst linear abgelaufen werden müssen, später aber immer stärker öffnen und schließlich strukturell sogar ein wenig an Metroid erinnern. Teslagrad ist im Grunde genommen ein Rätsel-Jump & Run, das ein ähnliches Schlüssel-Prinzip wie das bereits angesprochene Metroid verwendet. Das heißt, dass man, nachdem man das Spiel gerade einmal mit den Grundfähigkeiten Laufen und Springen begonnen hat, immer weitere Objekte findet, die zusätzliche Fähigkeiten mit sich bringen. Dabei spielt das Thema des Magnetismus oft eine entscheidende Rolle.

Nach relativ kurzer Zeit findet man nämlich die wichtigste Fähigkeit des Spiels: Die Magnethandschuhe. Diese Handschuhe ermöglichen es dem Spieler, bestimmte Objekte in Levels magnetisch zu polarisieren und ermöglichen es dem Spieler so, sich Anziehung und Abstoßung zu Nutzen zu machen. Diese Effekte können auf verschieden Weise genutzt werden, um Hindernisse aus dem Weg zu schaffen, magnetisch aufgeladene Plattformen durch die Luft zu schleudern, oder auch – wenn man sich selbst mithilfe der Umgebung magnetisiert – an der Decke zu laufen. Die Leveldesigner haben sich eine Menge interessanter Ideen einfallen lassen und auf unterhaltsame Weise in das Spiel integriert. Der regelmäßige Fluss an neuen Fähigkeiten sorgt zudem dafür, dass die Abwechslung stets hoch gehalten wird und man am Ende des Spiels – das leider recht früh kommt – immer noch Lust auf mehr hat.

Teslagrad

Ein interessanter Aspekt von Teslagrad ist, dass man, anders als in sonstigen Metroid-artigen Hüpfspielen, keine unmittelbaren Angriffsmöglichkeiten besitzt. Im Spiel bleibt einem also in aller Regle nichts anders übrig, als den kleinen Gegnern auszuweichen, die sich dem Spieler in den Weg stellen. Das soll jedoch nicht heißen, dass man sich nicht auch gegen große Gegner im Kampf stellen muss. Allerdings sind diese Kämpfe durch Muskelkraft nicht zu gewinnen, der Spieler muss mithilfe seiner Fähigkeiten – die keine unmittelbaren Angriffe erlauben – die Verhaltensweisen des Gegners ausnutzen, so dass er sich selbst Schaden zufügt.

Ein sehr interessantes Konzept, das einerseits sicherstellt, dass der Spieler Köpfchen nicht durch Geschick ersetzen kann, andererseits auch zur Handlung des Spiels passt, die den Hauptcharakter als clever aber nicht allzu stark darstellt. Die Situation der Überwindung übermächtig erscheinender Gegner durch List wird also auch durch das Gameplay mitgetragen. Ein Wort sollte auch noch zur handgezeichneten 2D-Optik verloren werden, denn Teslagrad sieht wirklich klasse aus und läuft natürlich auch flüssig über den Bildschirm.

Teslagrad ist ein einfallsreiches, motivierendes und abwechslungsreiches Rätsel-Jump & Run, das obendrein auch in Sachen Präsentation zu überzeugen weiß. Einzig der geringe Umfang und der relativ scharf ansteigende Schwierigkeitsgrad sorgen für leichte Wermutstropfen. Insgesamt ist Teslagrad aber eines der besten Spiele auf dem Xbox Marktplatz und ist allen Spielern, die es nicht bereits auf einer Plattform ihr Eigen nennen, nur ans Herz zu legen.

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