TrackMania Turbo bietet perfekten Arcade-Rennspaß auf der PS4

Nahezu still und heimlich haben Nadeo und Ubisoft TrackMania Turbo für die Xbox One, PlayStation 4 und den PC veröffentlicht. Doch Moment einmal.: TrackMania Turbo? Gab es das Spiel nicht schon einmal? Richtig, bereits im Jahre 2010 erschien ein Ableger der beliebten Arcade-Racer-Reihe für den Nintendo DS. Der fand allerdings nur wenig Beachtung. Von daher dachte man sich wohl, dass ein „Neustart“ auf den großen Plattformen sechs Jahre später nicht schaden kann. Oder?

Nicht ganz fünf Jahre liegt mit TrackMania 2 der letzte große Serien-Ableger zurück. Es wurde also langsam aber sicher wieder Zeit für rasante Geschwindigkeitsrennen auf abgedrehten Pisten, garniert mit waghalsigen Stunts. Für TrackMania Turbo erfinden die Jungs und Mädels von Nadeo das Rad nicht gerade neu: Im Grunde bietet der Titel „nur“ mehr von allem. Aber was in diesem „allem“ alles so drin steckt, ist schon beachtlich.

Nach wie vor werden wir in den Rennen schnurstracks auf die Piste geschmissen. Von da an heißt es dann: Mach mal. Unser Ziel: Die Bestzeiten zu schlagen. Das mag für die Bronze- und Silber-Medaille vielleicht noch nicht allzu schwer sein, doch wer Gold will, muss sich schon richtig anstrengen. Das Fahrgefühl ist einmal mehr extrem arcade-lastig und verdammt schnell, mehr als auf das Gaspedal zu drücken und in den Kurven die Bremse für spektakuläre Drifts benutzen müsst ihr nicht – vom Lenken natürlich abgesehen. Hört sich langweilig an, ist es aber ganz und gar nicht. Das Leveldesign der 200 vorgegebenen Kurse (in der Kampagne) ist einmal mehr herausragend. Die meisten Kurse dauern kaum länger als eine Minute an. Per Tastendruck kann man ganz einfach einen Lauf neustarten oder sich zu einem Checkpoint zurückversetzen lassen. Es dauert daher nicht lange, da packt einen die Sucht: „Ein Kurs geht noch“ oder „Ach komm, Gold hole ich mir jetzt auch noch“ sind Sätze, die man während dem Spielen oft von sich geben wird.

TrackMania Turbo

Dank des üppigen Umfangs wird man zudem sehr, sehr lange bei der Stange gehalten. Die 200 Kurse aus der Solo-Kampagne haben wir bereits erwähnt, dazu gesellen sich noch die obligatorischen Community-Herausforderungen. Und von denen gibt es bereits unzählige. Wie gewohnt setzt Nadeo auf einen regen Community-Austausch. Es gibt viele verschiedene Ranglisten, Freundes-Herausforderungen und ein Rangsystem. Seine Fahrzeuge kann man nicht wie in anderen Rennspielen tunen, aber immerhin die Lackierungen anpassen. Davon gibt es ebenfalls reichlich, die meisten davon werden im Laufe der Kampagne freigeschaltet.

Wer keine Lust auf Online-Rennen hat, der lädt sich Freunde zu sich nach Hause ein. Denn gemeinsam auf einer Konsole daddeln, das macht bei TrackMania Turbo noch viel mehr Spaß, als alleine oder online. Nadeo hat nämlich „versteckte“ Spielmodi eingebaut. Durch die Eingabe spezieller Codes kann man noch mehr Abwechslung erzeugen. So gibt es beispielsweise Monoscreen-Rennen, wie man es von früher (zum Beispiel aus Micro Machines) noch kennt: Es gibt nur einen Bildausschnitt aus der Vogelperspektive. Das Ziel ist es, den anderen Spielern wegzufahren, sodass sie quasi aus dem Bildschirm fliegen. In Smasher baut man hingegen nur richtiges Tempo auf, wenn man auf die Turbo-Taste hämmert. Eine richtige Gaudi ist zudem der Koop-Modus. Hier übernehmen zwei Spieler gleichzeitig das Steuer über ein Fahrzeug. Nur wenn beide Spieler möglichst synchron agieren, kommen sie erfolgreich ans Ziel. Klingt merkwürdig, ist es auch, macht gleichzeitig aber auch sehr viel Laune. Und dann gibt es ja noch den gewohnt mächtigen Editor, mit dem man spielend einfach eigene Strecken designen und mit anderen Spielern teilen kann. Für unendlichen Nachschub ist demnach gesorgt.

Technisch darf man keine Wundertaten von TrackMania Turbo erwarten, spektakuläre Effekte oder speziell hochauflösende Texturen gibt es nun nicht gerade zu sehen. Während der rasanten Fahrten kann man aber ohnehin nicht besonders auf die Grafik achten. Abwechslung bieten die vier unterschiedlichen Umgebungen in jedem Falle. Zu den klassischen Canyon-, Stadium- und Valley-Kursen gesellt sich mit der Rollercoaster-Lagune ein neues Setting hinzu. Hier erwarten euch schwindelerregende Loopings in traumhaften Karibik-Ambiente. Sehr gut und vor allem sehr passend ist die musikalische Untermalung. Fetzige Techno- und House-Musik untermalt die schnellen Rennen perfekt, auch die Soundeffekte können sich hören lassen. Lustige Idee: Der Countdown zum Rennstart wird jedes Mal in einer anderen Sprache runtergezählt.

TrackMania Turbo

Insgesamt bleibt also festzuhalten: TrackMania Turbo ist perfekter Arcade-Rennspaß. Fans der Vorgänger werden ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen, wenngleich echte Neuerungen fehlen. Dafür bekommt man aber ein gewohnt umfangreiches Paket mit zahlreichen Community-Funktionen, mächtigem Editor und extrem unterhaltsamen Mehrspieler-Modi.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar