Albedo: Eyes from Outer Space stellt die Kombinationsgabe des Spielers im All auf die Probe

Albedo: Eyes from Outer Space

In Albedo: Eyes from Outer Space schlüpft man in die Rolle des Astronauten John T. Longley, der sich unvermittelt in einer Alien-Invasion wiederfindet. Fiese Außerirdische mit riesigen Augen – den namensgebenden Eyes from Outer Space – sind über die Jupiter, auf der John stationiert ist, hergefallen und unser Held muss nun versuchen, mit den Mitteln, die er auf seinem beschwerlichen Weg durch das Schiff findet, sich die gewalttätigen Eindringlinge vom Leib zu halten.

Albedo: Eyes from Outer Space mag im ersten Moment ein wenig wirken wie ein Ego-Shooter, tatsächlich wird man später auch ein wenig schießen müssen, doch im Kern handelt es sich, trotz der First Person-Perspektive und der Dual Stick-Steuerung, um ein ganz klassisches Adventure-Spiel. Das bedeutet, dass der Spieler vorrangig Gegenstände aus seiner Umgebung auflesen, kombinieren und zur Rätsellösung einsetzen muss. Die Rätsel in Albedo sind selbst dann, wenn man die Hilfsfunktionen wie optische Hervorhebungen von Interaktionspunkten aktiviert hat, reichlich knifflig und so kann man durchaus hin und wieder etwas längere Zeit in einem einzelnen Raum verbringen, bevor man den Ausweg findet.

Ein wenig unglücklich ist allerdings die geringe Spieldynamik. Ähnlich wie in einem Adventure-Spiel in den frühen 90er Jahren gilt auch hier: Entweder man löst ein Rätsel exakt, oder das Spiel zeigt keine Reaktion. Ein gutes Beispiel hierfür ist gleich das erste Rätsel im Spiel. Hier geht es darum, aus dem Raum, in dem man erwacht ist, zu entkommen, obwohl die Tür blockiert ist und vor der Tür ein angsteinflößendes Alien sein Unwesen zu treiben scheint. Der Charakter merkt schnell an, dass das Monster wohl Interesse an der Maus hat, die sich im Raum befindet.

Albedo: Eyes from Outer Space

Die Maus läuft stets zum Snack, der auf dem Boden auftaucht und nagt an ihm, praktischerweise gibt es zudem eine Mäusefalle. In dem Moment in dem der Snack in die Mausefalle gelegt wird, scheint die Maus aber jedes Interesse an dem Snack verloren zu haben. Erst wenn man Vorkehrungen getroffen hat, das Alien, wenn es die Tür aufreißt, zu töten, begibt die Maus sich zur Mausefalle. Das ist zwar praktisch, weil man so nicht vom Alien zerfetzt wird, andererseits legt die Reaktion der Maus auf die Situation eher nahe, dass man noch etwas weiteres tun muss, um die Maus dazu zu bewegen, die Mausefalle aufzusuchen. Ein wenig mehr Feinarbeit im Rätseldesign und möglicherweise auch eine Verarbeitung von Alternativszenarien – die dann im Zweifelsfall eben zum Tod führen – wäre wünschenswert gewesen.

Technisch ist Albedo: Eyes From Outer Space zwar nicht herausragend, aber es hat schon einen sehr konsistenten und atmosphärischen Look, der dem Spiel einen guten Science-Fiction-Flair verleiht. Das Alien-Design wirkt angemessen bedrohlich und wenn man bedenkt, dass es sich hier um das Projekt eines einzelnen Entwicklers handelt, ist das Endergebnis schon ziemlich beeindruckend.

Albedo: Eyes From Outer Space ist ein ordentliches, wenngleich bisweilen etwas hakeliges 3D-Adventure, das klar in der Tradition der PC-Klassiker steht. Die bisweilen sehr anspruchsvollen Rätsel dürften vielleicht nicht jedermanns Sache sein, wenn man aber in der passenden Schnittmenge aus Science-Fiction-Fan und Freund alter Adventure-Titel mit obskuren Rätseln liegt, dann dürfte man von Albedo gut unterhalten werden.

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