Hüpfen bei markanter Music: Electronic Super Joy für die Xbox One im Test

Electronic Super Joy

Der Verlust des eigenen Gesäßes ist ein Problem, das nicht unerheblich für viele Menschen wäre. Sitzen zum Beispiel fällt ohne Hinterteil bedeutend schwerer. Auch stellt sich natürlich die Frage, wie man seine Notdurft verrichten soll, selbst laufen dürfte ohne Hintern ein wenig schwerer fallen. Es ist also absolut verständlich, dass der Held in Electronic Super Joy nach dem Verlust seines Allerwertesten eine unbändige Wut verspürt und sich aufmacht, sein verloren gegangenes Körperteil zu rächen.

Die Geschichte von Electronic Super Joy ist, wie unschwer zu erkennen ist, ziemlicher Nonsens. Doch sei auch gleich angemerkt, dass die Geschichte den Spieler die meiste Zeit in Ruhe lässt. Nach kurzer Einführung in Textform findet man sich bereits im Spiel wieder und fortan reiht sich schlicht Level an Level, ohne große Verschnaufpause. Bevor man sich in das Spiel wagt, sei aber gleich gewarnt: Das Spiel ist definitiv nichts für Menschen, die empfindlich auf verwirrend strahlende Optik reagieren, denn Electronic Super Joy verwendet einen recht ungewöhnlichen Artstyle.

Electronic Super Joy ist im Herzen ein ganz klassisches 2D Jump & Run, das den Spieler mit kniffligen Hüpfpassagen auf die Probe stellen möchte. Die einzelnen Sprünge sind bisweilen ziemlich schwierig, allerdings haben die Entwickler ein Herz für schnell frustrierte Spieler gezeigt und Checkpoints äußerst großzügig in den Levels verteilt, so dass man niemals längere Spielabschnitte wiederholen muss. Die Spielmechanik ist ordentlich umgesetzt und macht Spaß, insbesondere haben die Entwickler dem Hauptcharakter eine gute Sprungphysik verpasst, was in Anbetracht der teilweise haarigen Sprünge über bewegliche Plattformen auch unerlässlich ist. Was Electronic Super Joy trotz seines recht simplen und linearen Leveldesigns von anderen Hüpfspielen abhebt, ist der bereits angesprochenen auffällige Artstyle.

Electronic Super Joy

Interaktive Levelelemente sind komplett in schwarz und weiß gehalten, dazu zählen Gegner genauso wie Plattformen. Der Hintergrund hingegen setzt auf große einfarbige Flächen und optische Effekte, die geradezu darauf ausgelegt sind, den Spieler zu verwirren. Wenn beispielsweise ein schwarzer Scheinwerfer durch das Bild zieht und zwischenzeitig die Plattform auf der man landen möchte, unsichtbar macht, ist mit Sicherheit eine besondere Vorsicht geboten, obendrein wissen die teilweise recht schnellen und großen optischen Effekte allein schon dadurch zu verwirren, dass der Kontrast zur sonstigen Umgebungsgrafik so hoch ist. Zu guter letzt weiß die treibende Elektro-Musik im Hintergrund zu gefallen.

Electronic Super Joy ist ein unterhaltsames Jump & Run mit abgedrehtem Stil und gelungener musikalischer Untermalung. Zwar sticht das Spiel spielerisch nicht besonders hervor und ist im Ergebnis gewiss kein Pflichttitel, wenn man aber gerne knifflige Hüpfspiele mit ungewöhnlicher Präsentation spielt, kann man mit Electronic Super Joy einige gute Spielstunden verbringen.

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