3 Assassinen, 3 Länder, 3 Epochen: Assassin’s Creed Chronicles erweitert das Franchise um drei weitere Kurzgeschichten

Assassin's Creed Chronicles

China im Jahr 1526, die Ming Dynastie beginnt zu zerfallen. Indien im Jahr 1841, es herrscht ein erbitterter Kampf zwischen Sikh Imperium und der East India Company. Russland im Jahr 1918, die Zarenfamilie steht am Abgrund. Das sind die drei höchst unterschiedlichen Ausgangsszenarien, mit denen der Spieler konfrontiert wird. Ebenso verschieden sind die drei Assassinen, die in den drei für sich stehenden Assassin’s Creed Chronicles Teilen vorgestellt werden: Shao Jun, Arbaaz Mir und Nikolai Orelov.

Bereits im April vergangenen Jahres veröffentlichte Ubisoft mit Assassin’s Creed Chronicles: China den ersten Teil einer Trilogie. Anfang diesen Jahres sind nun binnen weniger Wochen erst India und dann Russia erschienen. Die 2,5D Abenteuer sind bisher einzeln sowie im Paket für die aktuelle Konsolengeneration und den PC erschienen. Ableger für die PlayStation Vita sollen im Lauf des Frühjahrs erscheinen.

Assassin’s Creed Chronicles erweitert das Universum, in dem sich Asssassinen und die Templer immer wieder aufs Neues bis aufs Blut bekämpfen, um drei weitere historische Szenarien. Sie bilden eine Ergänzung zu den Hauptspielen der Serie, wo zuletzt Syndicate im Herbst des vergangenen Jahres erschienen ist. Die drei Assassinen sind keinesfalls neu. Fans der Spielereihe, die sich auch außerhalb der Games mit dem Franchise auseinandersetzen, werden die drei Meuchelmörder bereits kennen. Shao Jun hatte ihren ersten Auftritt in dem Kurzfilm Embers, der die Ezio Saga zum Abschluss brachte. Arbaaz Mir und Nikolai Orelov sind bereits in Comics vorgestellt worden. Auch Spieler, die fleißig alles gesammelt haben, was es in den Hauptspielen zu sammeln gibt, sind eventuell über freigeschaltete Zusatzinformationen bereits über die Namen der drei gestolpert.

Assassin's Creed Chronicles

Shao Jun ist die Letzte der chinesischen Assassinen. Nachdem sie bei niemand geringerem als Ezio Auditore persönlich gelernt hat, ist sie zurück in der Heimat und will diese nun den Templern wieder entreissen, um dem Assassinen Orden dort zu altem Glanz zu verhelfen. Arbaaz Mir hat es dagegen mit anderen Problemen zu tun. Er muss inmitten der Auseinandersetzung zwischen Sikh Imperium und der East India Company nach einem Edensplitter suchen und hat es zeitgleich mit einem aufstrebenden Templermeister zu tun. Der erfahrene Nikolai Orelov hat einen letzten Auftrag zu erledigen, bevor er mit seiner Familie das gebeutelte Russland verlassen kann. Während er ein Artefakt von der Zarenfamilie entwenden soll, wird er Zeuge des Mordes an mehreren Kindern des Zaren Nikolas. Er rettet die Prinzessin und muss jene vor dem Einfluss der Templer beschützen.

Das Spielprinzip der drei Chronicles Spiele ist immer gleich. In den 2,5D gestalteten Leveln muss sich der jeweilige Assassine an Wachen vorbei schleichen, Informationen sammeln und zu guter Letzt ein wichtiges Ziel der Gegenseite töten. So weit, so bekannt das Konzept der Assassin’s Creed Spiele. Dabei besitzen die drei Protagonisten recht ähnliche Waffen wie die versteckte Klinge oder Wurfmesser. Hinzu kommen je nach Epoche noch zeitlich passende Waffen. So besitzt Nikolai beispielsweise eine Schusswaffe und kann Scharfschützengewehre bedienen, während Arbaaz Mir dagegen mit einem Kukri, einem indischen Messer, umgehen kann. Gleichzeitig haben auch die Gegner den jeweiligen Zeiten, in denen das Spiel spielt, angepasste Waffenarsenale. Wie auch in den Hauptspielen können Gegner mittels Pfeifen oder Rauchbomben abgelenkt werden.

Mehr noch als in den Hauptspielen setzt das Spiel auf ein lautloses Vorgehen des Spielers. Mehrere Gegner im offenen Kampf herauszufordern, ist taktisch mehr als unklug. Die gegnerischen Soldaten können nur im zweidimensionalen bekämpft werden. Es reichen in der Regel zwei oder drei Treffer um zu sterben, besonders zu Beginn des jeweiligen Spiels. Zudem belohnt das Spiel lautloses Vorgehen, bei dem der Spieler nicht entdeckt wird. Am Ende jeden Levels können Belohnungen freigeschaltet werden. Diese erreicht man aber nur, wenn es möglichst hohe Wertung gibt. Dies zu erreichen, ist teilweise sehr knifflig und erfordert meist gutes Timing. Es gibt genügend Versteckmöglichkeiten, um unentdeckt zu bleiben.

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Die Steuerung ist nicht sehr komplex und erinnert an manches Jump and Run Spiel. Nur, dass es zusätzlich Waffen gibt, mit denen agiert wird. Leider ist die Steuerung nicht immer präzise, so dass es bereits in den Anfangsleveln Stellen gibt, die den Spieler in schiere Verzweiflung treiben. Das ist vor allen Dingen dann schade, wenn es zuvor anständigen Spielfluss gab und der Spieler nun aus selbigen gerissen wird. Gerade der Übergang vom freien Weg in die Deckung und zurück ist teilweise sehr ungenau. Dies führt dazu, dass Wachen einen doch entdecken und Verstärkung rufen. Graphisch sind die Spiele solide und für 2,5D Titel vollkommen in Ordnung. Die Zwischensequenzen allerdings werden nicht durch animierte Szenen dargestellt, sondern durch einzelne gezeichnete Bilder. Assassin’s Creed Chronicles: India ist noch der farbenfrohste Teil der Trilogie und somit am schönsten anzusehen. Russia ist dagegen sehr düster gehalten, der damaligen Zeit durchaus angepasst.

Assassin’s Creed Chronicles ist vor allem etwas für die Fans des Franchises, die mehr Geschichten rund um die Assassinen konsumieren wollen. Die Storylines der einzelnen Spiele sind nicht überragend und hätten sicherlich auch auf andere Weise erzählt werden können. Es ist vor allem ein Zugeständnis an die Fans, die zu beliebten Charakteren aus dem Universum mehr erfahren wollen. Gerade Shao Jun erfreut sich gewisser Beliebtheit seit ihrem Auftritt in Embers. Wer sich bisher höchstens auf die Spiele konzentriert hat, kann auf Chronicles durchaus verzichten, da die Spiele leider nicht mehr aus ihrem Potential machen. Für diejenigen, die sich wie ich auch abseits der Spiele mit Assassin’s Creed beschäftigen, ist es eine nette Ergänzung und eine willkommene Überbrückung, bis im Dezember der Film in den Kinos bzw. 2017 der nächste Vollpreistitel erscheint.

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