Layers of Fear: Ein kurzer aber ziemlich heftiger Horror auf der Xbox One

Layers of Fear

Alte Herrenhäuser sind für Horrorspiele ein beliebtes Szenario. Das wissen wir nicht erst seit Resident Evil und der Silent Hills Demo P.T. Diese meist prunkvoll ausgestatteten Bauwerke bieten allerlei Möglichkeiten, dem Spieler eine äußerst dichte Atmosphäre zu bieten. Mit Layers of Fear gibt es nun den ersten Vertreter, der den Nutzer in diese Umgebung entführt. Von diversen anderen Medien wird der Titel als Überraschung im Horror Genre gefeiert und auch wir haben uns das Produkt von Entwickler Bloober Team näher angesehen. Eins können wir euch schon vorab verraten. Wer schreckhaft ist, braucht zum Spielen auf jeden Fall einen Entspannungstee.

Die Ausgangssituation in Layers of Fear rückt einen nicht näher genannten Maler in den Mittelpunkt des Geschehens. Dieser leidet in seiner Behausung, einer Villa im viktorianischen Stil, etwas unter Kreativitätsengpässen und Eheproblemen.  Eines Tages sind jedoch scheinbar alle Bewohner des Hauses verschwunden und er befindet sich ganz allein in dem großen und düsteren Herrenhaus. Auf der Suche nach der perfekten Inspiration untersucht er nun die alten Mauern.  Das klingt nach der optimalen Ausgangssituation und mehr braucht der Spieler auch nicht zu wissen. Alle weiteren Details der Geschichte werden im Verlauf des Spiels näher erläutert. Dass freischaffende Künstler nicht immer alle Latten am Zaun haben, gibt dem Ganzen noch den besonderen Dreh, denn was dem Maler wiederfährt, grenzt schon an Wahnsinn.

Gespielt wird in der First-Person-Perspektive. Wobei gespielt etwas zu hoch gegriffen ist. „Erlebt“ trifft es schon eher, denn Handlungsmöglichkeiten in Layers of Fear sind arg eingeschränkt. Wir können Schubladen, Schränke und mehr öffnen sowie ausgewählte Dinge näher betrachten und auslösen. Ein paar leichte Rätsel sind ebenfalls vorhanden. Das Besondere am Spiel ist der Aufbau. Bevor wir das Schlüsselereignis zu Beginn nicht ausgelöst haben, können wir die Villa mehr oder weniger frei erkunden. Danach verfolgen wir einen recht linearen Ablauf und ergründen dabei die Geheimnisse, die den Maler und das Haus umgeben. Raum für Raum durchforsten wir das Gemäuer, um immer wieder festzustellen, dass unsere Taten den Grundriss verändern.

Layers of Fear

Während des Spielens entfaltet sich dank des dezenten Einsatzes von Musik, Stimmen und anderen Geräuschen eine sehr dichte und bedrückende, fast schon paranoide Atmosphäre. Lichter flackern, Bildern verändern sich und auch die Farbgebung der allgemeinen Optik passt sich dementsprechend an. Wer schreckhafter Natur ist, dem wird bei den zahlreichen Jump Scares das eine oder andere Mal das Herz tief in die Hose rutschen. So ging es zumindest uns. Monster oder dergleichen gibt es nicht. Stattdessen setzen die Entwickler fast ausschließlich auf die Atmosphäre und Schreckmomente während der gesamten Spielzeit. Diese ist mit vier bis sechs Stunden zwar nicht gerade üppig bemessen, aber länger hätte die Stimmung auch nicht aufrecht erhalten werden können, denn abseits davon gibt es nichts.

Layers of Fear überrascht und das sowohl im positiven als auch negativen Sinne. Es ist beeindruckend mit wie wenigen Mitteln, die Entwickler etwas derart Stimmungsvolles und Fesselndes erschaffen konnten. Die zahlreichen Jump Scares nutzen sich zwar mit der Zeit etwas  ab, aber das tut der übrigen Atmosphäre keinen Abbruch. Darauf abgestimmt ist auch die kurze Spielzeit. Ob einem das Gesamtpaket dann allerdings 20 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden.  Solange man jedoch in der alten Villa unterwegs ist und dem Wahnsinn des Malers nachgeht, wird man prächtig unterhalten.

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