Q*Bert Rebooted: Port und Fortsetzung eines Arcade-Klassikers. Gelingt die Modernisierung?

Q*Bert Rebooted

In den frühen Arcade-Tagen wurden die Grundsteine für viele moderne Genres gelegt. Andererseits gab es auch eine Reihe von Konzepten, die zwar im Arcade-Umfeld hervorragend funktioniert haben, sich aber einer konzeptionellen Erweiterung eher verschlossen haben. Darunter beispielsweise Pac-Man, aber auch Q*Bert. Nachdem der gelbe Pillenfresser es bereits mit Brillanz geschafft hat, die Arcade-Erfahrung in einem Download-Titel wiederzubeleben, startet nun auch Q*Bert einen zweiten Anlauf.

Q*Bert Rebooted bietet zwei Spielmodi, den klassischen und den modernen Spiel-Modus. Der klassische Spielmodus ist eine einfache Emulation des Arcade-Klassikers. Mit dem Analogstick lässt man Q*Bert über farbige Würfel springen, um diese umzufärben, ohne hierbei von den nach und nach auftauchenden Gegnern erlegt zu werden. Immer dann, wenn man alle Würfel einer Ebene umgefärbt hat, erreicht man ein neues Level. Ziel ist es schlicht, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen, bevor man all seine Leben aufgebraucht hat. Das Arcade-Original macht heute wie damals durchaus Spaß, kann allerdings nicht die zeitlose Güte des zuvor bereits genannten Pac-Man aufweisen.

Herz des Spiels ist aber natürlich die Neuauflage, die das Q*Bert-Gameplay verwendet, um ein 40 Level umfassendes Missionsbasiertes Spiel zu schaffen. Das Grundkonzept ist im Grunde genommen sehr ähnlich, Q*Bert hüpft auf einer Pyramide von Plattform zu Plattform, allerdings haben die Plattformen in der Neuauflage sechsseitige Grundflächen, so dass man in mehr Richtungen springen kann. Die Steuerung ist ebenfalls etwas modifiziert, denn statt einfach nur den Analogstick in die gewünschte Richtung zu drücken, muss zusätzlich mit dem A-Knopf jeden Sprung bestätigen. Trotz dieser zusätzlichen Vorsichtsmaßnahme gestaltet sich die Steuerung von Q*Bert allerdings leider ein wenig problematisch. Gerne hüpft Q*Bert im Eifer des Gefechts in einen Abgrund. Es ist zwar durchaus anzuerkennen, dass es sich hier um einen Spieler-Fehler handelt, in Anbetracht dessen, dass die Unterteilung des Analogstick-Radius in sechs statt acht Areale nicht Standard ist und der Zeitdruck auf Grund der Zusatzaufgaben und der aggressiven Gegner beträchtlich ist, kann es dennoch schnell auf die Nerven gehen.

Q*Bert Rebooted

Das Leveldesign wird durch Lücken im Spielfeld und verschiedene Gegnertypen variiert und wird durchaus recht anspruchsvoll, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Spielprinzip leider nicht wirklich begeistern kann. Tatsächlich macht die modernisierte Variante des Spiels merklich weniger Spaß als das Arcade-Original. Wie bereits angedeutet ist übrigens jedes Level mit zwei Zusatzmissionen verbunden, einer Zeitbeschränkung und einem Punkteziel. Das Erreichen eines jeden dieser Ziele, sowie das erstmalige Abschließen eines Levels wird mit einem Stern belohnt, welche wiederum dazu dienen, weitere Level im Spiel freizuschalten. Durch diese Schlüsselfunktion verlieren die Missionen natürlich ihren optionalen Charakter, was besonders bei den knackigen Punktevorgaben nicht gerade eine gute Idee war.

Q*Bert Rebooted ist eine ordentliche Emulation eines immernoch unterhaltsamen Arcade-Klassikers der frühen Stunde, gepaart mit einer leider nicht eben überzeugenden Modernisierung. Echte Q*Bert-Fans werden sicherlich ihre Freude am Spiel haben, alle anderen werden hierdurch – insbesondere auf Grund der bockigen Steuerung – aber sicherlich nicht bekehrt.

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