Resident Evil Zero erzählt die Vorgeschichte der Grusel-Reihe in HD

In der GameCube-Ära hat Nintendo trotz der schwachen Resonanz des Marktes auf den lila Würfel ein lukratives Exklusivabkommen bis kurz vor Ende der Generation halten können. Capcoms erfolgreiche Gruselreihe Resident Evil wurde ausschließlich auf dem GameCube fortgesetzt. Obwohl Resident Evil 4 schon früh den Sprung auf andere Systeme geschafft hat, hat ein Spiel besonders lange nur GameCube-Besitzern das Fürchten gelehrt: Resident Evil Zero. Dank der HD-Auflage kommen nun, mehr als zehn Jahre nach Release des Originals auch Sony- und Microsoft-Kunden in den Genuss des letzten Render-Resident Evils.

Wer bereits Resident Evil auf Xbox One oder PlayStation 4 (oder dem GameCube) gespielt hat, der wird sich auch in Resident Evil Zero gleich wie zu Hause fühlen, denn optisch wie spielerisch folgt Resident Evil Zero klar den Fußstapfen des Remakes des Erstlings. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Rebecca Chambers, die einem potentiell entlaufenen kriminellen Ex-Soldaten namens Billy Coen auf den Fersen ist. Schon bald stellt sich aber heraus, dass dieser Auftrag alles andere als ungefährlich ist und dass Rebecca sich auf Grund der nahenden Zombie-Bedrohung schnell mit Billy zusammenschließen muss, um eine Chance zu haben, wieder lebend aus dem Schlamassel heraus zu gelangen.

Resident Evil Zero ist ein traditionelles Horror-Adventure, in dem der Spieler sich durch vorgerenderte Szenen bewegt und sich mit beschränkten Ressourcen – sowohl in Hinsicht auf Lebensenergie, als auch Munition wie Speichermöglichkeiten – gegen Zombies, Hunde und andere fiese Gegner zur Weht setzen muss. Zusätzlich bietet Resident Evil Zero eine ganze Reihe an Rätseln, die es zu lösen gilt, um im Spiel voranschreiten zu können. Während die übrigen Spielelemente nahezu identisch zum Erstling ablaufen, profitieren die Rätsel von den zwei spielbaren Charaktere. Der Spieler kann nämlich nach einer kurzen Einführung jederzeit zwischen Rebecca und Billy wechseln und so einige spezielle Rätsel, die eine gute Abstimmung zweier Charaktere erfordern, lösen. Zusätzlich hat der Spieler so die Möglichkeit, im Kampf zwischen den Stärken und Schwächen der beiden Charaktere zu wählen. So hat Billy beispielsweise eine höhere Durchschlagskraft im Angriff, wohingegen nur Rebecca Gegenstände kombinieren kann.

Resident Evil Zero HD

Als eher unglücklich erweist sich hingegen das Itemsystem, denn anders als in Resident Evil gibt es in Resident Evil Zero keine Kisten, die im Grunde als mobiles Lager fungieren. Stattdessen muss der Spieler mit den knappen Inventars der beiden Hauptcharaktere auskommen und überschüssige Gegenstände direkt in der Spielwelt ablegen. Das ist unkomfortabel und streckt das Spiel an manch einer Stelle enorm unnötig. Auch wird der Wechsel zwischen den Charakteren oft auch für schlicht arbeitsintensive Vorgänge herangezogen, so dass Resident Evil Zero spielerisch insgesamt etwas schwächer daher kommt als Resident Evil.

Die technische Umsetzung von Resident Evil Zero auf die Xbox One ist sehr gelungen. Es ist beeindruckend, wie gut die Rendergrafiken vom GameCube auch heute noch wirken und die liebevolle Konversion in HD-Auflösung ergibt einen hervorragenden optischen Eindruck. Sehr erfreulich ist auch, dass Resident Evil Zero mit einer modernisierten Steuerung daher kommt, die die klassische Panzer-Steuerung durch eine komfortablere Steuerung relativ zur Kameraperspektive ergänzt. Im Ergebnis ist Resident Evil Zero auf Xbox One klar die bevorzugte Weise, den Titel zu spielen.

Resident Evil Zero ist ein gutes Horror-Spiel, das vorbildlich auf die neuen Konsolen konvertiert wurde und auf Grund der geringen Verbreitung des GameCubes auch vielen Fans der Reihe noch unbekannt sein dürfte. Besonders die modernisierte Steuerung weiß zu gefallen, auch wenn das Spieldesign an sich durch die starren Kameraperspektiven und den langsamen Spielablauf manch einem vielleicht etwas angestaubt vorkommen könnte.

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