Lovely Planet: Ein Shooter wandelt auf den Spuren von Katamari und LocoRoco

Lovely Planet

Ego-Shooter sind für gewöhnlich eine ernste Sache. Bis unter die Zähne bewaffnete Soldaten schießen aus der Deckung auf ihr Gegenüber um es zu erlegen und eine martialische oder militärische Atmosphäre gehört hier zum guten Ton. Ganz anders ist da Lovely Planet, das strahlend bunt ist und frappierend an Katamari Damacy erinnert. Wäre da nicht das Shooter-Gameplay, das erstaunlich knackig daher kommt.

Lovely Planet spielt sich wie ein auf das Wesentliche heruntergebrochener Ego-Shooter. Man kann sich bewegen und umschauen, mit RT schießen und mit LT springen. Verschiedene Waffen, Lebensenergie oder Deckungsmechanismen sucht man hier vergebens. Gepaart mit der knallbunten Optik und der beinahe schmerzhaft niedlichen Musik könnte man den Eindruck bekommen, hier handle es sich um „Babys ersten Shooter“. Doch weit gefehlt, Die 100 sehr kurzen Level des Spiels haben es nämlich ganz schön in sich.

Es gibt nämlich deshalb keine Lebensenergie in den Levels, weil man schlichtweg keine hat. Ein Treffer und der liebenswerte Planet hat ein liebenswertes Wesen weniger auf seiner Oberfläche. Im Ergebnis wird man so einige Tode im Spiel erleben, selbst als versierter virtueller Waffennarr. Die Aufgabe in jedem Level ist im Grunde genommen ganz simpel: Gelange möglichst schnell zu der strahlenden Säule, die das Levelende markiert. Ach und töte vorher alle Gegner, lässt du einen aus, ist das Berühren des Levelendes tödlich. Wohlgemerkt, es wird nicht angezeigt ob man alle Gegner erlegt hat. Schieße auch nicht auf graue Gegner, tust du das, stirbst du. Berühr auch keine roten Flächen, tust du das, stirbst du. Sollte mal eine rote Kugel in die Luft geschossen werden, schieß sie sofort ab, sobald sie den Boden berührt stirbst du. Und, eigentlich selbstverständlich: Spring sorgsam über die stets sofort verschwindenden Plattformen, anderenfalls stirbst du.

Lovely Planet

Für ein Spiel mit einer solch kunterbunten und fröhlichen Gestaltung mag das ein wenig ungewöhnlich klingen, tatsächlich ist Lovely Planet aber ziemlich konsequent und anspruchsvoll. Wenngleich es stets fair bleibt, ist das Spiel oft haarscharf auf der Grenze zwischen Frust und Motivation. Leider leidet das Spiel trotz der Kürze der Level ein wenig unter mangelnder Abwechslung, da die Gegner sich ständig wiederholen und die Level im Grunde nicht viel mehr sind als ein mit Gegnern gespickter Weg. Die bisweilen recht umfangreichen Hüpfausflüge sind zudem etwas nervig, da die First Person-Perspektive hierzu nicht eben bestens geeignet ist. Interessant ist allerdings, dass das Spiel komplett auf ein Fadenkreuz verzichtet, man aber dennoch erstaunlich genau zu schießen lernt.

Lovely Planet ist ein sehr knackiger, wenngleich vielleicht etwas zu schlicht designter Shooter, der die Reflexe des Spielers auf eine harte Probe stellt. Die hervorragende Präsentation erinnert stark an Katamari oder auch LocoRoco, dürfte allerdings nicht bei jedem Shooter-Freund auf große Gegenliebe stoßen. Wer Lust auf eine handvoll sehr kurze aber knackige Zielüben hat, dürfte aber mit Lovely Planet auf seine Kosten kommen.

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