Wild West Seeschlachten im Weltraum: Die eigenartige Mischung von Rebel Galaxy auf Xbox One

Als Star Trek in den 60er Jahren das Science-Fiction-Genre im Fernsehen etablieren wollte, waren Western das dominierende Serien-Genre. Der ruhige Captain Pike wurde also kurzerhand gegen den berühmten Weltraum-Cowboy Kirk ersetzt. Science-Fiction mit Western-Elementen zu mischen ist also gar nicht so ungewöhnlich wie man denken mag, doch wenn dann noch Seeschlachten im Stile der Piraten-Assassin’s Creeds 3, 4 und Rogue hinzu kommen, dann kann man wohl getrost von einer gewagten Kombination sprechen.

In Rebel Galaxy schlüpft man in die Rolle eines Raumschiffpiloten, der ein kleines Raumschiff fliegt und nach seiner Tante sucht. In der Hauptgeschichte, die durch voll (englisch) vertonte Echzeitsequenzen erzählt wird, muss der Spieler von einem Informanten zum nächsten fliegen und für spärliche Informationen zum Verbleib seiner Tante Jobs erledigen. Schnell wird sich der alte Kreuzer mit dem man sich in behäbigem Tempo – Überlichtgeschwindigkeit im Spiel genannt – durch die Galaxis schleppt, nämlich an seine Grenzen stoßen. In Rebel Galaxy dreht sich nämlich spielerisch alles um die Weltraumschlachten, die kurioserweise ausgefochten werden wie die Seeschlachten in Assassin’s Creed. Allerdings sind diese Schlachten natürlich in nicht unerheblichem Maße Materialschlachten. Tritt man mit schwacher Bewaffnung und Schilden gegen eine Gruppe gut ausgerüsteter Gegner an, zieht man schnell den kürzeren und muss bei der letzten besuchten Raumstation von vorne beginnen.

Im Ergebnis muss der Spieler relativ bald um weitere Fortschritte in der Story verbuchen zu können, sein Schiff gehörig aufbessern. Hierzu gilt es natürlich, sich die monetären Ressourcen zu beschaffen, die notwendig sind, um sich die gewünschten Upgrades leisten zu können. Wie gut, dass Rebel Galaxy dem Spieler passend eine riesige Menge an mehr oder weniger zufällig wirkenden Nebenmissionen zur Auswahl stellt, die ihrerseits aus der aus Open World Rollenspielen bekannten Standardtrickkiste Botengang oder Gegner besiegen entstammen. Diese Nebenmissionen sind rein spielerisch ziemlich arbeitsam, lassen dadurch aber die erworbenen Upgrades auch umso wertvoller erscheinen. Ein wenig schade ist, dass man im Grunde nicht mit der Umwelt interagieren kann und dass die Spielwelt – im Ergebnis passenderweise – zufällig erstellt wurde. Man vernimmt zwar durchaus mal Hilferufe, die einen dann zu kleinen Zwischenkämpfen lotsen, doch abseits dessen wirkt das Universum spielerisch recht leer.

Rebel Galaxy

Dass Rebel Galaxy dennoch Spaß zu machen weiß, liegt in nicht unerheblichem Maße an der liebevollen Präsentation. Die Außerirdischen, mit denen man in den Raumstationen spricht, sind sehr interessant gestaltet, die Raumschiffe wissen optisch zu gefallen und vor allem die Musik ist wirklich gelungen. All das sind natürlich Faktoren, die – neben den gut gemachten, aber aus Assassin’s Creed bekannten Schlachten – das etwas einfallslose Missionsdesign und das arbeitsame Spielkonzept vergessen machen.

Rebel Galaxy ist ein ordentliches Open World RPG, das vor allem durch seine eigenwillige Weltraum-Western-Atmosphäre zu begeistern weiß und den Spieler so erstaunlich lange motivieren kann, sein Schiff immer weiter aufzurüsten um schließlich den Verbleib der eigenen Tante aufklären zu können. Ein einfallsreicheres Missionsdesign und eine interaktivere Spielwelt wären aber dennoch in jedem Fall wünschenswert gewesen.

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