Just Cause 3: Ein wahres Action-Feuerwerk auf den neuen Konsolen

Just Cause 3

Ganze fünf Jahre haben die Entwickler der Avalanche Studios die zahlreichen Anhänger der Just Cause Reihe auf einen Nachfolger warten lassen. Nach dem Debüt der Third-Person-Shooter Reihe um Actionheld Rico Rodriguez im Jahr 2006 und einem gelungenen zweiten Auftritt auf PC, Xbox 360 und PlayStation 3 in 2010 gibt es nun für die aktuellen Systeme frische Action.

Gleich vorweg sei gesagt, dass auch in Just Cause 3 die Handlung erneut nicht für den allergrößten Antrieb sorgt, wenn es um die Motivation für das Durchspielen bzw. grundsätzliche Spielen des Spiels geht. Das ist allerdings gleich aus mehreren Gründen kein Knock Out für das Spiel. Die Rahmenhandlung jedenfalls versetzt Rico nach der Rückkehr von jahrelangen Abenteuern in der Welt in seine Heimat Medici gleich in eine akute Handlungssituation. Die Inselgruppe Medici ist in seiner Abwesenheit in eine lupenreine Diktatur verwandelt worden, die die gesamte Bevölkerung unterdrückt und die friedvolle Leichtigkeit scheinbar für immer hat verschwinden lassen. Schuld daran ist der Diktator Sebastiano Di Ravello, der mit seinem Militär überall auf den zahlreichen Inseln der unglaublich großen Open World Karte von Medici Basen errichtet hat.

Somit ist Rico gezwungen, gemeinsam mit alten Weggefährten wie dem italienischen Playboy Mario Frigo oder der Forscherin Dima Ali Umar al-Masri mit der Brechstange und jeder Menge Action die über einhundert Ortschaften und Militärstützpunkte zu befreien und im Verlauf von 25 Missionen die Handlung bis zum finalen Showdown voranzutreiben.

Just Cause 3

Dabei kann sich Rico auch im dritten Teil der Reihe wieder auf ein geniales und äußerst praktisches Gadget verlassen. Der Greifhaken, der aus einem an seinem Arm befestigten Aufsatz blitzschnell auf Knopfdruck herausschnellt und sich an nahezu jedem Objekt, egal ob stehend, fahrend oder fliegend festmacht. Damit kann Rico auch dieses Mal wieder in wenigen Augenblicken Höhenunterschiede überwinden oder größere Distanzen spielend leicht überbrücken. Weiter ist es ihm damit auch wieder möglich, sich dauerhaft an Objekten zu befestigen und von dieser neuen Position aus im Gefecht eine bessere Perspektive zu haben. Beispielsweise dann, wenn er kopfüber unter einem Helikopter an seinem Greifhaken befestigt hängt und eine Gegnergruppe so mit mehr Überblick aufs Korn nehmen kann. Zu Beginn des Spiels kann Rico aber auch zwei Objekte mit Hilfe des Greifhakens miteinander verbinden und kombinieren. Ein schweres Rolltor kann so mit hochgefahren werden, nachdem es mit dem Querbalken verbunden wurde. Oder ein großer Tankcontainer wird zu Explosion gebracht, nachdem man diesen und ein explosives Fass mit dem Greifhaken verbunden und letzteres Objekt dann per Knopfdruck auf ersteres zufliegen lässt.

Als Spieler erwischt man sicher immer wieder dabei, wie einen die gigantischen Explosionen und der pure Zerstörungswahn grinsend vor dem Fernseher zurücklassen. Hier haben die Entwickler in einem wirklich wunderschönen mediterranen Setting ganze Arbeit geleistet. Ergänzt wird dieser Sandkasten für große Jungs mit weiteren Gadgets sowie zahlreichen Fahrzeugen, Flugzeugen und jeder Menge Waffen, die für ordentlich Durcheinander sorgen. Auf Seite der Gadgets wären da noch der Fallschirm und der Wingsuit zu nennen, die Rico jetzt untereinander kombinieren kann. Stürzt er sich beispielsweise aus einem Helikopter oder von einem hohen Bergmassiv ins Tal, kann er mit Wingsuit kontrolliert und mit rasender Geschwindigkeit hinunterfliegen. Sein Fallschirm rettet ihn beim rechtzeitigen Knopfdruck dann vor einer zu harten Landung und bringt ihn so sicher zu Boden.

Die Rückeroberung von einzelnen Städten, Dörfern und Militärstützpunkten funktioniert für gewöhnlich nach dem gleichen Muster. Abhängig von Größe und Lage der zu erobernden Örtlichkeit ist die Aufgabe für Rico allerdings mal leichter und mal schwerer. Die Herausforderung besteht allerdings immer darin, verschiedene Objekte an ein und dem selben Ort zu zerstören, bevor Rico die Fahne der Rebellen hissen und die Revolution zurückbringen kann. Actionfans wird beruhigen, dass die Aufgabe weniger in Diskussion und Verhandlung als viel mehr in der Zerstörung der Objekte von Diktator Di Ravello besteht.

Just Cause 3

So müsst ihr oft Werbetafeln mit dem Konterfei von Di Ravello oder sogar riesengroße Statuen von ihm zerstören. Lautsprecheranlagen sowie Polizei- und Militärstationen gehören aber ebenso zu euren Zielen. Dabei stellt sich euch eine ganze Horde an Widersachern in den Weg, die allerdings bei zunehmender Dauer des Kampfes gegen das Geschick und die Durchsetzungskraft von Rico und seinen Begleitern nicht viel ausrichten können. Nur ganz selten kommt es vor, dass man einer derart großen Übermacht gegenübersteht, sodass Rico stirbt und man an einem der zahlreichen automatischen Speicherpunkte nochmal einsteigen muss.

Das Spiel gibt einem neben den äußerst nützlichen Gadgets und zahlreichen leichten, mittleren und schweren Waffen zudem noch weitere Hilfsmittel, die den Kampf gegen Di Ravello’s Diktatur enorm erleichtern. Da wären zunächst die zahlreichen Garagen in befreiten Städten und Dörfern, in denen Rico Fahr- und Flugzeuge abstellen kann, um sie anschließend auf Bestellung zu einem anderen Zeitpunkt wieder zur Verfügung zu haben. Die notwendigen Tickets hierfür erspielt ihr euch im Verlauf des Spiels. Es macht daher durchaus Sinn, schnelle oder schwer gepanzerte Fahrzeuge oder Helikopter nach der erstmaligen Entdeckung in einer Garage zu speichern, um darauf spontan später im Spiel zurückkommen zu können. Die andere höchst praktische Hilfe ist, dass ihr eurer Skills im Verlauf des Spiels immer weiter ausbauen könnt. Egal ob es um eine größeren Wirkungskreis von Explosionen oder um die Anzahl der Greifhaken-Verbindungen geht. Mit zunehmenden Spielverlauf und Absolvieren der zahlreichen Herausforderungen, die es zusätzlich zu den Hauptmissionen auch noch gibt, erweitert sich euer Können immer mehr.

Spielerisch bietet Just Cause 3 somit das recht altbewährte und actiongeladene Konzept, was schon die beiden Vorgänger so beliebt gemacht hat. Ein bisschen ärgerlich sind hin und wieder kleine Fehler im Spiel, die sich in der nahen Zukunft über das eine oder andere Update sicher noch beheben lassen. Oft setzt das Spiel Speicherpunkte an unglücklichen Stellen oder löst gewisse Aktionen aus, obwohl man eigentlich noch garnicht am entsprechenden Punkt der Mission angekommen ist. Das wirkt gelegentlich unlogisch und trübt den sonst spielerisch fast durchgehend positiven Eindruck.

 Just Cause 3

Und auch technisch kann das Spiel auf der Xbox One und der PlayStation 4 über weite Strecken überzeugen. Das allermeiste dürfte hier natürlich in der PC Version zu sehen sein. Allerdings hat das Spiel in der von uns gespielten Fassung für die PlayStation 4 auch noch einige kleinere technische Mängel. Die Schriftgröße der Texte und Anzeigen im Pausen- oder Kartenmenü ist viel zu klein geraten und auf einem normalen Fernseher bei normalem Sitzabstand nicht immer gut lesbar. Ein anderer Kritikpunkt hat seine Ursache in der Open World Thematik und der nach erstmaligem langem Laden unterbrechungsfreien Spieldynamik. Steigt man gerade zu Beginn einer Session in ein schnelles Fahrzeug oder versucht sich mit einem Helikopter schnell in die Höhe zu schrauben, fängt das Spiel doch spürbar an zu Ruckeln.

Die Bildrate geht steil bergab in den Keller und kommt erst nach wenigen Sekunden wieder auf die Beine. Das ist bei einem sonst sehr positiven grafischen Eindruck ein großer Kritikpunkt. Sonst haben die Entwickler die Inseln des Staates Medici wunderschön gestaltet. Alles wirkt sehr farbenfroh sowie belebt und auch die Fahr- und Flugzeuge bei eurem Abenteuer zu Land, Wasser und Luft haben alle ihre ganz unterschiedlichen Vor- und Nachteile und sind so rechts abwechslungsreich im Spiel eingesetzt. Das gilt genau so für den Sound im Spiel, der zur Stimmung in Just Cause 3 seinen Teil zum gelungenen Ganzen beiträgt. Egal ob Explosionen, Motoren- oder Waffengeräusche oder Dialoge in Zwischensequenzen und Spielszenen (zumindest im englischen Original) – alles wirkt sehr stimmig in Kombination.

Leider gibt es für Just Cause 3 auf den aktuellen Konsolen keine Multiplayer-Version. Habt ihr die Hauptmissionen, Herausforderungen und Festungen im Einzelspieler alle absolviert und befreit, geht es für euch nicht weiter. Für den Computer kann man vermutlich über kurz oder lang mit Mods rechnen, die das Spiel mehrspielertauglich machen werden.

Just Cause 3 ist sowohl für Fans der Spielereihe als auch für actionfreudige Neueinsteiger geeignet. Nachdem man die etwas komplizierte Steuerung und die Kombination von Greifhaken, Wingsuit und Fallschirm verstanden hat, gehen einem die verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen in Just Cause 3 leicht von der Hand. Ein großartiger Actiontitel, der nicht zu viel Tiefgang besitzt und ähnlich wie die GTA-Titel nicht unbedingt eine gute Story braucht, um trotzdem nach einer mehrstündigen Session einen zufriedenen Spieler zurückzulassen.

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