Star Wars Battlefront: Die Macht ist mit uns und daher auch unsere zweite Meinung

Seit zehn Jahren warten Fans auf der ganzen Welt auf einen neuen Star Wars Kinofilm. Diesen Dezember ist es endlich soweit und Rechteinhaber Disney überlässt mit den neuen Filmen, insgesamt sind sechs Stück geplant, nichts dem Zufall. In diesem Jahr wird niemand an Star Wars vorbeikommen. Neben unzähligen Spielzeugartikeln wird auf alles, was sich auch nur im Entferntesten eignet, Star War geklatscht. Videogames sind da nur ein Teil der riesigen Marketingmaschinerie. Bereits seit Monaten schießen immer wieder Spiele und Apps für Smartphones und Tablets aus dem Boden.

Die erste millionenschwere Produktion im Gaming-Business geht allerdings auf das Konto von Electronic Arts, die die schwedischen Entwickler von Digital Illusions CE mit der Entwicklung beauftragt haben. Dabei müssen wir uns selbst eingestehen, dass wir dem Medienrummel nicht entkommen können. Stellt sich für uns nur eine Frage: Schließen wir uns der hellen oder der dunklen Seite der Macht an?

Star Wars Battlefront ist ein reines Multiplayerspektakel. Wer auf der Suche nach einer bombastischen Einzelspielerkampagne ist, sollte sich direkt wieder in den X-Wing setzen und davondüsen. Es gibt jedoch einige Modi, die sich auch allein mit der KI spielen lassen oder mit einem Freund direkt an der Konsole oder online. So macht man sich schon einmal mit der Steuerung und dem allgemeinen Spielablauf vertraut, bevor es an die verschiedenen Multiplayermodi geht.

Star Wars Battlefront

Ebenfalls dürfen sich Spieler an einigen Tutorials versuchen. Je nach Spielmodus schlüpft man entweder in einen personalisierbaren Charakter oder einen der bekannten Star Wars Helden wie Han Solo, Prinzessin Leia, Luke Skywalker oder Darth Vader. So kann in den Einzelspielermissionen im klassischen Deathmatch an berühmten Orten der Filmreihe wie Endor, Tatooine, Hoth und Sullust entweder für den Frieden oder die Unterdrückung gekämpft werden. Oder man setzt sich als Spieler gegen 15 Wellen von Gegnern durch und überlebt bis zum Schluss.

Richtig zur Sache geht es aber erst, wenn man sich in die Schlachten mit bis zu 40 Spielern wagt. DICE hat bei der Modiauswahl nicht gerade gekleckert, sondern geklotzt. Insgesamt gibt es neun Modi direkt vom Start weg. In acht davon geht es in klassischer Shooter-Art zu. Dem Spieler steht es frei, ob er das Geschehen aus der First-Person- oder Third-Person-Perspektive erleben will. Für den spielerischen Ablauf macht es kaum einen Unterschied. Es hängt von den eigenen persönlichen Vorlieben ab. Entscheidet man sich für einen Modus ohne die klassischen Helden, stellt man sich erst einmal einen Charakter zusammen. Aussehen, Waffen, Emotionen und mehr liegen im Ermessen des Spielers.

Zusätzlich kann sich der Kämpfer noch mit verschiedenen Spezialfähigkeiten ausstaffieren, um im Kampf den einen oder anderen Vorteil zu erreichen. Drei verschiedene Fähigkeiten, sogenannten Sternenkarten, dürfen maximal mitgeführt werden. Raketenrucksack, Granaten und andere Dinge sind innerhalb der Gefechte nicht nur eine willkommene Unterstützung, sie verleihen dem Spiel auch eine gewisse Abwechslung. Mit der Zeit lassen sich immer mehr dieser Sternenkarten freispielen, ebenso wie weitere Modifikationsmöglichkeiten und Waffen.

Star Wars Battlefront

Die eigentlichen Shooter-Mechaniken sind sehr klassisch und konservativ gehalten. Laufen, Rennen, Springen und Schießen sind das Hauptaugenmerk. Statt Munitionspacks, die es in der Zukunft ohnehin nicht geben würde, muss die jeweilige Strahlenwaffe abkühlen. Drückt man im richtigen Moment die passende Taste, geht das deutlich schneller als auf herkömmliche Art und Weise. Gleiches gilt für die Sternenkarten-Fähigkeiten. Diese benötigen ebenfalls eine gewisse Zeit, bis sie wieder benutzt werden können. Lediglich die Handhabung der Helden und Schurken stellt sich etwas anders dar. Luke Skywalker und Co. sind zwar nahezu genauso widerstandfähig wie normale Charaktere und ihre Spezialfähigen wie beispielsweise der Todesgriff haben etwas mehr Wumms, aber das macht sie noch lange nicht unverletzlich. Je nach Modus segnen Luke und Vader ebenfalls sehr schnell das Zeitliche.

Eines darf natürlich in einem Star Wars Spiel nicht fehlen und das sind die typischen Raumschiffe und anderen Fahrzeuge. Zwar gibt es keine Kämpfe im Weltall, aber zumindest in einigen Modi dürfen Spieler auf AT-ST, X-Wing, Tie Fighter oder auch den Millennium Falcon zurückgreifen. In diesem Fall ändert sich das Gameplay natürlich vollkommen.

Als Pilot eines X-Wing muss zum Beispiel auf das richtige Verhältnis zwischen Geschwindigkeit und Schutz geachtet werden, während man einen Gegner nach dem nächsten vom Himmel holt. Sitzt man hingegen in einem AT-ST oder auf einem Speeder Bike, ist der Schutz natürlich eher zweitrangig. Dann zählt eher ein gutes Manövriervermögen und Zielgenauigkeit. Schade ist allerdings, dass, wie bereits erwähnt, keine Kämpfe im Weltraum stattfinden. Die Vernichtung des Todessterns fällt also aus, aber dafür gibt es eben die neun verschiedenen Spielmodi.

Star Wars Battlefront

Spielmodi im Überblick:

  • Gefecht (Team-Deathmatch für bis zu 20 Spieler)
  • Droidenalarm (Drei Droiden einnehmen und halten mit 12 Spielern)
  • Fracht (Capture the Flag mit 12 Spielern)
  • Vorherrschaft (Gebietseroberung, 5 Punkte, mit 40 Spielern)
  • Jägerstaffel (Luftkämpfe mit bis zu 20 Spielern)
  • Abwurfzone (Bis zu 16 Spieler erobern Rettungskapseln)
  • Helden vs. Schurken (Team-Deathmatch 12 Spieler, je 3 Helden auf jeder Seite)
  • Heldenjagd (8 Spieler versuchen jeweils den Helden zu töten, um selbst einer zu werden)
  • Kampfläufer-Angriff (AT-ST Walker müssen von bis zu 40 Spielern vernichtet oder beschützt werden)

Die Grafik von Star Wars Battlefront ist einfach nur überragend. Was die Schweden aus der Frostbite Engine herauskitzeln, ist vom technischen Standpunkt her unglaublich. Das Spiel überzeugt mit einer Unmenge an Details und fängt das Flair der Filmreihe nahezu perfekt ein. Selten hat man so eine klare und überzeugende Bildqualität gesehen. Animationen, Explosionen und die Weitsicht sind tadellos. Wer hier an etwas herummäkeln will, muss schon von Darth Vader höchstpersönlich beauftragt sein.

Gleiches gilt für den Sound des Spiels. Die bekannten Melodien untermalen das Schlachtgetümmel gekonnt und versprühen eine dichte Atmosphäre. Dazu kommen die typischen Blastergeräusche und mehr. Electronic Arts hat sogar einen Großteil der Originalsynchronsprecher verpflichtet, um sich auch hier keine Blöße zu geben.

Star Wars Battlefront

Technisch ist Star Wars Battlefront ein Meisterwerk. Kaum einem anderen Spiel mit dieser Lizenz ist zuvor gelungen, das optische und akustische Erscheinungsbild der Star Wars Marke in einer derart brillanten Form auf den Bildschirm zu bannen. Spielerisch hingegen ist der Titel auch äußerst solide, aber der letzte Funke will einfach nicht überspringen. Etwas mehr als zehn Maps und ein paar sehr gelungene Spielmodi sind etwas wenig. Zwar werden noch verschiedene Maps und andere Dinge nachgereicht, am 8. Dezember zum Beispiel die „Schlacht um Jakku“, aber als Grundpaket ist der Titel etwas unterausgestattet. Glücklicherweise werden zahlreiche Inhalte kostenfrei nachgeliefert, so dass Shooter-Fans längerfristig motiviert werden.

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