Willkommen im Ödland – In Bethesdas Fallout 4 stürzen sich die Spieler wieder in das nuklear verseuchte Amerika

Es ist eines der Spiele in 2015, welches mit großer Spannung sehnsüchtig erwartet wurde. Seit Anfang November ist Fallout 4 von Bethesda für PlayStation 4 und Xbox One sowie für den PC erhältlich. Fünf Jahre ist es her gewesen, als mit Fallout: New Vegas der bisher letzte Ableger der Reihe erschienen ist. Fallout 4 ist der insgesamt fünfte Teil der Hauptreihe und ist gleichzeitig das erste Fallout, welches für die neue Konsolengeneration erschienen ist. Wir haben uns das umfangreiche postapokalyptische Rollenspiel genauer angeschaut.

Die Geschichte von Fallout 4 spielt im Jahr 2287 und liegt damit zeitlich nach Fallout 3 und Fallout: New Vegas. Es ist im Raum Neuenglands, mittlerweile Commonwealth genannt, angesiedelt mit Boston als größte Stadt der zu erkundenden Welt. Wie in anderen Games von Bethesda hat der Spieler die Möglichkeit sich mit einem weiblichen oder männlichen Protagonisten in das Abenteuer zu stürzen, wobei der Spieler bereits hier einige Zeit investieren kann, um aus unzähligen Möglichkeiten den gewünschten Protagonisten zu basteln. Ist die Charaktererstellung abgeschlossen, so findet sich der Spieler erst einmal im Jahr 2077 wieder, also 210 Jahre vorher.

Es ist damit das erste Fallout, welches vor Ausbruch des Krieges anfängt. Zudem ist es das erste Fallout, bei dem der Hauptcharakter vertont worden ist. Bei der Charaktererstellung können wir nicht nur den unseren Helden nach unseren Wünschen gestalten, sondern auch dem geliebten Partner ein individuelles Aussehen geben. Wir lernen den Protagonisten samt seinem oder ihrem Partner sowie den gemeinsamen Sohn Shaun kennen. Alles wirkt sehr idyllisch, bis die ersten nuklearen Bomben fallen und der dritte Weltkrieg beginnt. Gemeinsam mit der Familie flieht unser Protagonist in den Vault 111. Doch anstatt dort ein Leben im Untergrund zu führen, werden jene Menschen, die vor der Detonation fliehen konnten, in einen Kyroschlaf versetzt.

Fallout 4

Als der Protagonist aus seinem Schlaf erwacht, wird ihm keine Verschnaufpause gegönnt. Stattdessen muss er mit ansehen, wie Unbekannte den Partner erschießen und Shaun entführen. Bevor etwas dagegen unternommen werden kann, wird der zur Untätigkeit verdammte Held wieder in Kyroschlaf versetzt, nur um im Jahr 2287 wieder aufzuwachen und endlich den Vault zu verlassen. Wie viele Jahre exakt seit der Entführung des Sohnes vergangen sind, ist zu Beginn nicht bekannt. Getrieben vom Wunsch nach Rache und der Hoffnung, Shaun wieder zu finden, stürzt sich der Protagonist hinaus ins Ödland. Natürlich ist nichts mehr so, wie es vor dem Fall der Atombomben war. Es ist eine feindliche Welt mit allerlei gefährlichen Monstern, die durch unterschiedlichen Mutationen entstanden. Aber nicht nur diese trachten nach dem Leben des Helden. Auch Banditen und Gangster unterschiedlicher Stärke tummeln sich in der Welt von Fallout 4.

Neben der Suche nach dem Verbleib des Sohnes, welches die Hauptstory des Spiels darstellt, eröffnen sich dem Spieler unzählige andere Möglichkeiten. Zunächst ist da natürlich unser treuer Hundebegleiter Dogmeat, den der Spieler bereits früh an die Seite gestellt bekommt und der in den ersten Kämpfen eine große Unterstützung ist. Zudem lernt der Spieler recht schnell die unterschiedlichen Fraktionen kennen. Zunächst gibt es die Minutemen, die so etwas wie die guten Samariter für die Überlebenden sind und versuchen einzelne Siedlungen wieder aufzubauen. Die stählerne Bruderschaft ist eine militärisch orientierte Fraktion, die für Fortschritt und Wissen steht.

Des Weiteren gibt es die Railroad Agenten, die im Verborgenen agieren und sich für die Recht der Synth, künstliche Lebensformen, einsetzen. Zuletzt gibt es noch das Institut, über das zu Beginn des Spiels nur wenig bekannt ist und welches vor allem danach strebt, die Kontrolle über den Commonwealth zu erlangen. Die Spieler können sich allen Fraktionen anschließen und müssen sich nicht für eine Bestimmte entscheiden. So können alle Handlungsreihen verfolgt und gespielt werden. Im Gegensatz zum Beispiel zu Skyrim wird keine Fraktion ausgeschlossen, sobald sich der Spieler für eine andere entscheidet. Möglicherweise entscheidet sich der Spieler aber auch nur für jene Fraktionen, die zu den Ansichten des Protagonisten passen.

Fallout 4

Wie es sich für ein Spiel von Bethesda gehört gibt es aber nicht nur die Hauptstory sowie die Questreihen der einzelnen Fraktionen, mit denen sich der Spieler auseinander setzen kann. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Quests, bei denen der Protagonist Banditen vertreiben muss oder Siedlern weiterhelfen soll. Im Lauf der Zeit können sich auch unterschiedliche Begleiter anschließen, die man aber wahlweise auch in eine der aufgebauten Siedlungen schicken kann.

Generell kann der Spieler viel Zeit in den Aufbau einzelner Siedlungen stecken und dafür sorgen, dass sich dort immer mehr Leute niederlassen. Damit die Menschen auch zufrieden sind, sollte der Spieler für Ressourcen, Schutz und ein Dach über dem Kopf sorgen. Mittels Werkbänken kann der Protagonist nicht nur seine Waffen und Ausrüstung verbessern, sondern auch Gegenstände für die Siedlung anfertigen. Das bekannte V.A.T.S. Zielsystem hilft dem Gamer beim anvisieren einzelner Gegner und visiert einzelne Körperteile an. Es unterstützt gerade den Kampf gegen mehrere Gegner gleichzeitig.

Über den Pipboy verwaltet der Spieler nicht nur das Inventar, sondern hat Zugriff auf die Fähigkeiten des Charakters, die Weltkarte oder das eingebaute Radio. Die Fähigkeiten sind in sieben Kategorien unterteilt. Der Spieler kann sich individuell entscheiden, in welche Richtung sich der Charakter entwickeln soll. Mit jedem Level, um das der Protagonist aufsteigt, gibt einen Fähigkeitenpunkt, den man investieren kann. So können Stärke, Wahrnehmung, Ausdauer, Charisma, Intelligenz, Beweglichkeit und Glück weiter entwickelt werden. Charaktere, die sich auf Stärke und Ausdauer stützen, werden mehr aushalten können und sind zäher. Setzt man eher auf Charisma und Intelligenz, kann der Protagonist in Gesprächen durch Überzeugungskraft glänzen und alles zu seinen Gunsten drehen.

Fallout 4

Was das Gameplay angeht, setzt Bethesda bei Fallout 4 auf Altbekanntes. Damit machen die Entwickler nicht viel verkehrt, denn das Spielprinzip funktioniert immer noch und macht sehr viel Spaß. Wie auch bei anderen Spielen von Bethesda macht die Story allein sicherlich nicht Fallout 4 aus. Es ist die Welt an sich, in der Spieler eintauchen kann und die an jeder Ecke neue Abenteuer und Entdeckungen bereit hält. Es wäre auch schade, wenn sich die Spieler nur mit der Hauptstory beschäftigen würden. Macht dies doch nur einen Bruchteil des Spiels aus. Es stört auch dabei noch nicht einmal, dass es derzeit sicherlich graphisch bessere Spiele gibt. Nach den ersten Trailern gab es die Sorge, dass Fallout 4 aus graphischer Perspektive eine Enttäuschung werden könnte. Dem ist gewiss nicht so. Der Stil ist sicherlich eigenwillig, aber gleichzeitig sehr atmosphärisch. Er sorgt für eine glaubhafte Welt, die keinesfalls überzeichnet ist. Dem Spieler fällt es relativ leicht, sich in die postapokalyptische Umwelt von Fallout 4 einzufühlen.

Es gibt nur wenig auszusetzen an Fallout 4. Bugs gehören fast schon zu Spielen von Bethesda dazu und dürften für Freunde der Fallout und The Elder Scrolls Reihe nichts Neues sein. Sie sind aber nicht derart gravierend, dass es das Spielgefühl mindern würde. Zudem ist Fallout 4 auch für Neulinge geeignet, da man nicht zwingend die anderen Teile gespielt haben muss, um die Handlung nachvollziehen zu können. Ähnlich wie die anderen Ableger steht auch Fallout 4 für sich und bietet eine in sich geschlossene Handlung. Fallout 4 wird definitiv seinen Vorschusslorbeeren gerecht und ist ein Muss für jeden Fan des Rollenspiel Genres. Es ist auf jeden Fall ein gewichtiger Kandidat im Hinblick auf das Spiel des Jahres 2015.

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