Hält Rock N Racing Off Road DX auf der Xbox One, was es mit seinem Namen verspricht?

Als ich in der Liste der Testmuster für diese Woche Rock N Racing Off Road DX gelesen habe, habe ich zunächst einmal leicht erstaunt, aber umso mehr erfreut reagiert. Grund hierfür war allerdings ein kleiner Lesefehler, in meinen Augen hatte sich nämlich ein „Roll“ in den Titel eingeschlichen. Rock N Roll Racing ist nämlich auf Segas Mega Drive ein echter Spaßgarant gewesen und ein Nachfolger auf dem Xbox Live Marktplatz wäre da nur willkommen. Doch dieser Lesefehler meinerseits war vielleicht gar nicht so unangebracht…

Im Gegenteil, spielt man Rock N Racing Off Road DX erstmals, könnte man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass dieser Fehler geradezu beabsichtigt war, denn konzeptuell folgt Rock N Racing Off Road DX klar dem Mega Drive-Klassiker. Aus de Vogelperspektive steuert man seinen Wagen durch recht überschaubare Rennstrecken und muss sich nicht nur gegen aggressive Gegenfahrer auf Seiten der CPU, sondern auch gegen eine sensibel Fahrzeugsteuerung zur Wehr setzen, die stets relativ zum Auto, nicht relativ zur Kamera orientiert ist. Drückt man also beispielsweise auf seinem Steuerkreuz nach links, bewegt sich das Auto nach link, unabhängig davon, ob es auf dem Bildschirm gerade nach oben oder unten fährt.

Haben sich bei Rock N Roll Racing die Komplikation der Steuerung und die übersichtliche Perspektive noch auf willkommene Weise ausgeglichen, funktioniert das Konzept bei Rock N Racing Off Road DX leider nicht annähernd so gut. Grund hierfür ist einerseits die viel zu sensible Steuerung, die dafür sorgt, dass man seinen Wagen allzu leicht übersteuert, andererseits tut das teilweise aggressive, teilweise inkompetente Fahrverhalten der computergesteuerten Gegenspieler sein übriges dazu, dass das Spiel schnell in Frust ausartet.

Rock N Racing Off Road DX

Die Gegner KI ist ohnehin ein besonders eigenartiges Ungetüm. Manch ein Gegner schafft es nicht einmal, sich geordnet von der Startlinie zu entfernen. Entweder bleibt der Wagen gleich liegen, kollidiert schnell mit einem anderen Gegner oder mit der Wand. Gerne bleibt ein Gegenspieler auch mit seinem Wagen gleich an der Wand liegen. Andere Gegenfahrer hingegen erwecken den Eindruck, dass sie im Glauben sind, Teil eines Autoscooters zu sein.

Kollisionen mit gegnerischen Fahrzeugen sind allerdings enorm kritisch, da man nicht nur im Zusammenspiel mit der sensiblen Steuerung schnell in der Wand landet, sondern überdies, wenn der Gegner sich gleich mit in die Bande befördert, sich kaum mehr aus seiner misslichen Lage befreien kann. So ist es mir im Test passiert, dass ich die gleiche Strecke in zwei aufeinander folgenden Versuchen erst souverän gewonnen habe und es dann beim zweiten Durchlauf nicht einmal mehr in das Ziel geschafft habe, nachdem die Gnadenfrist nach Zieleinlauf des Gewinners verstrichen ist.

Der Umfang des Spiels ist mit fünf Cups zu je vier Strecken, sowie einem 6-Spieler-Multiplayer sehr ordentlich, nur leider weiß das Steckendesign nicht zu überzeugen. Zu sehr ähneln sich die Strecken untereinander, zu oft sind die Strecken mit der sensiblen Steuerung kaum zuverlässig zu navigieren. So wird Rock N Racing beinahe zu einem Glücksspiel, das im Wesentlichen davon abhängt, ob die Gegner es schaffen, ihre Selbstmordkommandos an den Mann zu bringen.  Abschließend ist daher zu sagen, dass Rock N Racing Off Road DX zwar auf einem bewährten und guten Spielkonzept aufbaut, die Spielmechanik aber bei weitem nicht liebevoll genug umsetzt um überzeugen zu können.

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