Bedlam lässt einen in Erinnerungen an die alten Zeiten des Shooter-Genres schwelgen

Auch wenn Bücher nicht unbedingt die natürlichste Quelle für Videospiel-Umsetzungen sind, können sie durchaus Grundlage für echte Hits sein. Besonders bekannt dürfte hier Tom Clancy sein, dessen Name eine stattliche Zahl von Ubisoft-Spielen schmückt, darunter Hochkaräter wie die Splinter Cell-Reihe. Mit Bedlam wirft nun ein weiterer Autor, in diesem Fall der Science-Fiction-Komiker Christopher Brookmyre seinen Handschuh in den Ring. Ob Bedlam die richtigen Impulse setzt, verrät euch dieser Test.

In Bedlam schlüpft man in die Rolle von Heather Quinn, die eines Tages aufwacht und sich in einer äußerst eigenartigen Situation wiederfindet. Nachdem Heather sich mühsam durch enge Gänge gequält und sogar einigen Schüssen ausgewichen ist, stellt sie erschrocken fest, dass sie nicht etwa einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden ist, sondern nach sorgfältiger Inspektion der Umgebungstexturen eingestehen muss, dass sie in einem Videospiel aufgewacht ist. Und dann ausgerechnet einem Shooter, was nun nicht unbedingt die beste Wahl für ein langes und zufriedenes Leben eines Protagonisten ist. Die Geschichte steckt voller Witz und ist ein klares Highlight von Bedlam.

Spielerisch ist Bedlam ein klassischer Ego-Shooter der vor allem an Shooter der 90er Jahre erinnern soll. Auch wenn ich persönlich kein großer Shooter-Fan bin, habe ich mich im Test auch durchaus an die wenigen 90er Shooter, die ich gespielt habe, erinnert gefühlt. Hierzu trägt neben dem wesentlich weniger durchgeskripteten Missionsdesign natürlich auch die herrlich klassisch wirkende Grafik bei. Ist es bei 2D Spielen längst gang und gäbe, sich optisch an NES oder SNES zu orientieren, hat der Retro-Look in Bedlam nun auch in 3D-Spielen Einzug gehalten. Die Texturen weisen deutlich sichtbare Pixel auf und wirken wie frühe niedrig aufgelöste PlayStation- oder Saturn-Texturen. Ob gewollt oder nicht wird durch eine recht instabile Framerate obendrein an wackelige Nintendo 64-Tage erinnert. Immerhin der Nebel und der Matschfilter des Nintendo 64 bleiben uns hier aber erspart.

Bedlam – The Game by Christopher Brookmyre

Das Spiel ist aufgebrochen in zahlreiche Story-Missionen, die zwar inhaltlich und auch räumlich getrennt sind, aber dennoch unmittelbar aneinander anschließen. Nach einer kurzen Story-Überleitung muss man sich stets zum Schauplatz der nächsten Mission begeben und dort dann wieder seine Waffen für sich sprechen lassen. Erfreulich ist, dass die Entwickler auf die heutzutage so beliebte Autoheilung verzichtet haben und stattdessen Lebensenergie in den Levels positioniert haben.

In den niedrigen Schwierigkeitsgraden ist diese auch reichlich genug vorhanden, dass man selbst als schwacher Spieler keine Schwierigkeiten haben sollten, das Spiel abzuschließen. Die Spieldynamik ändert sich hierdurch natürlich deutlich im Vergleich zu modernen Shootern. Das Gegnerdesign ist allerdings leider ein wenig langweilig und leidet unter mangelnder Abwechslung.

Abschließend ist zu sagen, dass Bedlam ein ordentlicher, klassischer Shooter ist, der allerdings abseits der unterhaltsamen Geschichte und dem ungewöhnlichen Retro-Look keine neuen Ideen mit ins Spiel bringt. Wer Shooter mit auf dem Boden liegenden Energiepaketen, ohne Karte und ohne bildgewaltige Skripting-Szenen vermisst, der dürfte mit Bedlam aber in jedem Fall seine Freude haben.

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