Der Fluch der aktuellen Spiele-Generation: Day 1 Patches sind zum Kotzen

Die aktuelle Konsolengeneration bietet dem Endkunden bekanntlich nicht nur ein Spielerlebnis, sondern eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen. Doch anscheinend gehöre ich zu einem Nutzerkreis, der davon nur die wenigsten nutzt. Nintendo beispielweise hat mehr oder weniger den 3DS und die Wii U miteinander vernetzt und Microsoft setzt auf ein System mit Windows 10 als Grundgerüst, das alles miteinander verbindet. Auf meinem PC läuft Windows 10, auf meinem Smartphone auch und auf der Xbox One bald ebenfalls, aber nutze ich das Potenzial? Nein. Wenn ich aus dem Büro nach Hause komme und abends noch ein wenig Unterhaltung will, versumpfe ich meist vor dem TV oder zocke bis mir die Augen zufallen. Allerdings wird letzteres immer mehr zu einer Qual.

Seit dieser Konsolengeneration nehmen Day 1 One Patches immer mehr Überhand. Wenn ich ein Spiel zocken will, das ich mir gerade gekauft habe oder als Testmuster hier herumflattert, dann kommt es mir mittlerweile so vor, dass ich bei jedem zweiten Spiel erst einmal einen mehr oder weniger großen Patch herunterladen muss. Im Büro ist das kein Problem, da sitze ich an einer 150er Leitung, aber zu Hause habe ich gerade einmal 6k. Das macht das gesamte Unterfangen doch etwas langwieriger und vor allem ziemlich belastend. Ich will nicht erst stundenlang auf einen Download warten, bevor ich loslegen kann. Nicht jeder hat eine anständige Internetverbindung zu Hause, das scheint bei einigen Herstellern aber noch nicht angekommen zu sein. Dabei sind Patches an sich per se keine schlechte Sache. Bei einem Multiplayerspiel muss ab und an das Balancing angepasst werden. Ich habe auch kein Problem damit, wenn nachträglich nochmal die Performance eines Spiels verbessert wird oder Netcode. Alles schön und gut, aber vorher sollte der Titel zumindest spielbar sein und das bitte fehlerfrei.

„Früher war alles besser.“ Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Spruch einmal selbst sagen würde, aber momentan trifft er einfach zu. Wenn ich mit ansehen muss, wenn zum Beispiel ein Project Spark erstmal 28 Gigabyte ziehen muss, damit ich überhaupt zocken kann oder wenn der Patch fast genauso groß ist, wie das Spiel selbst, dann läuft etwas gehörig falsch. Was macht eigentlich die Qualitätssicherung bei vielen Firmen? Klar, Spiele werden immer komplexer und teurer. Aber genau darauf müssen sich Entwickler und Publisher einstellen und das im Budget mitplanen, denn im Endeffekt schneiden sie sich doch ins eigene Fleisch. Der Privatanwender macht das nur eine begrenzte Zeit mit. Wer das beruflich macht, dem bleibt nichts anderes übrig, als damit zu leben. Aber will ich das? Wollen das andere Journalisten? Ich glaube kaum.

Vor einigen Jahren, als Onlinespiele und Breitbandinternet noch nicht so verbreitet waren, mussten die Hersteller ein Spiel vor dem Release auf Herz und Nieren prüfen. Unter Umständen wurde ein Titel noch verschoben, um ihn fehlerfrei auf den Markt zu bringen oder es wurde ein kostenloses Austauschexemplar geliefert. Aber heute? Da wird halt pünktlich zum Release ein Patch rausgehauen. Wird schon schief gehen. Besonders an Weihnachten oder Geburtstagen ist das, ich muss es so deutlich sagen, beschissen. Wenn ich am Weihnachtsmorgen ein neues Game zocken will, dann will ich zocken und keinem Ladebalken beim Wachsen zusehen.

Da lobe ich mir noch Hersteller wie Valve, Rockstar Games oder Nintendo, die ihre Spiele in der Regel erst auf den Markt werfen, wenn sie funktionieren. Ich warte lieber einen Monat länger, als dass ich ellenlange Downloads über mich ergehen lassen muss. Dieser Trend muss ein Ende haben und das schnellstmöglich.

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