Auf der gamescom führten alle Wege von Assassin’s Creed Syndicate in den Tower of London

Wie auch den Jahren zuvor, bot Ubisoft den Spielern die Möglichkeit, den neusten Teil der Assassin’s Creed-Reihe in einer rund 15-minütigen Demo anzuspielen. Assassin’s Creed Syndicate führt die Spieler in das viktorianische London des 19. Jahrhunderts. Wie schon im Vorfeld angekündigt wurde, gibt es mit den Zwillingen Jacob und Evie Frye zwei Protagonisten, mit denen die englische Hauptstadt erkundet werden kann.

In der Hauptstory wird ein größerer Teil der Missionen mit Jacob absolviert werden. In Nebenmissionen und beim freien Erkunden Londons soll es dagegen dem Spieler selbst überlassen bleiben, mit welchem der beiden Protagonisten er spielen möchte. Während auf der E3 im Juni in Los Angeles noch Jacob im Mittelpunkt der Demo stand, hatten wir nun erstmals die Möglichkeit mit Evie ins Geschehen einzugreifen.

In der anspielbaren Mission soll Evie die einflussreiche Templerin Lucy Thorne eliminieren, um nähere Informationen über den Verbleib eines Edensplitters, einem antiken Artefakt, zu erhalten. Diese hält sich im markanten Tower of London auf. Bei dieser Mission handelt es sich um eine sogenannte Black Box-Mission, bei der es dem Spieler vollkommen selbst überlassen bleiben soll, wie er dieses Ziel erreicht. Dazu begibt sich Evie zunächst zu einem Aussichtspunkt, von dem aus ihr verschiedene Wege aufgezeigt werden, die ihr helfen können, an die Templerin heranzukommen.

Assassin's Creed Syndicate

So können verbündete Wachen eine Möglichkeit darstellen, in den Tower zu gelangen. Alternativ kann eine andere Wache um ihre Schlüssel erleichtert werden, um damit sämtliche Schlösser im Tower zu öffnen. Das Spiel bietet an dieser Stelle verschiedene Alternativen an, die der Spieler aber nicht wahrnehmen muss, um die Mission abzuschließen. Stattdessen kann er sich eigene Wege suchen, die dem eigenen Spielstil eher entgegen kommen.

Die Mission gibt zudem einen ersten Einblick, welchen Spielstil Evie in Assassin’s Creed Syndicate repräsentiert. Während ihr Bruder Jacob mit Fähigkeiten ausgestattet ist, die dazu einladen in den offenen Nahkampf zu gehen, verfügt die Assassinin über Skills, die einen lautlosen Weg erleichtern. In der Demo werden drei von mehreren Fähigkeiten bzw. Eigenschaften vorgestellt, die dem Spieler beim Lösen der Mission helfen. Im Gegensatz zu Jacob kann Evie mehr und vor allen Dingen tödlichere Wurfmesser mit sich führen. Sie besitzt die Chamäleon-Fähigkeit, bei der sie für die Wachen unsichtbar wird, wenn sie still stehen bleibt und zudem kann Evie Galvanibomben einsetzen, um direkt mehrere Gegner mit einem elektrischen Stoß zu betäuben, ähnlich einer Rauchbombe.

Ob gerade die beiden letztgenannten Fähigkeiten nicht zu stark sind, muss sich erst noch herausstellen. Die berühmte versteckte Klinge darf selbstverständlich auch dieses Mal nicht fehlen, ebenso wenig wie die Adlersinne der Assassinen.

Assassin's Creed Syndicate

Beide Protagonisten setzen den Seilwerfer ein, ein neues Gadget, mit dem sich Evie und Jacob schnell durch die Stadt bewegen können. Der Seilwerfer erinnert sehr an die Batman-Reihe, in der sich der Superheld mit dem Seil durch ganz Gotham schwingt. Inwiefern dieses neue Feature überzeugend in ein Assassin’s Creed-Szenario und das damit einhergehende Parcouring passt, wird sich im fertigen Spiel zeigen. Das HUD sieht vertraut aus und erinnert an die Vorgänger.

Im Gegensatz zu Unity ist die Mini-Map wieder rund und die Lebensanzeige ist jetzt neben der Karte zu finden. Die Steuerung von Syndicate fühlt sich ebenfalls vertraut an, so dass sich gerade erfahrene Assassin’s Creed-Spieler schnell in der Welt zurechtfinden werden. Besonders der Nahkampf wirkt noch direkter, da das Spiel schneller auf die Eingaben des Spielers reagiert als noch in den Vorgängern. London macht bisher einen recht hübschen Eindruck und spiegelt gut wider, wie die Stadt früher ausgesehen haben muss. Bereits in der Demo vermittelt London das richtige Feeling.

Die Mission endet mit der erfolgreichen Ermordung der gesuchten Templerin. Es folgt ein Dialog zwischen Evie und Lucy Thorne im sogenannten White Room, der sehr an den ersten Teil der Serie erinnert und damit seine Rückkehr feiert.

Assassin's Creed Syndicate

Am Ende sieht Assassin’s Creed Syndicate bisher aus wie Unity, nur dass es in London und nicht in Paris spielt. Das muss prinzipiell nichts Schlechtes bedeuten. Denn auch Brotherhood und Revelations waren im Grunde nur leicht veränderte Versionen von Assassin’s Creed 2, die aber einem der beliebtesten Teile der Reihe in nicht viel nachstanden. Allerdings steht Ubisoft nach dem Desaster zum Release von Unity gerade bei vielen Fans in der Bringschuld, um diesen Fehltritt wieder auszubügeln. Die Bugs und Probleme bei der Framerate am Erscheinungstag sind nicht vergessen und deshalb schwingt berechtigterweise die Skepsis mit, ob es der neue Teil der Serie wirklich besser machen kann.

Zudem müssen Szenario und Story ihren Beitrag dazu liefern, dass es sich hier um einen glaubwürdigen Assassin’s Creed Teil handelt. Viele Fans sind zudem immer noch enttäuscht, dass der Plot rund um die heutige Zeit, die sich bisher durch alle Ableger gezogen hat, seit Assassin’s Creed 3 nur noch schleppend vorankommt. Auch hier wird sich zeigen müssen, ob dieser Teil der Geschichte anständig weiter gesponnen wird.

An Jacob und vor allen Dingen Evie wird es wahrscheinlich am Ende nicht liegen, ob Assassin’s Creed Syndicate die Spielereihe wieder auf ein höheres Niveau bringen wird oder nicht. Bei aller durchaus berechtigten Zweifel hat die anspielbare Mission auf der gamescom 2015 vor allem eins gemacht: Spaß. Wenn es das fertige Spiel am Ende schafft, die Erwartungen zu erfüllen, dann wird es zumindest die Gemüter der Fangemeinde rund um Assassin’s Creed wieder milder stimmen.

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