Lego Dimensions: Nach Skylanders und Disney Infinity will nun auch Warner ein Stück vom Kuchen

Traveller’s Tales hat mit der Lego-Marke eine echte Goldgrube ausfindig gemacht und hat seit dem Debüt in Lego Star Wars die Marke jährlich mit mehreren Spielen zu verschiedeen Franchises ausgebaut. In diesem Jahr möchte Traveller’s Tales es offenbar direkt mit Skylanders aufnehmen und hierbei unmittelbar die größte Stärke der Lego-Marke zu Hilfe nehmen: Die Expertise im Spielfiguren-Erstellen.

Mit einer beeindruckenden Zahl an Lego-Spielsets und zugehörigen Marken aus Spielen, Fernsehen und Film, darunter Newcomer wie Portal und Doctor Who, stehen die Chancen gut, dass für jeden Spieler etwas dabei sein dürfte. Wir haben auf der gamescom 2015 in Köln einen ersten Blick auf Lego Dimensions werfen können.

Lego Dimensions wartet zwar mit Spielfiguren aus echten Lego-Steinen auf, spielt sich aber, solange man einen Controller in der Hand hält, ziemlich exakt so, wie man es von der Lego-Reihe bereits seit dem ersten Teil gewohnt ist. Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahl spielbarer Charaktere schrittweise immer weiter erhöht wurde, wird die Auswahl in Lego Dimensions – jedenfalls für Menschen mit beschränktem Budget – wieder stark eingedampft. Im Spiel kann man nämlich nur die Kontrolle über diejenigen Figuren übernehmen, die man auch als Lego-Figuren besitzt.

Lego Dimensions

Bis zu sieben Figuren, darunter allerdings neben Charakteren auch Vehikel wie das Batmobil oder Doctor Whos Tardis, können auf einmal auf dem Portal positioniert werden und sind somit im Spiel verfügbar. Der Figurenwechsel erfolgt innerhalb derjenigen Figuren, die auf dem Portal stehen. In aller Regel zum Glück per Knopfdruck, möchte man aber einen anderen Charakter spielen, muss man schon seine Spielfigur auf das Portal stellen.

Wie in den vergangenen Jahren bei Skylanders und Disney Infinity üblich, ist es zwar möglich, den gesamten Story-Modus von Lego Dimensions durchzuspielen, ohne zusätzliche Figuren zum Starterpack hinzu zu kaufen, doch sei damit nicht gesagt, dass der Kauf neuer Figuren reine Kosmetik ist. An vielen Stellen im Spiel gibt es kleine Rätsel, die nur von bestimmten Figuren gelöst werden können und mit Sammel-Gegenständen belohnt werden. Es werden zwar den Warner-Mitarbeitern zu Folge keine ganzen Gebiete hinter dem Kauf zusätzlicher Figuren versteckt, um das Spiel wirklich zu komplettieren werden Lego-Freunde aber sehr tief in die Tasche greifen müssen.

Doch das Portal soll nicht nur als Legitimation von Zusatzkosten dienen, sondern auch spielerisch Einfluss nehmen. So kann es passieren, dass die Position einer Figur auf dem Portal wichtig wird um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Im Portal-Level – hier reden wir von der Valve-Videospielserie – ist es beispielsweise so, dass man seine Figur von einer Seite eines Portals aus der Portalkanone zur anderen Seite schicken kann, indem man die zugehörige Figur auf dem Figuren-Portal von der einen Seite auf die andere schiebt.

Lego Dimensions

Weiterhin kann es passieren, dass man eine Spielfigur umbauen muss. In der gamescom-Demo mussten wir beispielsweise das Batmobil gemäß einer Anleitung auf dem Bildschirm umbauen um dann ein Gefährt mit anderen Eigenschaften zu erhalten, wenn wir die Figur wieder auf das Portal gestellt haben. Natürlich kann das Spiel nicht überprüfen, ob man die Figur tatsächlich umgebaut oder nur kurz vom Portal genommen hat, Lego-Fans dürften sich aber dennoch über die kurze Interaktion mit den geliebten Bausteinen freuen.

Im Story-Modus werden alle Marken des Spiels, darunter Newcomer wie Portal und Doctor Who, aber auch alte Bekannte wie Batman, in einer gemeinsamen Geschichte mit ihren eigenen Anteilen an der Geschichte versehen, die allerdings mit allen Spielfiguren gespielt werden können. Zusätzlich gibt es für jede Marke noch eine offen gestaltete Zusatzwelt, in der man allerdings nicht im klassischen Lego-Spiel-Sinne einer Geschichte folgt, sondern eher, nicht unähnlich Animal Crossing, kleine, zufällig generierte Aufgaben für andere Charaktere der Spielwelt erledigt. Dieser Spielmodus wird immer wieder neue Aufgaben für den Spieler bereit halten, deren spielerischer Gehalt dürfte aber eher gering ausfallen.

Auch diese Welten können von beliebigen Charakteren betreten werden, viele der Aufgaben lassen sich aber nur mit den zur Welt passenden Charakteren erledigen. Nett für echte Fans der jeweiligen Franchise, aber definitiv keine Ergänzung, die für Begeisterung sorgen wird.

Lego Dimensions

Lego Dimensions macht zwar durchaus Spaß, bietet aber spielerisch nur wenig Neues und das, was neu ist, nämlich die Interaktion mit den Lego-Figuren, ist eine klare Geschmacksfrage. Echte Lego-Spielstein-Fans dürften sich hierüber freuen, ob es aber den enormen Einstiegspreis von etwa 100 €, sowie Zusatzkosten für jedes Figuren-Set wert ist, ist zu bezweifeln. In jedem Fall sind wir gespannt, ob die finale Version des Spiels zumindest in Sachen Umfang dem hohen Preis gerecht werden kann. Skylanders und Disney Infinity werden durch Lego Dimensions aber sicherlich nicht redundant.

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