Die Apokalypse kann so schön sein – Erste Eindrücke von Horizon: Zero Dawn

Wenn sich Shooter-Fans plötzlich an einem Open-World-Spiel versuchen: Die Killzone-Macher von Guerilla Games kündigten mit Horizon: Zero Dawn eines der interessantesten Spiele der diesjährigen E3 an. Wieso? Das erfahrt ihr in unserer Vorschau!

Als wir Producer Lambert Wolterbeek Muller darauf ansprechen, warum Guerilla Games sich nun einer offenen Spielwelt widmet, antwortet er nur kühl: „Wir haben doch bewiesen, dass wir gute Ego-Shooter entwickeln können. Jetzt war es Zeit für etwas anderes.“ Und anders ist Horizon: Zero Dawn allemal. Das Spiel ist angesiedelt in einer fernen Zukunft. In tausenden von Jahren liegt die menschliche Zivilisation in Trümmern. Die wenigen Verbliebenen  leben wie unsere Vorfahren in Stämmen als Jäger und Sammler. Blöderweise aber nehmen es die Zukunftshöhlenmenschen nicht mit flauschigen Mammuts auf. Die Erde ist von riesigen Roboter-Dinosauriern bevölkert.

Horizon: Zero Dawn

Da so eine metallene Dino-Keule allerdings wenig nahrhaft wäre, machen die Menschen Jagd auf die grünen Treibstofftanks der Kreaturen. Wie die Maschinen an die Macht gekommen sind und wo sie herkommen, das erfahrt ihr erst im Verlauf der Geschichte. „Wir nehmen uns einschlägige Science-Fiction-Literatur zum Vorbild. Das bedeutet: Wir kauen dem Spieler zu Beginn nicht die gesamte Geschichte vor. Stattdessen entdeckt er nach und nach, was mit der menschlichen Zivilisation passiert ist“, führt  Lambert Wolterbeek Muller im Interview aus. Denn die Vergangenheit ist auch in der offenen Spielwelt allgegenwärtig. Riesig ragen die Ruinen von Hochhäusern in den Himmel. Wo einstmals Bänker und Geschäftsleute ihr Geld verdienten, werden nun religiöse Rituale abgehalten. Das, was wir heute als Zivilisation bezeichnen, ist in Horizon: Zero Dawn nicht mehr als ein Kult.

So faszinierend die Welt von Horizon: Zero Dawn ist, so passend ist es irgendwie auch, dass wir in diesem Spiel nicht einen kernigen Helden, sondern eine Frau spielen. „Wir haben uns nicht vorgenommen, dass wir unbedingt eine weibliche Protagonistin haben wollten. Es schien uns einfach ein logischer Schritt zu sein“, führt  Lambert während der Präsentation aus. Die rothaarige Heldin hört auf den Namen Aloy und ist eine Jägerin.

Ähnlich wie Lara Croft hantiert sie am liebsten mit dem Langbogen. Beim Anpirschen an ihr nächstes Opfer setzt  sie auf eine Stealth-Mechanik, die an Assassin’s Creed 4: Black Flag erinnert. In Büschen ist sie für die Roboter-Monster nahezu unsichtbar – zumindest bis sie einer der Späher entdeckt und Alarm schlägt. Aloy besitzt drei verschiedene Pfeilgattungen – beispielsweise Elektrogeschosse oder panzerbrechende Spitzen – in ihrem Köcher. Außerdem kann sie Seile zwischen Bäumen spannen und so Trittfallen oder künstliche Engpässe kreieren.

Horizon: Zero Dawn

Im Interview bestätigt  Lambert Wolterbeek Muller zudem: „Wir sind kein reines Action-Spiel. Wir sehen Horizon: Zero Dawn als Action-Rollenspiel. Es wird also auch die Möglichkeit geben, die eigenen Fähigkeiten aufzuwerten und beispielsweise Schaden oder Wirkdauer bestimmter Effekte zu verbessern.“ Die vorgeführte Gameplay-Sequenz endet schließlich in einem Endkampf mit einem gewaltigen Robo-T-Rex. Am leichtesten erledigt man das turmhohe Monstrum, indem Aloy einen Pfeil mitten in seinem Gehirn versenkt. Zu dumm, dass eine dicke Metallplatte diesen Bereich schützt und das Metall-Reptil so gar nicht kooperativ daher kommt.

Deshalb betäubt der Spieler in der Demo den Gegner zunächst mit einem Elektropfeil. Mit einem Standardpfeil schoss er dem Dino die schützende Kopfbedeckung weg und legte so das glänzend rote Hirn frei. Für einen perfekten Abschuss brachte Aloy nun gehörig Abstand zwischen sich und den Feind. Gerade noch rechtzeitig spannte sie ein Seil zwischen zwei Bäumen und ließ die Bestie drüber stolpern. Damit sich die Kreatur nicht mehr so schnell aufrappeln konnte, versetzte sie ihm im Anschluss noch einen Elektroschock und gab ihm mit einem Standardpfeil den Rest. Puuh, wenn Horizon: Zero Dawn diese Intensität über die gesamte Spielzeit halten kann, erwartet uns 2016 ein waschechtes Adrenalinspektakel.

Horizon: Zero Dawn

Horizon: Zero Dawn gehörte zu unseren großen Höhepunkten der diesjährigen E3. Das Szenario wirkt frisch und verströmt somit etwas Mysteriöses. Es gibt so viele Titel mit post-apokalyptischen Ansatz, aber kaum einer setzte diesen so konsequent um wie Horizon: Zero Dawn. Natürlich bleibt abzuwarten, wie Guerilla Games letztlich diese fantastisch aussehende Welt mit Leben und Inhalten füllen wird und ob diese mehr sind als die übliche Massenware. Aber sei es drum: Horizon: Zero Dawn hat alles Potenzial der Welt, um 2016 wie ein Meteorit auf der Playstation 4 einzuschlagen.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar