Lego Batman 3: Ein Muss für alle Klötzchen-Spieler?

Ein Job bei Traveller’s Tales zeichnet sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eine große Vorhersagbarkeit aus. Seit das Studio mit der Lego-Videospielreihe den großen Durchbruch geschafft hat, entwickeln sie beinahe keine anderen Spiele mehr und beglücken Jahr für Jahr ihre Fans auf nahezu allen relevanten Systemen mit mindestens einem, meist aber zwei bis drei neuen Lego-Spielen zu bekannten und beliebten Film- und Comic-Marken. Bereits in die dritte Runde geht in diesem Winter Lego Batman, das unter dem Untertitel Jenseits von Gotham zum ganz großen Schlag ausholt: Wii U, Xbox 360, Xbox One, PlayStation 3, PlayStation 4, PlayStation Vita und Nintendo 3DS können sich über eine Version des diesjährigen Batman-Spiels freuen. Wir haben uns die Xbox One-Fassung genauer angeschaut und verraten euch, was euch im Action-Spiel erwartet.

Auch wenn Lego Batman 3: Jenseits von Gotham klar Bezug auf Batman nimmt, es handelt sich nicht um ein Spiel im klassischen Batman-Universum, sondern dem der Jutice League. Warner Bros. dürfte sich in Anbetracht der großen aktuellen Popularität Batmans und der relativen Unbekanntheit des Namens Justice League für diesen leicht irreführenden Titel entschieden haben. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Batman, Superman, Flash und vielen weiteren Helden aus dem DC-Helden-Universum und muss den mächtigen Bösewicht Brainiac daran hindern, die Erde zu schrumpfen und seiner Privatsammlung hinzuzufügen.

Die Geschichte wird mit vollständig deutscher Sprachausgabe teilweise im einfachen Spielverlauf, teilweise in Zwischensequenzen erzählt. Leider spielt der gewohnte Lego-Humor hier nur eine sehr untergeordnete Rolle und wird vor allem durch den Versuch von Sprachwitz ersetzt. Unglücklicherweise sind Robins dumme Kommentare alles andere als amüsant, sondern schlichtweg nervig und vermiesen den Spaß am Spiel schon merklich. Bedenkt man, dass vergangene Lego-Spiele nicht zu einem insignifikanten Teil vom Humor gelebt haben, ist das ein echtes Problem.

Wer bereits einmal ein Lego-Spiel gespielt hat, der wird spielerisch keine Überraschungen in Lego Batman 3 erleben. Wahlweise allein oder mit einem weiteren menschlichen Mitspieler bewegt man sich durch strikt lineare Level, die im Wesentlichen aus Kämpfen gegen zahlreiche kleine und ungefährliche Gegner, sowie gelegentliche simplen Rätseln bestehen. Zusätzlich gibt es hin und wieder einige Plattformsequenzen zu bewältigen. Da man hier allerdings in die Rolle einer Superhelden-Truppe schlüpft, spielen die Kämpfe eine wesentlich größere Rolle als die Rätsel und Hüpfsequenzen. Im Ergebnis bieten die Level zahlreiche Endgegner, die auch recht kreativ gestaltet wurden. Besonders gut gefallen hat mir im Test, dass viele Endgegner mit einer individuellen Kampfstrategie daher kommen, die nicht unmittelbar offensichtlich ist.

Leider ist das Leveldesign abseits der Endgegner aber recht uninteressant und legt einen viel zu großen Wert auf die Suche nach einzelnen goldenen oder silberfarbenen Flächen, die es zu zerstören gilt. Der Spielfluss ist dadurch schlicht nicht rund, ohne, dass der Spieler aber im Gegenzug wirklich sinnvoll gefordert wird. Nahezu alle als Rätsel präsentierte Hindernisse sind im Gegenzug dermaßen simpel, dass man ohne zu überlegen geradezu automatisch das richtige tut. Ein echtes Problem stellt allerdings die bockige Kamera dar, die selbst für Lego-Verhältnisse ungewöhnlich schlecht ist. Bedenkt man, dass das gesamte Spiel komplett linear ist und jede Spielsituation für die Entwickler vorher ersichtlich gewesen sein sollte, ist es unverständlich, dass die Kamera bisweilen dermaßen schlecht steht, dass man für mehrere Sekunden nicht einmal seinen Charakter sieht – nicht etwa, weil er von anderen Levelobjekten verdeckt wäre, sondern, weil die Kamera sich gerade mal entscheidet, etwas anderes zu zeigen.

Lego Batman 3: Jenseits von Gotham ist für sich genommen durchaus ein solides Spiel mit einem gewohnt unkomplizierten Zwei-Spieler-Modus. Durch das relativ schwache Leveldesign und den Mangel an klassischem Lego-Humor ist es aber eines der schwächeren Spiele der Reihe und sicher keine uneingeschränkte Empfehlung wert. Wie so oft zählt auch bei Lego Batman 3, dass der Kauf sich vor allem für Fans des Ursprungsmaterials lohnt, allerdings sollten Batman-Fans hierbei auch im Auge behalten, dass im Juni bereits Batman: Arkham Knight ansteht und nach dem, was wir auf der Gamescom von dem Spiel gespielt haben, dürfte dieses Spiel ein absoluter Pflichtkauf für Batman-Fans werden.

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